Taking my Thoughts for a Walk

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Phung Tien Phan Cosmopolit 2021 Taking my Thoughts for a Walk Foto Roland Baege
Phung Tien Phan Cosmopolit 2021 Taking my Thoughts for a Walk Foto Roland Baege 2
Laura Leppert Crude Oil Acts 2021 Taking my Thoughts for a Walk Foto Roland Baege 2
FORT Guilty Flowers Taking my Thoughts for a Walk Foto Roland Baege 3
Angharad Willliamd Auszug aus Eraser 2020 2021 Foto Roland Baege

Der Dortmunder Kunstverein und Urbane Künste Ruhr initiieren gemeinsam die Ausstellung Taking my Thoughts for a Walk entlang der Dortmunder Kampstraße. Beginnend am 27. Februar 2021 bringen die Partnerinstitutionen für drei Wochen 14 künstlerische Arbeiten in den öffentlichen Raum der Dortmunder Innenstadt. Die Besucher*innen können die Kunstwerke so unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen bei einem besonderen Stadtspaziergang erleben.

Die Stadtkarte zur Ausstellung können Sie hier herunterladen.

Zum Audioguide

Die Kunstwerke sind entlang der 1.200 Meter langen Wegstrecke zwischen Westen- und Ostentor unter anderem in Schaufenstern, U-Bahn-Stationen und auf Parkplätzen platziert. Sie können im Vorbeigehen entweder zufällig entdeckt oder anhand einer Straßenkarte gezielt aufgesucht werden.

Während der urbane Alltag unterbrochen ist und gewohnte Stadt- und Geräuschkulissen verschwinden, eröffnen sich Möglichkeiten, den Stadtraum aus ungewöhnlichen Perspektiven wahrzunehmen. Die künstlerischen Arbeiten, darunter zum Beispiel ein Audiowalk, eine plakatierte Litfaßsäule, eine mobile Galerie auf dem Dach eines Autos oder filigrane Zeichnungen auf Glas, werfen ein neues Licht auf die Dortmunder Kampstraße: Sie spinnen fiktive, aber auch ganz reale Geschichten und helfen, Gedanken und Wege neu zu sortieren.

Die Auswahl der Künstler*innen steht in Zusammenhang mit dem Residenzprogramm Zu Gast bei Urbane Künste Ruhr und ist um weitere Positionen ergänzt.

Die Kunstwerke sind rund um die Uhr zugänglich. Bitte beachten Sie die aktuellen Abstands- und Hygienevorschriften.

Teilnehmende Künstler*innen:

Esther Adam *1988 in Reutlingen, lebt in Bremen
Various works from the series Perspectives, ongoing

Esther Adam verfasst Zeichnungen und kurze Texte, die sie mit transparentem Gel auf Fensterflächen anbringt. In ihren filigranen, bisweilen kaum sichtbaren Arbeiten beschäftigt sich die Bremer Künstlerin häufig mit der komplexen Wechselbeziehung des Einzelnen zu seiner persönlichen und gesellschaftlichen Umgebung. Ihre poetischen Werke tauchen immer wieder an verschiedenen Glasfassaden als Wegbegleiter beim Spaziergang entlang der Kampstraße auf. Halten Sie also die Augen offen!

Daihatsu Rooftop Gallery
ab 27.02.: Gabriele Edlbauer Team Austria – I am from Österreich, 2020
ab 06.03.: Helmut Heiss Reif für die Insel, 2020
ab 13.03.: Wolfgang Obermair Die Wende, 2021

Die Daihatsu Rooftop Gallery ist ein mobiles Ausstellungsdisplay für zeitgenössische Kunst. Seit März 2020 macht Peter Fritzenwallner damit Skulpturen, die sonst nur in Kunsträumen zu sehen wären, auch in Zeiten sozialer Distanzierung öffentlich sichtbar. Anfangs in den österreichischen Alpen unterwegs, brachte die gelbe Autodachgalerie die Kunst erst in die Dörfer und anschließend in die Hauptstadt nach Wien. Und nun: Dortmund. Unter dem Pflaster liegt hier nicht der Strand, doch Möglichkeiten für Weltflucht allerhand!

Etienne Dietzel *1986 in Bad Salzungen, lebt in Halle
Displacement, 2021

Der Findling ist die häufigste Form des erratischen Blocks, also eines Gesteins, das durch geophysikalische Prozesse oder menschliches Zutun nicht dort liegt, wo man es erwarten würde. Etienne Dietzel erstellt Findlinge, indem er digitale Photographien um das Modell eines fiktiven, 3D-generierten Steins legt. Die Photographien selbst zeigen Gesteinsformationen, in denen Menschen sich durch Zeichnungen oder Schriftzüge in die Landschaft eingeschrieben haben.

FORT, gegründet 2008
Guilty Flowers, 2018

Die Arbeit Guilty Flowers des Künstler*innenkollektivs FORT ist am tränenförmigen, begrünten Kreisverkehr vor der Sparkasse installiert. Ein noch verpackter Blumenstrauß im Mülleimer legt die Spur zu einer Erzählung, einem Mikrodrama des Alltags, dessen Protagonist*innen nicht mehr anwesend sind. So entsteht eine Spannung zwischen der bildhauerischen Geste und den Fragen an das starke erzählerische Bild.

Laura Leppert *1993 in Henstedt-Ulzburg, lebt in Berlin
Crude Oil Acts (Snail Time), 2021

Laura Lepperts Arbeit ist ein orts- und jahreszeitenspezifisches Hörstück, begleitet von einem Text, der einen mäandernden Dialog zwischen zwei fiktiven Charakteren wiedergibt. Über den nebenstehenden QR-Code oder unsere Webseiten können Sie das Stück und den Text auf Ihr Smartphone laden. Gemeinsam umkreisen sie Fragen zur urbanen Infrastruktur, dem Dehnen und Stauchen von Zeit und dem Auftauchen vergessener Begegnungen. Während Sie über den Reinoldiplatz spazieren, aktiviert das Rollenspiel im Text eine ganz andere Welt.

Yoshinori Niwa *1982 in Aichi, JPN, lebt in Wien
Withdrawing Adolf Hitler from a Private Space, 2018

Yoshinori Niwa provoziert ein Nachdenken über das Verhältnis zwischen privatem und öffentlichem Raum. Besonderen Fokus legt er dabei auf den Umgang mit Geschichte und der daraus resultierenden Verantwortung in verschiedenen Generationen. Sein Altkleidercontainer zur Entsorgung unerwünschter oder kompromittierender Relikte aus der Nazizeit, steht nach Stationen in Graz, Wien, Düsseldorf und Köln nun an einem Ort, an dem 2019 ein Geschäft öffnete, das u.a. die bei Neonazis beliebte Bekleidungsmarke „Thor Steinar“ verkaufte.

David Reiber Otálora *1992 in Münster, lebt in Berlin
…a long way from home, 2021

Der deutsch-kolumbianische Künstler beschäftigt sich kritisch mit der Darstellung des vermeintlich „Anderen“. Durch seine ortsspezifisch entstandene Arbeit verleiht er dem Platz von Buffalo eine neue Lesart, indem er die kegelförmige Architektur des U-Bahn Aufzugs zu einem Tipi umdeutet, die traditionelle Behausung indigener Völker Nordamerikas. Die Büffelskulptur auf dem Platz betrachtet mit etwas Distanz das scheinbar romantische Sonnenuntergangsmotiv, das sich aus Logos aus dem Obsthandel zusammensetzt.

Phung-Tien Phan *1983 in Essen, lebt in Essen
Cosmopolit, 2021

Phung-Tien Phan erstellt in ihren bildhauerischen und filmischen Werken mysteriöse Szenen aus Alltagsbeobachtungen. Im Schaufenster kombi­niert sie kosmische und irdische Elemente, die eine transzendentale Spannung aufbauen: Als Hintergrund für die Installation prallt eine fantastische Welt aus populären Weltallmotiven auf einen aus Pflanzen und anderen Elementen arrangierten Altar sowie auf persönliche häusliche Alltagsgegenstände. Die physische Realität auf der Erde sucht nach Verbindung zu Orten außerhalb unserer Welt.

Salon Atelier, gegründet 2009
never ever, 2021
samstags 18-20 Uhr
sonntags 16-18 Uhr

Das Dortmunder Kollektiv Salon Atelier besteht aus bildenden Künstler*innen, Musiker*innen und Schauspieler*innen. Gemeinsam schaffen sie für den Stadtspaziergang jeweils am Wochenende über zwei Stunden stille Szenen des Alltags, die als Tableaux Vivants (lebende Bilder) an verschiedene Handlungen erinnern, die uns in der Pandemie teilweise fremd geworden sind. Sie werden in der ersten Etage hinter den Schaufenstern dargestellt und spielen mit Entfremdung und Vertrautheit, mit Nähe und Distanz.

Angharad Williams *Ynys Môn, GB, lebt in Berlin & Ynys Mon
Questions, 2021

Angharad Williams verbindet in ihren Werken skulpturale, installative und textbasierte Elemente mit performativen Handlungen. Ihre Posterserie ,,Questions“ regt auf subtile Weise zum Nachdenken über Verhalten und soziale Strukturierungen an. Zunächst kaum merklich eingebettet in das grafische Rauschen urbaner Infrastruktur, ist Williams Arbeit eine subversive Geste, die elementare Fragen in den Raum wirft.

Wormhole
Between the lines, 2020 / Wormhole Special, 2021

Wormhole ist eine Zeitung junger Künstler*innen, die als mehrsprachige Plattform schriftliche und visuelle Inhalte vervielfältigt. Inspiration ist die soziale und politische Dimension des Zeitungsformats als ein Ort der Debatte, der kollektiven Wissensproduktion und der Subversion, der über Grenzen hinweg verbindet. Während between the lines Texte, Arbeiten und Ideen aus der Zeit des Lockdowns präsentiert, widmet sich das Special dem Wandel und der Politik des öffentlichen Raums und nimmt dabei auch Bezug zur Kampstraße.


Gefördert durch Sparkasse Dortmund, DEW21 und das Kulturbüro Dortmund.

Besonderer dank an die Stadt Dortmund, DSW21, Jaber International Group, GIS Akademie, BrandsUp und Base Camp.

Das Projekt ist mit einer Sondererlaubnis des Ordnungsamts der Stadt Dortmund genehmigt.

Baege 217070 ret Künstler*in ©

Laura Leppert

Laura Leppert arbeitet mit Film, Installation und Text. Ihre Installationen und filmischen Räume sind fragmentarisch konstruiert und befinden sich ständig in Bewegung.

Baege 217311 ret Künstler*in ©

Jessica Arseneau

Jessica Arseneau erforscht die Art und Weise, wie die menschliche Wahrnehmung und Subjektivität durch soziale Codes, die Kultur der Beschleunigung und den technologischen Fortschritt geprägt wird.