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Exhibition booklet
Uncanny Shifts. An exhibition close to Dortmund main station

Authors

Alisha Raissa Danscher, Britta Peters

Editors

Lea Marie Berner, Alisha Raissa Danscher, Sabine Funk, Britta Peters

Translations

Michelle Miles

Layout

Studio Yukiko

Year
2026
Download Booklet (PDF)

Familiar environments are changing, fundamental orders are shifting, and threatening events are repeating themselves: 

The uncanny could be considered a state that describes the prevailing mood of the present. While committed scientists are trying to find ways out of the global crises, feelings of fear and uncertainty are mixed with polemics, denial and rejection in the discourse fueled by authoritarian voices.

The exhibition Uncanny Shifts uses artistic means to address some ecological, social, and political interactions of our time. At various locations around Dortmund's main railway station, sculptural, installation and performative works interact with their surroundings. They encounter a complex present with new inventions, curiosity, prudence, beauty and melancholic analyses.

With Works by Ellinor Aurora Aasgaard & Zayne Armstrong, Anushka Chkheidze, Aleksandra Domanović, Kein schöner Archiv (Michael Annoff & Nuray Demir), Katrin Mayer, Hans Ostapenko with MNPL, Ziran Sha Pei, Joanna Piotrowska, Neda Saeedi, sakasaka, Silke Schönfeld, Transsolar, UH HUH HER, Driant Zeneli and The Troubadour by Ari Benjamin Meyers in co-production with Manifesta 16 Ruhr

Some projects were developed as part of the programme Zu Gast bei Urbane Künste Ruhr.
An exhibition by Urbane Künste Ruhr for the Ruhrtriennale 2026

Exhibition

  • Open Event

    © Heinrich Holtgreve

    Sa., 22.8. – So., 4.10.26View

    Uncanny Shifts

Worte an den Ohren, an der Haut, an der Zelle

Havîn Al-Sîndy

© Amina Falah

© Amina Falah

© Amina Falah

© Amina Falah

Auf dem Dortmunder Nordmarkt setzten sich zwei Skulpturen aus silikonartiger Textur und rätselhafter Silhouette das erste Mal in Bewegung – aufrecht, körperhaft und mit Mikrofonen versehen. Die über Sensoren gesteuerten Roboter haben mittels KI eines gelernt: das Lästern. Auch in Zukunft sollen Besucher*innen sich um sie versammeln, ihnen zuhören oder etwas zuflüstern können. So wird eine beiläufige, neugierige Öffentlichkeit allmählich in Gespräche verwickelt, die sie nicht vollständig kontrollieren kann. 

Die Roboter hat die Künstlerin Havîn Al-Sîndy in Kooperation mit Schüler*innen der Dortmunder Anne-Frank-Gesamtschule entwickelt. So ist Worte an den Ohren, an der Haut, an der Zelle Output eines Gestaltungsprozesses mit Jugendlichen, die ihre Stimmen, ihren Gossip, ihr Flüstern als Codes der Maschine geliehen haben. Zur Installation gehören auch eine sich durch Bewegung verändernde Bodenzeichnung und ein Film, der zwei aus Gips geformte Vögel in der Natur zeigt. 

Al-Sîndys Praxis kreist um immaterielle Archive – Erinnerungen, Körperwissen, kollektive Gedächtnisse – als fragile, widersprüchliche, doch wirkmächtige Formen von Wissen, und die Frage, wie sie weitergegeben, überschrieben oder verdrängt werden. Das Lästern ist dabei weit mehr als Klatsch: Es ist eine der ältesten Formen der informellen Sprachübertragung, eine des Widerstands für jene, denen offizielle Sprache verwehrt bleibt, eine Form der Oral History, die auf Marktplätzen und Hinterhöfen überlebt. Aber es ist auch ein Instrument der Mächtigen und der Manipulation: Sogar Amtsträger*innen verspotten heute öffentlich, das politische Gebaren scheint irrationaler zu werden. 

Die Frage, die Al-Sîndys Skulpturen stellen, ist also keine technische, sondern eine politische: Was geht verloren, wenn Sprache übersetzt, archiviert, codiert und automatisiert wird – und wessen Sprache war es überhaupt? 

Artist

Open Artsit

Havîn Al-Sîndy

Havîn Al-Sîndy works in Kurdistan and Germany. Her artistic practice moves between performance, sculpture, painting, and moving images.  

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