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Opening Between Creating and Collecting

©Heinrich Holtgreve

22.8.25, 16 h

Address

Garten der Erinnerungen
47051 Duisburg

The exhibition Between Creating and Collecting. Exploring Duisburg’s Inner Harbour. presents primarily new sculptural, conceptual, performative, and audio-visual works by international artists who provide a contemporary perspective on the inner harbour while exploring processes of creating, overlaying and failure. 

The official opening will take place on Friday, 22.8. at 16 h. Speakers: Edeltraud Klabuhn, 1st Mayor of the Ciy of Duisburg, Ivo Van Hove, Artistic Director of Ruhrtriennale and Britta Peters, Artistic Director of Urbane Künste Ruhr.

The exhibition is open from 12 h. In the course of the day, performances and furtther programme take place.

Related Events

  • Open Event
    Fr., 22.8.25, 13 hView

    Activation of the excavation with Stella Flatten

  • Open Event
    Fr., 22.8.25, 14–15 hView

    Marlin de Haan: Practising Apocalypse

  • Open Event

    © Arhun Aksakal

    Fr., 22.8.25, 17:30–18 hView

    Arhun Aksakal: EUROGATE 

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  • Open Event
    Fr., 22.8. – So., 5.10.25View

    Between Creating and Collecting

Worte an den Ohren, an der Haut, an der Zelle

Havîn Al-Sîndy

© Amina Falah

© Amina Falah

© Amina Falah

© Amina Falah

Auf dem Dortmunder Nordmarkt setzten sich zwei Skulpturen aus silikonartiger Textur und rätselhafter Silhouette das erste Mal in Bewegung – aufrecht, körperhaft und mit Mikrofonen versehen. Die über Sensoren gesteuerten Roboter haben mittels KI eines gelernt: das Lästern. Auch in Zukunft sollen Besucher*innen sich um sie versammeln, ihnen zuhören oder etwas zuflüstern können. So wird eine beiläufige, neugierige Öffentlichkeit allmählich in Gespräche verwickelt, die sie nicht vollständig kontrollieren kann. 

Die Roboter hat die Künstlerin Havîn Al-Sîndy in Kooperation mit Schüler*innen der Dortmunder Anne-Frank-Gesamtschule entwickelt. So ist Worte an den Ohren, an der Haut, an der Zelle Output eines Gestaltungsprozesses mit Jugendlichen, die ihre Stimmen, ihren Gossip, ihr Flüstern als Codes der Maschine geliehen haben. Zur Installation gehören auch eine sich durch Bewegung verändernde Bodenzeichnung und ein Film, der zwei aus Gips geformte Vögel in der Natur zeigt. 

Al-Sîndys Praxis kreist um immaterielle Archive – Erinnerungen, Körperwissen, kollektive Gedächtnisse – als fragile, widersprüchliche, doch wirkmächtige Formen von Wissen, und die Frage, wie sie weitergegeben, überschrieben oder verdrängt werden. Das Lästern ist dabei weit mehr als Klatsch: Es ist eine der ältesten Formen der informellen Sprachübertragung, eine des Widerstands für jene, denen offizielle Sprache verwehrt bleibt, eine Form der Oral History, die auf Marktplätzen und Hinterhöfen überlebt. Aber es ist auch ein Instrument der Mächtigen und der Manipulation: Sogar Amtsträger*innen verspotten heute öffentlich, das politische Gebaren scheint irrationaler zu werden. 

Die Frage, die Al-Sîndys Skulpturen stellen, ist also keine technische, sondern eine politische: Was geht verloren, wenn Sprache übersetzt, archiviert, codiert und automatisiert wird – und wessen Sprache war es überhaupt? 

Artist

Open Artsit

Havîn Al-Sîndy

Havîn Al-Sîndy works in Kurdistan and Germany. Her artistic practice moves between performance, sculpture, painting, and moving images.  

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