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Königsgrube

© Henning Rogge

© Henning Rogge

© Henning Rogge

Adresse

Hofstraße 24
44651 Herne

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Ein ehemaliges Pumpwerk einer stillgelegten Zeche wird zur Installation, der Name bleibt und klingt verheißungsvoll: Königsgrube. Vergangenheit und Zukunft bestimmen Markus Jeschaunigs Arbeit, in der er Fragmente des abgebrochenen Gebäudes in eine hybride Landschaft verwandelt.

Von 1860 bis 1967 war der Steinkohleabbau der Zeche Königsgrube in Herne-Röhlinghausen überaus ertragreich, dann war das schwarze Gold gehoben, die Erde blieb ausgelaugt und durchlöchert mit Bergsenkungen bis zu zehn Metern zurück. Das Pumpwerk hatte die Aufgabe, die Abwässer der umliegenden Gemeinden in den Hüller Bach und von dort in die Emscher zu leiten. Mit dem Ende des Kohleabbaus wurde eine unterirdische Entsorgung möglich und das Pumpwerk stillgelegt.
Jetzt wird das Pumpwerk abgerissen. Auf dem dann teils verfüllten Fundament lässt der Künstler Markus Jeschaunig eine Installation entstehen, die verschiedene Elemente des Gebäudes skulptural integriert: Ein Teil einer Treppe wird erhalten, drei Rohre bilden einen solarbetriebenen Brunnen, aus dem Wassertropfen und Klänge zu hören sind. Es entsteht ein Bruchwald, ein Biotop aus sechs vorgezogenen Schwarzerlen, das es feucht mag und an die Auenlandschaften entlang der Emscher in vorindustriellen Zeiten erinnert. Auf dem befestigten Vorplatz kann Regenwasser über Rinnen in einer Zisterne aufgefangen werden und ermöglicht zusammen mit einer Photovoltaik-Pergola einen komplett autarken Betrieb.
Als künstlerisch überformte Ruine weist Jeschaunigs Werk sowohl auf die großartigen Technologien als auch auf die enorme ökologische Zerstörung hin, die der Bergbau mit sich brachte, und zeigt gleichzeitig einen Weg auf, wie neues Leben und klimapositive Orte in der Stadt entstehen können.

Künstler

Open Artsit

© Daniel Sadrowski

Markus Jeschaunig

Im Rahmen Markus Jeschaunigs künstlerischer Tätigkeit Agency in Biosphere entstanden zahlreiche internationale Arbeiten, die sich im Spannungsfeld von Bildender Kunst, Naturwissenschaften, Ökologie und Aktivismus bewegen.

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Termine

  • Open Event
    Gruppe von Radfahrer*innen auf einer Tour entlang des Emscherkunstwegs. Die Radfahrer*innen fahren auf einem asphaltierten Weg neben einem Fluss unter einer Autobahnbrücke hindurch, umgeben von grüner Landschaft.

    © Daniel Sadrowski

    So., 30.3.25, 12:30–15 Uhrmehr

    Radtour zur Eröffnung von Königsgrube

  • Open Event
    Das ehemalige Pumpwerk Königsgrube von Markus Jeschaunig wird in einer winterlichen Landschaft gezeigt, die seine grünen Industrieelemente und historische Bedeutung hervorhebt.

    © Daniel Sadrowski

    So., 30.3.25, 15 Uhrmehr

    Eröffnung Königsgrube

Werne

Begleitet wird die Grand Snail Tour von Künstler*innen aus dem Bereich Literatur, Fotografie und Zeichnung, die zeitgleich zum Aufenthalt des Tourmobils, Eindrücke und Reflexionen aus jeweils derselben Stadt sammeln und diese sie visuell oder literarisch ins Bild setzen. So entsteht ein Paratext zur 3-jährigen Tour, der in Form einer Reisechronik, ein Kaleidoskop an Geschichten, Verbindungen, Momentaufnahmen in den 53 Städten der Region als Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten zur Grand Snail Tour sichtbar werden lässt.

Werne von Franziska Klose

01 Werne Südmauer

02 Werne Sparkasse

03 Werne Hinterhof

04 Werne Friedhof

05 Werne Hornebachbrücke

06 Werne Lippewehr

07 Werne MaisFeld

08 Werne Kloster

09 Werne Sparkasse

10 Werne Bahnhof

Städte sind Cohabitate – artenübergreifende Lebensräume, urbane Biotope. 

In Werne gelten meine Blicke und Bilder der urbanen Flora und ihrer Habitate: Baustellen, Hinterhöfe, Fassadengrün, Blumenkübel, Brachflächen, Wasserläufe, Maisfelder, Blumenampeln, Steingärten und gleich bei meiner Ankunft die „Beete" aus Gleisschotter mit Ruderalpflanzen.

01 Werne Südmauer
Hauseingang mit Baugerüst, Fußmatte, Straßenschild, Lampenmast und Blümenkübel, darin mit Lebensbaum (Thuja) und Zwergmispel (Cotoneaster)

02 Werne Sparkasse
Hausfassade, Fahrradständer und diverse Blumenkübel mit Eibe (Taxus baccata), Pelargonie (Pelargonium), Ysander (Pachysandra), Buchsbaum (Buxus sempervirens) und Efeu (Hedera helix) sowie Gemüse-Gänsedistel (Sonchus oleraceus) und Hornklee (Lotus)

03 Werne Hinterhof
Gekachelte Hauswand, florales Fenstergitter und Blumentrog mit Immergrüner Kriech-Heckenkirsche (Lonicera pileata) und Ilex (Ilex aquifolium)

04 Werne Friedhof
Apfel (Malus), aufgespießt auf einem Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris), dahinter Ampfer (Rumex), Große Brennnessel (Urtica dioica) und Haselnuss (Corylus avellana)

05 Werne Hornebachbrücke
Geländer an der Hornebach-Brücke, Gewöhnliche Kastanie (Aesculus hippocastanum), Sommerlinde (Tilia platyphyllos), Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) und Esche (Fraxinus excelsior)

06 Werne Lippewehr
Am Lippe-Ufer, Gräser (Poa), Schwertlilie (Iridaceae), Flatterbinse (Juncus effusus), Wasserminze (Mentha aquatica), Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), Ulme (Ulmus), Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium), Zottiges Weidenröschen (Epilobium hirsutum), Ackerwinde (Convolvulus arvensis), Weiderich (Lythrum) und Weiden (Salix) in Hintergrund

07 Werne MaisFeld
Maisfeld (Zea mays) mit Weißem Gänsefuß (Chenopodium album) und Rauhaarigem Amarant (Amaranthus retroflexus)

08 Werne Kloster
Blumenampel mit Petunien (Penunia), Pelargonien (Pelargonium) und Kleinblütiger Bergminze (Clinopodium nepeta)

09 Werne Sparkasse
Steingarten mit kleinem Brunnen, Japanischem Ahorn (Acer japonicum), Ilex (Ilex aquifolium), Vogelmiere (Stellaria media), Kanadischer Goldrute (Solidago canadensis) und Moosen

10 Werne Bahnhof
Angelegte Beete am Bahnsteig: Gleisschotter mit typischer Spontanvegetation/Wildwuchs: Rainfarn (Tanacetum vulgare), Wilde Möhre (Daucus carota), Stinkender Storchschnabel (Geranium robertianum), Kompass-Lattich (Lactuca serriola), Löwenzahn (Taraxacum officinale), Mäusegerste (Hordeum murinum), Kriech-Quecke (Elymus repens), Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), Blauer Natternkopf (Echium vulgare), Spitzwegerich (Plantago lanceolata), Vogelmiere (Stellaria media), Wiesen-Knäuelgras (Dactylis glomerata), Wilder Hafer (Avena fatua), Jacobs-Greiskraut (Senecio erucifolius) und Flechten

Stops

Open "Werne"
Bildschirm mit historischen Fotos des Freibads Letzigraben in Zürich, gesehen aus dem Wasser.

© Daniel Sadrowski

24.7.25, 16–21 Uhr

Abhängen in Werne

Werne

Künstler*in

Open Artsit

© Camilo Pachón

Franziska Klose

Franziska Klose (* 1977) ist Künstlerin und Fotografin. Seit 2010 arbeitet sie zu postindustriellen Landschaften und zeitgenössischer Natur. 

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