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The Troubadour

© Daniel Sadrowski

10.8. – 10.9.26

Adresse

Unterschiedliche Orte im Ruhrgebiet, unter anderem in der Dortmunder Innenstadt

Der Troubadour, performt von der Singer-Songwriterin und Schauspielerin Riah Knight, reist einen Monat lang durch das Ruhrgebiet – von Bochum nach Dortmund, von Duisburg nach Essen. Begleitet von ihrem Assistenten, the Juggler, begegnet die Troubadour-Figur Menschen, tauscht Geschichten aus, wandert umher und findet sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurecht, während sie nach Orten zum Verweilen sucht. Unterwegs schreibt und singt Riah Knight eigene Songs und kombiniert die Musik, die Ari Benjamin Meyers vorab für das Projekt komponiert hat, mit neuem Material. Inspiriert von den umherziehenden Balladensänger*innen des Mittelalters, ist das Projekt sowohl eine Langzeitperformance als auch ein soziales Experiment. Was an einem Ort gehört, erlebt und ausgetauscht wird, wird an den nächsten Ort weitergetragen. Wie wird diese vermeintlich „Unbekannte Reisende“ in jeder Stadt, die sie besucht, behandelt? Welche Art von Musik wird ihre Reise durch die Region hervorbringen?

Ari Benjamin Meyers (lebt und arbeitet in Berlin) ist Künstler und Komponist und entwickelt Strukturen und Prozesse, die die performative, soziale und vergängliche Natur der Musik neu definieren. Er erhielt seine Ausbildung zum Dirigenten und Komponisten an der Juilliard School, der Yale University und dem Peabody Institute. Seine Arbeit wurde seitdem bei zahlreichen Institutionen, Festivals und Biennalen weltweit präsentiert. Derzeit ist Ari Benjamin Meyers Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. 

Riah Knight ist eine in Berlin lebende romni-britische Künstlerin. Ihre interdisziplinäre Praxis umfasst Schauspiel, Musik, Schreiben und Dramaturgie.

Performance The Troubadour: Riah Knight
Assistenz / The Juggler: Christian Löffel

The Troubadour von Ari Benjamin Meyers ist eine Koproduktion von Urbane Künste Ruhr und der Manifesta 16 Ruhr im Rahmen der Ausstellung Unheimliche Verschiebungen. Eine Ausstellung von Urbane Künste Ruhr zur Ruhrtriennale 2026.

Ausstellung

  • Open Event

    © Heinrich Holtgreve

    Sa., 22.8. – So., 4.10.26mehr

    Unheimliche Verschiebungen

Weitere Veranstaltungen

  • Open Event

    © Yusuke Mori, Foto: Erdem Akkaya

    Do., 10.9.26, 19–21 Uhrmehr

    The Troubadour’s Farewell

  • Open Event

    © Yusuke Mori, Foto: Erdem Akkaya

    Sa., 19.9.26, 19–21 Uhrmehr

    Troubadour, The Epilogue

Local Blackouts

Lütfiye Güzel

Eine Person mit brauner Lederjacke betrachtet eine große, gedruckte Zeitung auf einem Aufsteller mit der Überschrift 'Wesel'.

© Daniel Sadrowski

Ein Schild mit einer abstrahierten Zeitungsgestaltung mit wenig Text.

© Heinrich Holtgreve

Ausgangsmaterial ist ein besonders kurzweiliges Format aus dem Alltag: die Tageszeitung. Lütfiye Güzel, Poetin aus Duisburg und Vertreterin eines konsequent selbstverlegten, körpernahen Schreibens, lässt sich für die Grand Snail Tour von Projektpartner*innen und Passant*innen Lokalzeitungen und -beilagen aus den zu bereisenden Städten zusenden. Aus diesen Dokumenten erzeugt Güzel durch gezieltes Ausstreichen und Schwärzen von Textpassagen insgesamt 53 Gedichte — Local Blackouts —, die auf Aufstellern an jeder Station veröffentlicht werden.

Die Methode der Blackout Poetry ist eine Form der Found Poetry und wird bei Güzel zum politischen Akt. Das Schwärzen zitiert die Logik der Zensur, kehrt sie aber um, denn das unkenntlich Machen hat nicht Unterdrückung, sondern Verdichtung zum Ziel: Was bleibt, wenn der redaktionelle Lärm verschwindet? Lyrische Miniaturen, die in ihrer Knappheit dem Haiku ähnlich ist. Güzels Entscheidung, diese Textarbeiten im öffentlichen Raum zu zeigen, stellt zudem implizit die Frage: Für wen werden solche Texte geschrieben, und wer kommt darin vor?

Lokalzeitungen sind ein ambivalentes Medium. Sie fördern und informieren Nachbarschaften jenseits von Social Media — doch die Sprache und Nachrichtenauswahl ist häufig hetzerisch und vereinfachend. Tatsache ist, dass Lokalzeitungen an Bedeutung und finanzielle Unterstützung verlieren. Güzels Aneignung bewahrt und befragt dieses Erbe zugleich. Präsentiert auf herkömmlichen Presseaufstellern verleiht ihre Arbeit der Grand Snail Tour ein vertrautes Erscheinungsbild von regionaler Kultur und überführt diese gleichzeitig in die poetische Abstraktion.

Künstler*in

Open Artsit

©Ben Knabe

Lütfiye Güzel

Lütfiye Güzel ist Dichterin und bringt seit 2014 Gedichte unter ihrem eigenen Label go-güzel-publishing heraus.

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