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Unheimliche Verschiebungen

© Heinrich Holtgreve

22.8. – 4.10.26
Mi – So
11–18 Uhr

Adresse

Ev. Stadtkirche Sankt Petri und Weitere
Westenhellweg / Petrikirchhof 1
44137 Dortmund

Barrierefreiheit

Eine Ausstellung rund um den Dortmunder Hauptbahnhof

Mit Werken von Ellinor Aurora Aasgaard & Zayne Armstrong, Anushka Chkheidze, Aleksandra Domanović, Kein schöner Archiv (Michael Annoff & Nuray Demir), Katrin Mayer, Hans Ostapenko mit MNPL, Ziran Sha Pei, Joanna Piotrowska, Neda Saeedi, sakasaka, Silke Schönfeld, Transsolar, UH HUH HER, Driant Zeneli und The Troubadour von Ari Benjamin Meyers in Koproduktion mit der Manifesta 16 Ruhr

Vertraute Lebensräume verändern sich, grundlegende Ordnungen verschieben und bedrohliche Ereignisse wiederholen sich: Das Unheimliche könnte als ein Zustand gelten, der die Grundstimmung der Gegenwart beschreibt. Während engagierte Wissenschaftler*innen disziplinübergreifend versuchen, Wege aus den globalen Krisen zu finden, vermischen sich im durch autoritäre Stimmen angeheizten Diskurs Gefühle von Angst und Verunsicherung mit Polemisierung, Verleugnung und Abwehr.

Die Ausstellung Unheimliche Verschiebungen widmet sich mit künstlerischen Mitteln ökologischen, sozialen und politischen Wechselwirkungen unserer Zeit. An Standorten rund um den Dortmunder Hauptbahnhof treten skulpturale, installative und performative Arbeiten mit ihrer Umgebung in Beziehung. Sie begegnen einer komplexen Gegenwart mit neuen Erfindungen, Neugier, Umsicht, Schönheit und melancholischen Analysen.

Einige Projekte wurden im Rahmen des Programms Zu Gast bei Urbane Künste Ruhr entwickelt.
Eine Ausstellung von Urbane Künste Ruhr zur Ruhrtriennale 2026

Dein Besuch

Die Ausstellung findet an unterschiedlichen Orten statt, diese sind vom Hauptbahnhof fußläufig erreichbar. Der Zugang ist für Rollstuhlfahrer*innen mit Ausnahmen geeignet. Wenn du Fragen hast, hilft dir unser Team vor Ort an mehreren Standorten und am Infostand in der Fußgängerzone am Westenhellweg/Petrikirchplatz. Zur Orientierung liegt vor Ort außerdem Infomaterial aus.

Lageplan downloaden (PDF)
Standorte bei Google Maps anzeigen

Audiotour zur Ausstellung: hier anhören

Anfahrt mit dem ÖPNV
Dortmund Hbf oder U-Bahn-Linien U 41, U 45, U 47, U 49 bis Haltestelle Kampstraße.

Anfahrt mit dem PKW
DOPARK Tiefgarage Westentor
Navigation: Schmiedingstr. 10, 44137 Dortmund

A Aleksandra Domanović: Dortmunder Hauptbahnhof, Königswall 15, 44137 Dortmund
B Neda Saeedi: Max-Von-Der-Grün-Platz 5, 44137 Dortmund
C Hans Ostapenko mit MNPL: Fußgängerzone zwischen Café Bernstein & Sparkasse Dortmund
D Kein Schöner Archiv, Transsolar, Anushka Chkheidze, Joanna Piotrowska, Ziran Sha Pei: Ev. Stadtkirche Sankt Petri: Westenhellweg/ Petrikirchhof 1, 44137 Dortmund
E Ellinor Aurora Aasgaard & Zayne Armstrong, Silke Schönfeld, Driant Zeneli, sakasaka: Ehemaliges Optikergeschäft, Hansastraße 26-28, 44137 Dortmund
F Katrin Mayer: HANS C: Hansastraße 6-12, 44137 Dortmund
G Kein schöner Archiv (Michael Annoff & Nuray Demir): Dietrich-Keuning-Haus: Leopoldstraße 50-58, 44147 Dortmund
H Tingling Earth – Schauer unter der Haut der Erde🔥: Künstler*innenhaus Dortmund: Sunderweg 1, 44147 Dortmund
I UH HUH HER: Lautsprecher im Dortmunder U Etage 4, Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund


Künstlerische Leitung:

Britta Peters

Kuratorinnen:

Alisha Raissa Danscher und Britta Peters

Booklet

Open Publication

Booklet zur Ausstellung

Die Ausstellung Unheimliche Verschiebungen widmet sich mit künstlerischen Mitteln ökologischen, sozialen und politischen Wechselwirkungen unserer Zeit. An Standorten rund um den Dortmunder Hauptbahnhof treten skulpturale, installative und performative Arbeiten mit ihrer Umgebung in Beziehung. Sie begegnen einer komplexen Gegenwart mit neuen Erfindungen, Neugier, Umsicht, Schönheit und melancholischen Analysen.

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Programm

  • Open Event
    Do., 3.9.26, 18 Uhrmehr

    Die Geschichte der ruhigen Wolke (WIP)

  • Open Event
    Fr., 4.9.26, 18 Uhrmehr

    Die Geschichte der ruhigen Wolke (WIP)

  • Open Event

    © Daniel Sadrowski

    Mo., 10.8. – Do., 10.9.26mehr

    The Troubadour

Local Blackouts

Lütfiye Güzel

Eine Person mit brauner Lederjacke betrachtet eine große, gedruckte Zeitung auf einem Aufsteller mit der Überschrift 'Wesel'.

© Daniel Sadrowski

Ein Schild mit einer abstrahierten Zeitungsgestaltung mit wenig Text.

© Heinrich Holtgreve

Ausgangsmaterial ist ein besonders kurzweiliges Format aus dem Alltag: die Tageszeitung. Lütfiye Güzel, Poetin aus Duisburg und Vertreterin eines konsequent selbstverlegten, körpernahen Schreibens, lässt sich für die Grand Snail Tour von Projektpartner*innen und Passant*innen Lokalzeitungen und -beilagen aus den zu bereisenden Städten zusenden. Aus diesen Dokumenten erzeugt Güzel durch gezieltes Ausstreichen und Schwärzen von Textpassagen insgesamt 53 Gedichte — Local Blackouts —, die auf Aufstellern an jeder Station veröffentlicht werden.

Die Methode der Blackout Poetry ist eine Form der Found Poetry und wird bei Güzel zum politischen Akt. Das Schwärzen zitiert die Logik der Zensur, kehrt sie aber um, denn das unkenntlich Machen hat nicht Unterdrückung, sondern Verdichtung zum Ziel: Was bleibt, wenn der redaktionelle Lärm verschwindet? Lyrische Miniaturen, die in ihrer Knappheit dem Haiku ähnlich ist. Güzels Entscheidung, diese Textarbeiten im öffentlichen Raum zu zeigen, stellt zudem implizit die Frage: Für wen werden solche Texte geschrieben, und wer kommt darin vor?

Lokalzeitungen sind ein ambivalentes Medium. Sie fördern und informieren Nachbarschaften jenseits von Social Media — doch die Sprache und Nachrichtenauswahl ist häufig hetzerisch und vereinfachend. Tatsache ist, dass Lokalzeitungen an Bedeutung und finanzielle Unterstützung verlieren. Güzels Aneignung bewahrt und befragt dieses Erbe zugleich. Präsentiert auf herkömmlichen Presseaufstellern verleiht ihre Arbeit der Grand Snail Tour ein vertrautes Erscheinungsbild von regionaler Kultur und überführt diese gleichzeitig in die poetische Abstraktion.

Künstler*in

Open Artsit

©Ben Knabe

Lütfiye Güzel

Lütfiye Güzel ist Dichterin und bringt seit 2014 Gedichte unter ihrem eigenen Label go-güzel-publishing heraus.

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