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Emscherkunstweg

Der Emscherkunstweg ist eine öffentliche Kunstsammlung entlang der Emscher. Das Kooperationsprojekt wird von Urbane Künste Ruhr (bis 30.9.2025), der Emschergenossenschaft und dem Regionalverband Ruhr umgesetzt und steht unter der Schirmherrschaft von Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Hervorgegangen ist die öffentliche Kunstsammlung aus dem temporären Ausstellungsformat Emscherkunst, das seit 2010 den Emscher-Umbau durch die Emschergenossenschaft begleitet hat. Anlässlich der Kulturhauptstadt RUHR.2010 wurde die Emscherkunst initiiert und anschließend als Triennale weitergeführt. Seit 2019 ist der Emscherkunstweg ein permanenter Skulpturenweg und damit ein nachhaltiges Ausstellungsformat für die Region. Zu den bereits bestehenden Arbeiten kamen fünf Neuproduktionen hinzu. Konzipiert wurde die Erweiterung von Britta Peters, Künstlerische Leiterin von Urbane Künste Ruhr, zusammen mit der Kuratorin Marijke Lukowicz.

Open "Neustadt"
Die Künstler*innen Marta Dyachenko und Julius von Bismarck sitzen gemeinsam mit der künstlerischen Leiterin Britta Peters vor Neustadt, einer Miniaturstadt aus Modellen abgerissener Gebäude des Ruhrgebiets.

© Daniel Sadrowski

Neustadt

Duisburg

Insgesamt 23 Skulpturen bilden eine fiktive Stadt, die sich im Maßstab 1:25 aus verschiedenen realen Gebäuden zusammensetzt, die seit der Jahrtausendwende im Ruhrgebiet abgerissen wurden.

Open "Königsgrube"

© Henning Rogge

Königsgrube

Herne

Ein ehemaliges Pumpwerk einer stillgelegten Zeche wird zur Installation, der Name bleibt und klingt verheißungsvoll: Königsgrube.

Open "Pool Lines"
Die Skulptur Pool Lines von Sofía Táboas besteht aus zwei großen dreieckigen Strukturen, die mit schimmernden grünen Mosaikfliesen verkleidet sind und sich harmonisch in die Umgebung einfügen.

© Henning Rogge

Pool Lines

Dortmund

Zwei große Dreiecke bilden zusammen eine dritte Dreiecksform, ihre hüfthohen Mauern sind etwa einen Meter breit, verjüngen sich und fallen zum Boden hin ab.

Open "Emscher Folly"
Emscher Folly, eine Fahrradbügel-Skulptur von Nicole Wermers, besteht aus über 50 arrangierten Fahrrädern in Dreiecksform und symbolisiert Mobilität und den Wandel urbaner Räume im Ruhrgebiet.

© Henning Rogge

Emscher Folly

Duisburg

Die Künstlerin Nicole Wermers hat aus über 50 Fahrrädern und einem von ihr gestalteten Fahrradständer in Dreiecksform eine Skulptur geschaffen.

Open "Public Hybrid"
Die Installation Public Hybrid von David Jablonowski umfasst mehrere Sandstein- und Kunststoffskulpturen, deren kräftige Farben und unregelmäßige Formen wie künstliche Felsformationen wirken.

© Heinrich Holtgreve

Public Hybrid

Dortmund

Für den Emscherkunstweg hat der Künstler David Jablonowski aus Sandstein und 3D-Druck-Technik eine hybride skulpturale Installation geschaffen.

Local Blackouts

Lütfiye Güzel

Eine Person mit brauner Lederjacke betrachtet eine große, gedruckte Zeitung auf einem Aufsteller mit der Überschrift 'Wesel'.

© Daniel Sadrowski

Ein Schild mit einer abstrahierten Zeitungsgestaltung mit wenig Text.

© Heinrich Holtgreve

Ausgangsmaterial ist ein besonders kurzweiliges Format aus dem Alltag: die Tageszeitung. Lütfiye Güzel, Poetin aus Duisburg und Vertreterin eines konsequent selbstverlegten, körpernahen Schreibens, lässt sich für die Grand Snail Tour von Projektpartner*innen und Passant*innen Lokalzeitungen und -beilagen aus den zu bereisenden Städten zusenden. Aus diesen Dokumenten erzeugt Güzel durch gezieltes Ausstreichen und Schwärzen von Textpassagen insgesamt 53 Gedichte — Local Blackouts —, die auf Aufstellern an jeder Station veröffentlicht werden.

Die Methode der Blackout Poetry ist eine Form der Found Poetry und wird bei Güzel zum politischen Akt. Das Schwärzen zitiert die Logik der Zensur, kehrt sie aber um, denn das unkenntlich Machen hat nicht Unterdrückung, sondern Verdichtung zum Ziel: Was bleibt, wenn der redaktionelle Lärm verschwindet? Lyrische Miniaturen, die in ihrer Knappheit dem Haiku ähnlich ist. Güzels Entscheidung, diese Textarbeiten im öffentlichen Raum zu zeigen, stellt zudem implizit die Frage: Für wen werden solche Texte geschrieben, und wer kommt darin vor?

Lokalzeitungen sind ein ambivalentes Medium. Sie fördern und informieren Nachbarschaften jenseits von Social Media — doch die Sprache und Nachrichtenauswahl ist häufig hetzerisch und vereinfachend. Tatsache ist, dass Lokalzeitungen an Bedeutung und finanzielle Unterstützung verlieren. Güzels Aneignung bewahrt und befragt dieses Erbe zugleich. Präsentiert auf herkömmlichen Presseaufstellern verleiht ihre Arbeit der Grand Snail Tour ein vertrautes Erscheinungsbild von regionaler Kultur und überführt diese gleichzeitig in die poetische Abstraktion.

Künstler*in

Open Artsit

©Ben Knabe

Lütfiye Güzel

Lütfiye Güzel ist Dichterin und bringt seit 2014 Gedichte unter ihrem eigenen Label go-güzel-publishing heraus.

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