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Aktivierung der Grabung mit Stella Flatten

© Stella Flatten

22.8.25, 13 Uhr

Adresse

Grünfläche am Koblenzer Turm
Altstadtpark
47051 Duisburg

Mitten im Duisburger Innenhafen lädt die Künstlerin Stella Flatten mit ihrem Projekt Die Halde/ The Dump in einer für die Ausstellung Zwischen Erfinden und Erfassen geschaffenen Ausgrabungsstätte zu einem gemeinschaftlichen Prozess des Grabens ein. Die körperliche Aktivität des Grabens – als Akt der Teilhabe und Werkzeug der Reflexion – setzt uns mit uns selbst, unserer Geschichte, Erinnerung sowie der unmittelbaren Umgebung in Verbindung. In den Workshops begeben wir uns auf die Suche nach vergrabenen Bedeutungen und kommen darüber ins Gespräch, wie Verborgenes sichtbar gemacht werden kann. Während der Ausstellungslaufzeit werden außerdem Gegenstände gesammelt, die am Ende des Projekts in einer Zeitkapsel gemeinsam vergraben werden.

Termine

  • Aktivierung der Grabung mit Stella Flatten

    • 22.8.25, 13 Uhr
    • Workshop
    • Duisburg

    Keine Anmeldung notwendig

Ausstellung

  • Open Event

    © Katja Illner

    Fr., 22.8. – So., 5.10.25mehr

    Zwischen Erfinden und Erfassen

Weitere Veranstaltungen

  • Open Event

    © Heinrich Holtgreve

    Fr., 22.8.25, 16 Uhrmehr

    Eröffnung Zwischen Erfinden und Erfassen

Workshops

  • Open Event
    Fr., 29.8.25, 16–18 Uhrmehr

    Parkour-Workshop für Kinder zwischen 8 und 14 Jahren

  • Open Event

    © Stella Flatten

    Fr., 5.9.25, 16–18 Uhrmehr

    Grabungs-Workshop mit Stella Flatten für Kinder ab 6 und Erwachsene

  • Open Event

    © Stella Flatten

    Sa., 6.9.25, 16–18 Uhrmehr

    Grabungs-Workshop mit Stella Flatten für Kinder ab 3 Jahren

Local Blackouts

Lütfiye Güzel

Eine Person mit brauner Lederjacke betrachtet eine große, gedruckte Zeitung auf einem Aufsteller mit der Überschrift 'Wesel'.

© Daniel Sadrowski

Ein Schild mit einer abstrahierten Zeitungsgestaltung mit wenig Text.

© Heinrich Holtgreve

Ausgangsmaterial ist ein besonders kurzweiliges Format aus dem Alltag: die Tageszeitung. Lütfiye Güzel, Poetin aus Duisburg und Vertreterin eines konsequent selbstverlegten, körpernahen Schreibens, lässt sich für die Grand Snail Tour von Projektpartner*innen und Passant*innen Lokalzeitungen und -beilagen aus den zu bereisenden Städten zusenden. Aus diesen Dokumenten erzeugt Güzel durch gezieltes Ausstreichen und Schwärzen von Textpassagen insgesamt 53 Gedichte — Local Blackouts —, die auf Aufstellern an jeder Station veröffentlicht werden.

Die Methode der Blackout Poetry ist eine Form der Found Poetry und wird bei Güzel zum politischen Akt. Das Schwärzen zitiert die Logik der Zensur, kehrt sie aber um, denn das unkenntlich Machen hat nicht Unterdrückung, sondern Verdichtung zum Ziel: Was bleibt, wenn der redaktionelle Lärm verschwindet? Lyrische Miniaturen, die in ihrer Knappheit dem Haiku ähnlich ist. Güzels Entscheidung, diese Textarbeiten im öffentlichen Raum zu zeigen, stellt zudem implizit die Frage: Für wen werden solche Texte geschrieben, und wer kommt darin vor?

Lokalzeitungen sind ein ambivalentes Medium. Sie fördern und informieren Nachbarschaften jenseits von Social Media — doch die Sprache und Nachrichtenauswahl ist häufig hetzerisch und vereinfachend. Tatsache ist, dass Lokalzeitungen an Bedeutung und finanzielle Unterstützung verlieren. Güzels Aneignung bewahrt und befragt dieses Erbe zugleich. Präsentiert auf herkömmlichen Presseaufstellern verleiht ihre Arbeit der Grand Snail Tour ein vertrautes Erscheinungsbild von regionaler Kultur und überführt diese gleichzeitig in die poetische Abstraktion.

Künstler*in

Open Artsit

©Ben Knabe

Lütfiye Güzel

Lütfiye Güzel ist Dichterin und bringt seit 2014 Gedichte unter ihrem eigenen Label go-güzel-publishing heraus.

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