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Katrin Winkler

©Roland Baege

Katrin Winkler (*1983) is an artist and filmmaker based in Berlin. She work in the fields of expanded cinema, critical research, photography and video. How history is in-/visible and entangled with the contemporary moment is a reocurring theme in her artistic practice. She holds a BFA in Photography from the University of Applied Sciences, Munich. She was a student assistant at the Katutura Community Art Center, Windhoek, Namibia and the City Varsity, Cape Town, South Africa. She studied Media Arts/ Mass Media research and Art in Public Media Space with Günther Selichar and finsihed the Master Class Programme with Clemens von Wedemeyer at the Academy of Fine Arts, Leipzig. And she studied Photography&Media&Integrated Media (MFA) amongst others with Allan Sekula, Ashley Hunt, Michelle Dizon and Billy Woodberry in the MFA Programme at the California Institute of the Arts, Los Angeles. Her works have been shown internationally.

Worte an den Ohren, an der Haut, an der Zelle

Havîn Al-Sîndy

© Amina Falah

© Amina Falah

© Amina Falah

© Amina Falah

Auf dem Dortmunder Nordmarkt setzten sich zwei Skulpturen aus silikonartiger Textur und rätselhafter Silhouette das erste Mal in Bewegung – aufrecht, körperhaft und mit Mikrofonen versehen. Die über Sensoren gesteuerten Roboter haben mittels KI eines gelernt: das Lästern. Auch in Zukunft sollen Besucher*innen sich um sie versammeln, ihnen zuhören oder etwas zuflüstern können. So wird eine beiläufige, neugierige Öffentlichkeit allmählich in Gespräche verwickelt, die sie nicht vollständig kontrollieren kann. 

Die Roboter hat die Künstlerin Havîn Al-Sîndy in Kooperation mit Schüler*innen der Dortmunder Anne-Frank-Gesamtschule entwickelt. So ist Worte an den Ohren, an der Haut, an der Zelle Output eines Gestaltungsprozesses mit Jugendlichen, die ihre Stimmen, ihren Gossip, ihr Flüstern als Codes der Maschine geliehen haben. Zur Installation gehören auch eine sich durch Bewegung verändernde Bodenzeichnung und ein Film, der zwei aus Gips geformte Vögel in der Natur zeigt. 

Al-Sîndys Praxis kreist um immaterielle Archive – Erinnerungen, Körperwissen, kollektive Gedächtnisse – als fragile, widersprüchliche, doch wirkmächtige Formen von Wissen, und die Frage, wie sie weitergegeben, überschrieben oder verdrängt werden. Das Lästern ist dabei weit mehr als Klatsch: Es ist eine der ältesten Formen der informellen Sprachübertragung, eine des Widerstands für jene, denen offizielle Sprache verwehrt bleibt, eine Form der Oral History, die auf Marktplätzen und Hinterhöfen überlebt. Aber es ist auch ein Instrument der Mächtigen und der Manipulation: Sogar Amtsträger*innen verspotten heute öffentlich, das politische Gebaren scheint irrationaler zu werden. 

Die Frage, die Al-Sîndys Skulpturen stellen, ist also keine technische, sondern eine politische: Was geht verloren, wenn Sprache übersetzt, archiviert, codiert und automatisiert wird – und wessen Sprache war es überhaupt? 

Artist

Open Artsit

Havîn Al-Sîndy

Havîn Al-Sîndy works in Kurdistan and Germany. Her artistic practice moves between performance, sculpture, painting, and moving images.  

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