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Pool Lines

Die Skulptur Pool Lines von Sofía Táboas besteht aus zwei großen dreieckigen Strukturen, die mit schimmernden grünen Mosaikfliesen verkleidet sind und sich harmonisch in die Umgebung einfügen.

© Henning Rogge

Adresse

Gartenverein Im Massbruch e. V. 
Gevelsbergstraße 120 
44287 Dortmund

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Zwei große Dreiecke bilden zusammen eine dritte Dreiecksform, ihre hüfthohen Mauern sind etwa einen Meter breit, verjüngen sich und fallen zum Boden hin ab. Die Skulptur Pool Lines der mexikanischen Künstlerin Sofía Táboas ist mit grün schimmernden Mosaikfliesen belegt.

Sind es die archäologischen Reste eines Schwimmbeckens aus Zeiten, in denen die Emscher noch ein mäandernder Fluss war? Befinden wir uns in einem mystischen Bermudadreieck, begrenzt durch ein streng geometrisches Grünsteinmosaik? Oder haben wir es mit den Vorbereitungen für eine zukünftige Landung zu tun? 
Die Dreiecke sind einander zugewandt geöffnet und umfassen das Stück einer Wiese zwischen einem Gewerbegebiet und Schrebergärten im Dortmunder Stadtteil Schüren; im Hintergrund fließt die hier bereits vollständig renaturierte Emscher. Die Formation fügt sich in ihre Umgebung ein und bleibt doch ein ebenso attraktiver wie geheimnisvoller Fremdkörper, ein Spiel zwischen Landschaft und Architektur. Der durch die Skulptur gebildete Innenraum ist genauso beschaffen wie der Außenraum, der sie umgibt. Sie reflektiert den Ort der Installation und transformiert ihn zugleich: Der wenig kultivierte Grünstreifen gerät zu einem Garten, dessen samtgrüne Mauern zum Verweilen einladen. 

Künstlerin

Open Artsit

© Daniel Sadrowski

Sofía Táboas

In ihren Skulpturen und Installationen untersucht Sofía Táboas sowohl den natürlichen als auch den vom Menschen geschaffenen Raum; wie er gebaut und umgestaltet, gedacht und wahrgenommen wird.

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Worte an den Ohren, an der Haut, an der Zelle

Havîn Al-Sîndy

© Amina Falah

© Amina Falah

© Amina Falah

© Amina Falah

Auf dem Dortmunder Nordmarkt setzten sich zwei Skulpturen aus silikonartiger Textur und rätselhafter Silhouette das erste Mal in Bewegung – aufrecht, körperhaft und mit Mikrofonen versehen. Die über Sensoren gesteuerten Roboter haben mittels KI eines gelernt: das Lästern. Auch in Zukunft sollen Besucher*innen sich um sie versammeln, ihnen zuhören oder etwas zuflüstern können. So wird eine beiläufige, neugierige Öffentlichkeit allmählich in Gespräche verwickelt, die sie nicht vollständig kontrollieren kann. 

Die Roboter hat die Künstlerin Havîn Al-Sîndy in Kooperation mit Schüler*innen der Dortmunder Anne-Frank-Gesamtschule entwickelt. So ist Worte an den Ohren, an der Haut, an der Zelle Output eines Gestaltungsprozesses mit Jugendlichen, die ihre Stimmen, ihren Gossip, ihr Flüstern als Codes der Maschine geliehen haben. Zur Installation gehören auch eine sich durch Bewegung verändernde Bodenzeichnung und ein Film, der zwei aus Gips geformte Vögel in der Natur zeigt. 

Al-Sîndys Praxis kreist um immaterielle Archive – Erinnerungen, Körperwissen, kollektive Gedächtnisse – als fragile, widersprüchliche, doch wirkmächtige Formen von Wissen, und die Frage, wie sie weitergegeben, überschrieben oder verdrängt werden. Das Lästern ist dabei weit mehr als Klatsch: Es ist eine der ältesten Formen der informellen Sprachübertragung, eine des Widerstands für jene, denen offizielle Sprache verwehrt bleibt, eine Form der Oral History, die auf Marktplätzen und Hinterhöfen überlebt. Aber es ist auch ein Instrument der Mächtigen und der Manipulation: Sogar Amtsträger*innen verspotten heute öffentlich, das politische Gebaren scheint irrationaler zu werden. 

Die Frage, die Al-Sîndys Skulpturen stellen, ist also keine technische, sondern eine politische: Was geht verloren, wenn Sprache übersetzt, archiviert, codiert und automatisiert wird – und wessen Sprache war es überhaupt? 

Künstler*in

Open Artsit

Havîn Al-Sîndy

Havîn Al-Sîndy arbeitet in Kurdistan und Deutschland. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich im Spannungsfeld von Performance, Skulptur, Malerei und bewegten Bildern. 

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