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Emscher Folly

Emscher Folly, eine Fahrradbügel-Skulptur von Nicole Wermers, besteht aus über 50 arrangierten Fahrrädern in Dreiecksform und symbolisiert Mobilität und den Wandel urbaner Räume im Ruhrgebiet.

© Henning Rogge

Adresse

Kläranlage Duisburg - Alte Emscher
Alsumer Straße 215 
47166 Duisburg

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Die Künstlerin Nicole Wermers hat aus über 50 Fahrrädern und einem von ihr gestalteten Fahrradständer in Dreiecksform eine Skulptur geschaffen. 

Sie verschiebt damit ein aus dem urbanen Raum vertrautes Bild an einen durch Industriearbeit geprägten, verlassen und unwirtlich wirkenden Ort, metaphorisch gesprochen: in den Maschinenraum des Alltags zwischen Kläranlage und Stahlwerk wirken die Räder auf mysteriöse Art deplatziert. Von ihrer Nutzung befreit, tritt ihre Gestaltung umso deutlicher hervor. In der Nähe der ehemaligen Emschermündung verweist Emscher Folly auch auf die Künstlichkeit einer so stark vom Menschen geprägten Landschaft wie der Emscher-Region.

Nicole Wermers lebt und arbeitet in London und Emsdetten. Seit 2017 ist sie Professorin an der Akademie der Bildenden Künste in München. Sie war u.a. 2012 Stipendiatin der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom und wurde 2015 für den Turner Prize nominiert. In ihren Skulpturen, Fotografien und Collagen verbindet die Künstlerin formale Fragestellungen mit Untersuchungen des urbanen Raums und seinen sozialen, ökonomischen und psychologischen Einschreibungen.

Künstlerin

Open Artsit

© Thomas Berns

Nicole Wermers

In ihren Skulpturen, Fotografien und Collagen verbindet Nicole Wermers formale Fragestellungen mit Untersuchungen des urbanen Raums und seinen sozialen, ökonomischen und psychologischen Einschreibungen.

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Local Blackouts

Lütfiye Güzel

Eine Person mit brauner Lederjacke betrachtet eine große, gedruckte Zeitung auf einem Aufsteller mit der Überschrift 'Wesel'.

© Daniel Sadrowski

Ein Schild mit einer abstrahierten Zeitungsgestaltung mit wenig Text.

© Heinrich Holtgreve

Ausgangsmaterial ist ein besonders kurzweiliges Format aus dem Alltag: die Tageszeitung. Lütfiye Güzel, Poetin aus Duisburg und Vertreterin eines konsequent selbstverlegten, körpernahen Schreibens, lässt sich für die Grand Snail Tour von Projektpartner*innen und Passant*innen Lokalzeitungen und -beilagen aus den zu bereisenden Städten zusenden. Aus diesen Dokumenten erzeugt Güzel durch gezieltes Ausstreichen und Schwärzen von Textpassagen insgesamt 53 Gedichte — Local Blackouts —, die auf Aufstellern an jeder Station veröffentlicht werden.

Die Methode der Blackout Poetry ist eine Form der Found Poetry und wird bei Güzel zum politischen Akt. Das Schwärzen zitiert die Logik der Zensur, kehrt sie aber um, denn das unkenntlich Machen hat nicht Unterdrückung, sondern Verdichtung zum Ziel: Was bleibt, wenn der redaktionelle Lärm verschwindet? Lyrische Miniaturen, die in ihrer Knappheit dem Haiku ähnlich ist. Güzels Entscheidung, diese Textarbeiten im öffentlichen Raum zu zeigen, stellt zudem implizit die Frage: Für wen werden solche Texte geschrieben, und wer kommt darin vor?

Lokalzeitungen sind ein ambivalentes Medium. Sie fördern und informieren Nachbarschaften jenseits von Social Media — doch die Sprache und Nachrichtenauswahl ist häufig hetzerisch und vereinfachend. Tatsache ist, dass Lokalzeitungen an Bedeutung und finanzielle Unterstützung verlieren. Güzels Aneignung bewahrt und befragt dieses Erbe zugleich. Präsentiert auf herkömmlichen Presseaufstellern verleiht ihre Arbeit der Grand Snail Tour ein vertrautes Erscheinungsbild von regionaler Kultur und überführt diese gleichzeitig in die poetische Abstraktion.

Künstler*in

Open Artsit

©Ben Knabe

Lütfiye Güzel

Lütfiye Güzel ist Dichterin und bringt seit 2014 Gedichte unter ihrem eigenen Label go-güzel-publishing heraus.

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