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Zu Gast Jahrgang 2024

© Daniel Sadrowski

Für 2024 vergab Urbane Künste Ruhr sechs künstlerische Aufenthalte für jeweils drei Monate in Dortmund, Duisburg und Bochum.

Während des Aufenthalts wurde ein kontextspezifisches Projekt entwickelt, das 2025 in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Das Gastkünstler*innen-Programm richtete sich an Künstler*innen und Kollektive, die an der Arbeit im Ruhrgebiet und an einer zeitgenössischen Perspektive auf die Region und ihre Themen interessiert waren.

Das Programm wurde gemeinsam mit den regionalen Kooperationspartnern Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets und Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur und mit verschiedenen Schwerpunkten umgesetzt. 

Bis zum 31. März konnten sich Künstler*innen und Kollektive über einen Open Call mit ihrem kontextspezifischen Projekt bewerben. Aus den Einreichungen wurden insgesamt sechs Positionen (zwei je Schwerpunkt) von einer Fachjury ausgewählt. 

Künstler*innen

Open Artsit

© Daniel Sadrowski

Ramona Schacht & Luca Bublik

Ramona Schacht studierte bis 2020 Fotografie in der Klasse von Heidi Specker an der HGB Leipzig, Luca Bublik promovierte an der Bauhaus-Universität in Weimar. Beide leben in Leipzig.

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Open Artsit

© Daniel Sadrowski

Paula Pedraza

Paula Pedraza in ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich besonders mit dekolonialen und feministischen Theorien, Überwachungsarchitekturen und interessiert sich für experimentelles Design.

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Open Artsit

© Daniel Sadrowski

Marlin de Haan

Marlin de Haan beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Praxis mit den Spannungsverhältnissen von Körpern und Objekten im Raum sowie den Möglichkeiten und Grenzen von Aktionsbereichen.

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Open Artsit

© Daniel Sadrowski

Jonas Leifert & Franziska Pierwoss

Jonas Leiferts Arbeit greift die gesellschaftliche Themen aus Perspektive des Ruhrgebietes auf, Franziska Pierwoss schafft Installationen, die persönliche und politische Beziehungen in Frage stellen.

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Open Artsit

© Daniel Sadrowski

Arhun Aksakal

Arhun Aksakal interessiert sich für die menschliche Wahrnehmung, städtische Psychologie sowie geografische Infrastrukturen und untersucht Phänomene zivilisatorischer Aktivität und geologischer Zeit.

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Open Artsit

© Daniel Sadrowski

Anna R. Winder

Anna R. Winder (*1995 in Aarhus) ist Teil des b_books Kollektivs, das eine Buchhandlung und einen Verlag betreibt, und ist Mitherausgeberin der wormhole newspaper.

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Choir of Missed Connections

Aram Bartholl

Ein älterer Mann betrachtet eine futuristische Lampe mit integrierten Überwachungskameras.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Wir stehen unter einem Kronleuchter, der statt Kerzen fünf 360°-Kameras in Glühbirnenform trägt. Diese suchen pausenlos nach einer Internetverbindung, aus der Audioschleife von Verbindungsaufbau und Reset – „Entering peering mode“ und „Power on!" – wird ein Chor aus Fehlermeldungen, der uns im Grand Snail Tour Trailer umgibt.

Aram Bartholl – Medienkünstler, Aktivist und Professor – stellt seit Dekaden unser Medienverhalten und die Ökonomien sozialer Netzwerke zur Diskussion. Im heutigen Internet sieht er die zentralen Probleme im Rückzug in private und kommerzielle Nutzung, in Überwachung, Manipulation und den endlosen Datenfluten. Dabei ist Kontrolle durch Licht kein neues Phänomen: Straßenbeleuchtung dienten nicht zuletzt dazu, Sichtbarkeit im öffentlichen Raum herzustellen, um längere Arbeitszeiten zu ermöglichen, Bewegungen zu erfassen, Menschen zu kontrollieren. Geprägt von seiner Nähe zum Chaos Computer Club, überführt Bartholl Lücken und Absurditäten des digitalen Alltags in Objekte und Interventionen. Mit Dead Drops (seit 2010) zementierte er USB-Sticks in Mauerwerke – Speicher für einen anonyme Datenaustausch ohne Cloud, ohne Algorithmus, ohne Konzern. Für Skulptur Projekte Münster entwickelte Bartholl 2017 thermoelektrische Installationen an historischen Orten der Stadt, die das Feuer als ursprüngliches Kommunikationsmedium in Energie umwandelten: Ein ofenbeheizter Offline-Router am Fernmeldeturm, lagerfeuergespeiste Ladestationen für Mobiltelefone am Pumpenhaus – und einen Kronleuchter aus teelichtbetriebenen LED-Lampen in der Schlossunterführung. 

Choir of Missed Connections zieht nun als Soundskulptur durch abgelegene Kleinstädte, sucht Verbindungen – und wird im kommunikativen Sinne vielleicht auf unerwartete Weise fündig.

Künstler*in

Open Artsit

©Friso Gentsch

Aram Bartholl

 Aram Bartholl untersucht in seinen skulpturalen Arbeiten und Workshops digitale Medien, Überwachung und Plattformkapitalismus im öffentlichen Raum.

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