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Viron Erol Vert

© Roland Baege

In seiner künstlerischen Praxis hinterfragt und untersucht Viron Erol Vert vor dem Hintergrund seiner persönlichen interkulturellen Prägung Identitätskonstruktionen und verschiedene Aspekte und Sichtweisen des Eigenen und des Fremden. In seinen Arbeiten, die vom Zustand und der Atmosphäre des Dazwischen-Seins geprägt sind, verwebt der Künstler verschiedene Kulturen, Materialien, Sprachen, Ausdrucksformen und auch Lebensauffassungen zu einer hybriden, komplementären Identität. 
 

Für das Ruhr Ding: Schlaf verwandelt Viron Erol Vert einen leerstehenden Kiosk in eine mobileartige Skulptur, indem er die ursprüngliche Architektur mit Modulen erweitert und mittels Formen, Farben, Texturen und Spiegelungen einen Ort für Begegnung, Tagträume und flüchtige Momente zwischen Alltag und Fantasie schafft. Inhaltlich wie formal nimmt er hierbei Bezug auf die ursprüngliche Funktion und Wortherkunft des Kiosks, einem Begriff der vom Persischen kūšk (Pavillon, Gartenhaus) schließlich als köşk ins moderne Türkische gelangte.

Er war von Juli bis Dezember 2021 Resident im Makroscope – Zentrum für Kunst und Technik im Rahmen von Zu Gast bei Urbane Künste Ruhr.

Viron Erol Vert (*1975) ist zwischen dem Norden Deutschlands, Istanbul und Athen aufgewachsen und lebt und arbeitet zwischen Berlin und dem mediterranen Raum.

Choir of Missed Connections

Aram Bartholl

Ein älterer Mann betrachtet eine futuristische Lampe mit integrierten Überwachungskameras.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Wir stehen unter einem Kronleuchter, der statt Kerzen fünf 360°-Kameras in Glühbirnenform trägt. Diese suchen pausenlos nach einer Internetverbindung, aus der Audioschleife von Verbindungsaufbau und Reset – „Entering peering mode“ und „Power on!" – wird ein Chor aus Fehlermeldungen, der uns im Grand Snail Tour Trailer umgibt.

Aram Bartholl – Medienkünstler, Aktivist und Professor – stellt seit Dekaden unser Medienverhalten und die Ökonomien sozialer Netzwerke zur Diskussion. Im heutigen Internet sieht er die zentralen Probleme im Rückzug in private und kommerzielle Nutzung, in Überwachung, Manipulation und den endlosen Datenfluten. Dabei ist Kontrolle durch Licht kein neues Phänomen: Straßenbeleuchtung dienten nicht zuletzt dazu, Sichtbarkeit im öffentlichen Raum herzustellen, um längere Arbeitszeiten zu ermöglichen, Bewegungen zu erfassen, Menschen zu kontrollieren. Geprägt von seiner Nähe zum Chaos Computer Club, überführt Bartholl Lücken und Absurditäten des digitalen Alltags in Objekte und Interventionen. Mit Dead Drops (seit 2010) zementierte er USB-Sticks in Mauerwerke – Speicher für einen anonyme Datenaustausch ohne Cloud, ohne Algorithmus, ohne Konzern. Für Skulptur Projekte Münster entwickelte Bartholl 2017 thermoelektrische Installationen an historischen Orten der Stadt, die das Feuer als ursprüngliches Kommunikationsmedium in Energie umwandelten: Ein ofenbeheizter Offline-Router am Fernmeldeturm, lagerfeuergespeiste Ladestationen für Mobiltelefone am Pumpenhaus – und einen Kronleuchter aus teelichtbetriebenen LED-Lampen in der Schlossunterführung. 

Choir of Missed Connections zieht nun als Soundskulptur durch abgelegene Kleinstädte, sucht Verbindungen – und wird im kommunikativen Sinne vielleicht auf unerwartete Weise fündig.

Künstler*in

Open Artsit

©Friso Gentsch

Aram Bartholl

 Aram Bartholl untersucht in seinen skulpturalen Arbeiten und Workshops digitale Medien, Überwachung und Plattformkapitalismus im öffentlichen Raum.

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