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Viola Relle & Raphael Weilguni

©Roland Baege

Viola Relle (*1992 Budapest) und Raphael Weilguni (*1989 Augsburg) arbeiten seit 2012 zusammen. Die Arbeiten von Viola und Raphael entstehen im Kollektiv. Sie modellieren gleichzeitig an zum Teil großen Keramiken, die zu Relikten eines während des Arbeitens stattfindenden Kommunikations- und Verhandlungsprozesses werden. Nichts ist zufällig oder leichtfertig gewählt, weil alles vor dem anderen vertretbar sein muss. Transformative Prozesse, sowohl in der Landschaft, wie der Abbau von Ressourcen oder Ruinen, als auch im menschlichen Körper (Verdauung) tauchen als Themen in Ihren Arbeiten auf und stellen Verbindungen her zwischen Material und Ökonomie, Landschaft, Architektur und Körper. Dabei ist jede Skulptur das Ergebnis eigener – teils durch den Brennprozess unvorhergesehener – Entwicklungen. Die Einbindung der Skulpturen in performative Projekte (z.B. seit 2012 Raphael und Franz machen Musik für Dich) und die ortsspezifischen und kollektiven Projekte der beiden, wie zum Beispiel der Aufbau einer offenen Werkstatt mit Brennofen in München oder der Austausch mit Passanten auf den Straßen von New York, der zur Arbeit Hero führte, verorten das traditionelle Medium Keramik in der Gegenwart und öffnen es für einen breiteren kulturellen und sozialen Austausch.

Tablescapes

Nils Norman

Ein älterer Mann mit Hut schreibt in ein Notizbuch an einem Tisch mit gedrucktem Architekturmotiv.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Neutral und funktional sollten mobile Tische sein. Doch die von Nils Norman irritieren diese Selbstverständlichkeit: Ihre Oberflächen zeigen ausgefräste Elemente unterschiedlicher Architekturen aus dem Ruhrgebiet – Kirchtürme, Fassaden aus der Gründerzeit, Platten- oder Gewerbebauten. Was als schlichte Arbeitsunterlage dient, wird zur opulenten Modelllandschaft. 

Norman arbeitet seit vielen Jahren interdisziplinär an der Schnittstelle von Skulptur, Natur, Architektur, Stadtplanung, Möbeldesign und Pädagogik, stets zur Frage: Wem gehört der öffentliche Raum und wer darf ihn gestalten? Er entwickelte Fußgängerbrücken, Theatervorhänge, Spielplätze, Gärten und Wegeleitsysteme, wobei er mit viel Humor seine Kritik an gängigen Vorstellungen von Stadtentwicklung, Lokalpolitik und ökonomischen Systemen formuliert. In seinem Archiv Urbanomics sammelt er seit 1997 Sicherheitsarchitekturen, wobei ihn die Frage nach der Gestaltung von Kontrolle interessiert und wie die Nutzung eines Raumes durch dessen Design beeinflusst wird. Mit dem umgebauten Reisebus mit Gewächshaus und Lesesaal Geocruiser (2002) schuf er eine mobile Bildungs- und Begegnungsinfrastruktur. 2005 ließ er mit einer 80m langen Brücke inklusive See und Insel einen neu gebauten Stadtteil im dänischen Roskilde mit seinen Nachbarschaften verbinden. 

Normans Tische für die Grand Snail Tour erfüllen eine Funktion und unterlaufen sie zugleich. Die klappbaren Gestelle verbinden Flexibilität und Mobilität mit barocker Ausgestaltung – Oberflächen, die mehr erzählen als nötig. Als Teil der Sammlung reisen sie von Beginn an mit, werden aufgestellt, verwendet und wieder eingeklappt. An jedem Stopp treffen die Tisch-Landschaften auf neue Stadträume und erzeugen stets eine produktive Reibung zwischen dem abgebildeten und tatsächlichen Ort. 

Künstler*in

Open Artsit

Nils Norman

Nils Norman ist ein in Amsterdam und München lebender Künstler. Er arbeitet interdisziplinär in den Bereichen Kunst im öffentlichen Raum, Architektur und Stadtplanung.

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