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Neven Allgeier

© Neven Allgeier

Neven Allgeier (*1986, Wiesbaden, Deutschland) lebt und arbeitet zwischen Frankfurt am Main und Wien. In den letzten Jahren publizierte er drei Bücher beim Distanz Verlag: Porträts (2021) bildet eine neue Generation von Künstler:innen ab. In Fading Temples (2022) treffen seine Landschaftsbilder auf Porträtaufnahmen junger Kulturschaffender. 

Letztgenannte Veröffentlichung bildete die Vorlage für seine Einzelausstellungen Two heavens as one im Kunsthaus Göttingen (2024) und Drown in Dreams im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden (2024).  

In seiner kürzlich erschienenen dritten Publikation A Hole in the Sky (2025) erzählt Allgeier von den Stilgemeinschaften unserer Gegenwart, begleitet werden die Fotografien von 21 Texten junger Autor*innen aus Literatur sowie Kunst. Allgeiers Arbeiten sind regelmäßig in Medien wie dem ZEIT Magazin oder SPIKE Art Quarterly zu sehen und waren Teil von Gruppenschauen unter anderem im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main, dem Pera Museum Istanbul sowie dem Bonner Kunstverein. 

Tablescapes

Nils Norman

Ein älterer Mann mit Hut schreibt in ein Notizbuch an einem Tisch mit gedrucktem Architekturmotiv.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Neutral und funktional sollten mobile Tische sein. Doch die von Nils Norman irritieren diese Selbstverständlichkeit: Ihre Oberflächen zeigen ausgefräste Elemente unterschiedlicher Architekturen aus dem Ruhrgebiet – Kirchtürme, Fassaden aus der Gründerzeit, Platten- oder Gewerbebauten. Was als schlichte Arbeitsunterlage dient, wird zur opulenten Modelllandschaft. 

Norman arbeitet seit vielen Jahren interdisziplinär an der Schnittstelle von Skulptur, Natur, Architektur, Stadtplanung, Möbeldesign und Pädagogik, stets zur Frage: Wem gehört der öffentliche Raum und wer darf ihn gestalten? Er entwickelte Fußgängerbrücken, Theatervorhänge, Spielplätze, Gärten und Wegeleitsysteme, wobei er mit viel Humor seine Kritik an gängigen Vorstellungen von Stadtentwicklung, Lokalpolitik und ökonomischen Systemen formuliert. In seinem Archiv Urbanomics sammelt er seit 1997 Sicherheitsarchitekturen, wobei ihn die Frage nach der Gestaltung von Kontrolle interessiert und wie die Nutzung eines Raumes durch dessen Design beeinflusst wird. Mit dem umgebauten Reisebus mit Gewächshaus und Lesesaal Geocruiser (2002) schuf er eine mobile Bildungs- und Begegnungsinfrastruktur. 2005 ließ er mit einer 80m langen Brücke inklusive See und Insel einen neu gebauten Stadtteil im dänischen Roskilde mit seinen Nachbarschaften verbinden. 

Normans Tische für die Grand Snail Tour erfüllen eine Funktion und unterlaufen sie zugleich. Die klappbaren Gestelle verbinden Flexibilität und Mobilität mit barocker Ausgestaltung – Oberflächen, die mehr erzählen als nötig. Als Teil der Sammlung reisen sie von Beginn an mit, werden aufgestellt, verwendet und wieder eingeklappt. An jedem Stopp treffen die Tisch-Landschaften auf neue Stadträume und erzeugen stets eine produktive Reibung zwischen dem abgebildeten und tatsächlichen Ort. 

Künstler*in

Open Artsit

Nils Norman

Nils Norman ist ein in Amsterdam und München lebender Künstler. Er arbeitet interdisziplinär in den Bereichen Kunst im öffentlichen Raum, Architektur und Stadtplanung.

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