Zum Hauptinhalt springen (Enter drücken)Zum Fußbereich springen (Enter drücken)

Breadcrumbs

  1. Home
  2. Künstler*innen
  3. Profil

Michael Akstaller

© Mitya Lyalin, NOPA

Michael Akstaller arbeitet als Künstler und Researcher an der Schnittstelle von Strömungsdynamik, Akustik und räumlicher Klangforschung. Seine Praxis untersucht die komplexen Beziehungen zwischen Klang und Raum, Bewegung und Performance, häufig in interdisziplinären und kollaborativen Formaten. Akstallers Arbeit umfasst wissenschaftliche Forschung, künstlerische Produktion sowie kuratorische Projekte.
Seine Arbeiten wurden international in renommierten Institutionen und Ausstellungen präsentiert, darunter der Deutsche Pavillon auf der Biennale von Venedig (2024), der Türkische Pavillon auf der Architekturbiennale Venedig (2025), Silent Green, Berlin (2023), das Lenbachhaus, München (2021, 2022), die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden (2021, 2022), die 6. Ural Industrial Biennial in Jekaterinburg (2021) sowie das Haus der Kulturen der Welt (HKW), Berlin (2021), und weitere. Darüber hinaus hatte Akstaller Forschungs- und Lehraufträge an verschiedenen wissenschaftlichen und akademischen Einrichtungen inne, darunter die Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe, die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg sowie die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz.
Michael Akstaller lehrt Sound Practice Research an der Folkwang Universität der Künste.

Local Blackouts

Lütfiye Güzel

Eine Person mit brauner Lederjacke betrachtet eine große, gedruckte Zeitung auf einem Aufsteller mit der Überschrift 'Wesel'.

© Daniel Sadrowski

Ein Schild mit einer abstrahierten Zeitungsgestaltung mit wenig Text.

© Heinrich Holtgreve

Ausgangsmaterial ist ein besonders kurzweiliges Format aus dem Alltag: die Tageszeitung. Lütfiye Güzel, Poetin aus Duisburg und Vertreterin eines konsequent selbstverlegten, körpernahen Schreibens, lässt sich für die Grand Snail Tour von Projektpartner*innen und Passant*innen Lokalzeitungen und -beilagen aus den zu bereisenden Städten zusenden. Aus diesen Dokumenten erzeugt Güzel durch gezieltes Ausstreichen und Schwärzen von Textpassagen insgesamt 53 Gedichte — Local Blackouts —, die auf Aufstellern an jeder Station veröffentlicht werden.

Die Methode der Blackout Poetry ist eine Form der Found Poetry und wird bei Güzel zum politischen Akt. Das Schwärzen zitiert die Logik der Zensur, kehrt sie aber um, denn das unkenntlich Machen hat nicht Unterdrückung, sondern Verdichtung zum Ziel: Was bleibt, wenn der redaktionelle Lärm verschwindet? Lyrische Miniaturen, die in ihrer Knappheit dem Haiku ähnlich ist. Güzels Entscheidung, diese Textarbeiten im öffentlichen Raum zu zeigen, stellt zudem implizit die Frage: Für wen werden solche Texte geschrieben, und wer kommt darin vor?

Lokalzeitungen sind ein ambivalentes Medium. Sie fördern und informieren Nachbarschaften jenseits von Social Media — doch die Sprache und Nachrichtenauswahl ist häufig hetzerisch und vereinfachend. Tatsache ist, dass Lokalzeitungen an Bedeutung und finanzielle Unterstützung verlieren. Güzels Aneignung bewahrt und befragt dieses Erbe zugleich. Präsentiert auf herkömmlichen Presseaufstellern verleiht ihre Arbeit der Grand Snail Tour ein vertrautes Erscheinungsbild von regionaler Kultur und überführt diese gleichzeitig in die poetische Abstraktion.

Künstler*in

Open Artsit

©Ben Knabe

Lütfiye Güzel

Lütfiye Güzel ist Dichterin und bringt seit 2014 Gedichte unter ihrem eigenen Label go-güzel-publishing heraus.

mehr