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Lisa Klosterkötter

Lisa Klosterkötter (*1990) ist Künstlerin und Kuratorin, Unterstützerin und Mitgestalterin soziokultureller Räume. Seit 2014 realisiert sie freie Projekte in Ausstellungsräumen, Institutionen und im öffentlichen Raum, die oftmals das unmittelbare Erleben in den Fokus rücken und künstlerische Arbeiten in eine übergreifende, immersive Erzählung oder thematische Klammer einbetten. Lisa Klosterkötter leitete u.a. Projekte wie Über Brücken - Bridging (Köln 2022-2024, Co-Kuration mit Elena Malzew), DOLLHOUSES (Hamburg 2021, Köln 2023, künstlerische Leitung mit Signe Raunkjaer Holm), Les Gardiennes, Kunstmuseum Bochum (2022/23), Das öde Haus, Center for Literature (Münster 2024, künstlerische Leitung mit Rosanna Graf), AIC ON - Das sogenannte Draußen (Köln 2023, 2024) und Gegenwart: Doing Youth (Hamburg 2020/21, Co-Kuration mit Elena Malzew). Im Sommer 2023 realisierte sie gemeinsam mit Paula Erstmann das nachbarschaftliche Projekt Temporary Kitchen im Mauritiusviertel (Köln 2023), im Zuge dessen verschiedene Veranstaltungen mit der mobilen Küche der Temporary Gallery im öffentlichen Raum umgesetzt wurden. 2024 kuratierte sie gemeinsam mit Aneta Rostkowska die partizipative Ausstellung Blue Binding Ribbon in der Temporary Gallery. Lisa Klosterkötter schloss 2017 ihren Master of Fine Arts an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg ab.

Choir of Missed Connections

Aram Bartholl

Ein älterer Mann betrachtet eine futuristische Lampe mit integrierten Überwachungskameras.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Wir stehen unter einem Kronleuchter, der statt Kerzen fünf 360°-Kameras in Glühbirnenform trägt. Diese suchen pausenlos nach einer Internetverbindung, aus der Audioschleife von Verbindungsaufbau und Reset – „Entering peering mode“ und „Power on!" – wird ein Chor aus Fehlermeldungen, der uns im Grand Snail Tour Trailer umgibt.

Aram Bartholl – Medienkünstler, Aktivist und Professor – stellt seit Dekaden unser Medienverhalten und die Ökonomien sozialer Netzwerke zur Diskussion. Im heutigen Internet sieht er die zentralen Probleme im Rückzug in private und kommerzielle Nutzung, in Überwachung, Manipulation und den endlosen Datenfluten. Dabei ist Kontrolle durch Licht kein neues Phänomen: Straßenbeleuchtung dienten nicht zuletzt dazu, Sichtbarkeit im öffentlichen Raum herzustellen, um längere Arbeitszeiten zu ermöglichen, Bewegungen zu erfassen, Menschen zu kontrollieren. Geprägt von seiner Nähe zum Chaos Computer Club, überführt Bartholl Lücken und Absurditäten des digitalen Alltags in Objekte und Interventionen. Mit Dead Drops (seit 2010) zementierte er USB-Sticks in Mauerwerke – Speicher für einen anonyme Datenaustausch ohne Cloud, ohne Algorithmus, ohne Konzern. Für Skulptur Projekte Münster entwickelte Bartholl 2017 thermoelektrische Installationen an historischen Orten der Stadt, die das Feuer als ursprüngliches Kommunikationsmedium in Energie umwandelten: Ein ofenbeheizter Offline-Router am Fernmeldeturm, lagerfeuergespeiste Ladestationen für Mobiltelefone am Pumpenhaus – und einen Kronleuchter aus teelichtbetriebenen LED-Lampen in der Schlossunterführung. 

Choir of Missed Connections zieht nun als Soundskulptur durch abgelegene Kleinstädte, sucht Verbindungen – und wird im kommunikativen Sinne vielleicht auf unerwartete Weise fündig.

Künstler*in

Open Artsit

©Friso Gentsch

Aram Bartholl

 Aram Bartholl untersucht in seinen skulpturalen Arbeiten und Workshops digitale Medien, Überwachung und Plattformkapitalismus im öffentlichen Raum.

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