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Kiosk of Solidarity

Der Kiosk of Solidarity ist ein mobiler Begegnungsort im öffentlichen Raum. Er geht dorthin, wo Austausch, Mitgestaltung und gelebte Solidarität gebraucht werden – auf Plätzen, in Nachbarschaften oder an Orten gesellschaftlicher Spannung. Über 25 solidarische Initiativen und Projekte haben den Kiosk seit 2023 jeweils für einige Tage genutzt. In vielfältigen Formaten bringen sie Nachbar*innen, Mitstreitende und andere Interessierte zusammen und tragen ihre solidarische Praxis temporär in den öffentlichen Stadtraum. Der Kiosk erzeugt für marginalisierte Gruppen Sichtbarkeit und vernetzt diese mit anderen Initiativen. Das Kiosk-Projektteam unterstützt, zusammen mit Studierenden der TU Berlin, die Initiativen bei der Realisierung ihrer Nutzungsideen für den Kiosk. Im Rahmen des Dortmunder Stopps der Grand Snail Tour kooperiert der Kiosk mit der Beratungsstelle KOBER.

Team Dortmund: Moritz Ahlert, Nura Mohammed Ahmed, Melina Haseleu, Anna-Sophie Heimes, Monika Keller, Anne Reiber, Katerina Tzouvala. 

Tablescapes

Nils Norman

Ein älterer Mann mit Hut schreibt in ein Notizbuch an einem Tisch mit gedrucktem Architekturmotiv.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Neutral und funktional sollten mobile Tische sein. Doch die von Nils Norman irritieren diese Selbstverständlichkeit: Ihre Oberflächen zeigen ausgefräste Elemente unterschiedlicher Architekturen aus dem Ruhrgebiet – Kirchtürme, Fassaden aus der Gründerzeit, Platten- oder Gewerbebauten. Was als schlichte Arbeitsunterlage dient, wird zur opulenten Modelllandschaft. 

Norman arbeitet seit vielen Jahren interdisziplinär an der Schnittstelle von Skulptur, Natur, Architektur, Stadtplanung, Möbeldesign und Pädagogik, stets zur Frage: Wem gehört der öffentliche Raum und wer darf ihn gestalten? Er entwickelte Fußgängerbrücken, Theatervorhänge, Spielplätze, Gärten und Wegeleitsysteme, wobei er mit viel Humor seine Kritik an gängigen Vorstellungen von Stadtentwicklung, Lokalpolitik und ökonomischen Systemen formuliert. In seinem Archiv Urbanomics sammelt er seit 1997 Sicherheitsarchitekturen, wobei ihn die Frage nach der Gestaltung von Kontrolle interessiert und wie die Nutzung eines Raumes durch dessen Design beeinflusst wird. Mit dem umgebauten Reisebus mit Gewächshaus und Lesesaal Geocruiser (2002) schuf er eine mobile Bildungs- und Begegnungsinfrastruktur. 2005 ließ er mit einer 80m langen Brücke inklusive See und Insel einen neu gebauten Stadtteil im dänischen Roskilde mit seinen Nachbarschaften verbinden. 

Normans Tische für die Grand Snail Tour erfüllen eine Funktion und unterlaufen sie zugleich. Die klappbaren Gestelle verbinden Flexibilität und Mobilität mit barocker Ausgestaltung – Oberflächen, die mehr erzählen als nötig. Als Teil der Sammlung reisen sie von Beginn an mit, werden aufgestellt, verwendet und wieder eingeklappt. An jedem Stopp treffen die Tisch-Landschaften auf neue Stadträume und erzeugen stets eine produktive Reibung zwischen dem abgebildeten und tatsächlichen Ort. 

Künstler*in

Open Artsit

Nils Norman

Nils Norman ist ein in Amsterdam und München lebender Künstler. Er arbeitet interdisziplinär in den Bereichen Kunst im öffentlichen Raum, Architektur und Stadtplanung.

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