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Joram Schön

Joram Schön (geb. 1991 in Berlin-Moabit) lebt und arbeitet als freischaffender Künstler und Filmemacher in Berlin und Köln. Er studierte Freie Kunst an der Universität der Künste Berlin und absolvierte seinen Master in Kunst und Film an der Kunsthochschule für Medien Köln. In seinen Zeichnungen, Filmen und installativen Arbeiten verbindet er Natur- und Stadtbeobachtungen. Dabei untersucht er die Veränderungen urbaner Räume und entwickelt kritische Fragestellungen zu Topographien, Architektur und Landschaft. Neben seiner bildnerischen Praxis realisiert Schön essayistisch-dokumentarische Filme, in denen persönliche Erzählungen mit historischen Bezügen und kollektiven Erinnerungen verschränkt werden.

Fröndenberg

Begleitet wird die Grand Snail Tour von Künstler*innen aus dem Bereich Literatur, Fotografie und Illustration, die zeitgleich zum Aufenthalt des Tourmobils, Eindrücke und Reflexionen aus jeweils derselben Stadt sammeln und diese sie visuell oder literarisch ins Bild setzen. So entsteht ein Paratext zur 3-jährigen Tour, der in Form einer Reisechronik, ein Kaleidoskop an Geschichten, Verbindungen, Momentaufnahmen in den 53 Städten der Region als Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten zur Grand Snail Tour sichtbar werden lässt.

Fröndenberg von Mirja Busch

Fröndenberger Hangpfütze
Die Hangpfütze ist eine seltene Erscheinung und tritt, im Gegensatz zur regulären Regenwasserpfütze, eher saisonal auf. Meist wird sie durch Schneeschmelze gespeist, kann jedoch auch gut im Zusammenhang mit Be- und Entwässerungsaktivitäten beobachtet werden. Sie gehört zu den hochflüchtigen Schleierpfützen und bildet kaum Volumen aus. Ihre Stagnationsfähigkeit ist durch den gravitationalen Ablaufzwang stark beeinträchtigt; sie ist daher den Fließpfützen zuzuordnen. Nach Regenereignissen erscheint sie selten und lässt sich dann nur durch ihre etwas markantere Spiegelfähigkeit von der Bodennässe unterscheiden. Ihr Erscheinungsbild ist allgemein als diffus einzustufen, ihre Gestalt forminstabil. Es kann daher mit jedem Wasserereignis variieren. Ihr Wasserkörper ist flach, wölkchenartig, und ihr Ausbreitungsgrad ist variabel.

Pfützenarchiv

Bestandsaufnahme Fröndenberg/Ruhr

Sichtung: 20. November 2025
Wetterkonditionen: Leichter Schnee am Vortag, Nachtfrost, Raureif am Morgen; bewölkt mit Aufheiterungen am Nachmittag; Luftfeuchtigkeit 95 %, 1010 hPa, −2 bis +4 °C.

Gelände: flach bis hügelig
Versiegelung: alle Versiegelungsarten vorhanden
Böden: divers
Pfützenpräsenz: größtenteils anwesend, träge bis mittelflüchtig
Pfützendichte: normal
Typenvielfalt: hoch
Sonderformen: gefrorene Pfütze, Schmelzwasserpfütze, Hangpfütze, Schneeklumpen

Pfützen sind flüssig. Sie sind flach. Pfützen sind flüchtig und trotzdem beständig in ihrer Wiederkehr. Mal sind sie da, mal sind sie weg. Doch kehren sie zum immer gleichen Ort zurück - ihrem Ort, ihrer Mulde, Senke, Loch. Sie sind treu, wenn auch nicht verlässlich. Das Wasser wechselt, jeder Regen ist anders. Pfützen sind mehr als ihr Wasser.

Pfützen schmiegen sich an. Sie schmiegen sich an Böden, gleiten in Rillen und Löcher. Sie folgen jeder Unebenheit. Sie glätten die Fläche, füllen auf. Ausgebreitet liegen sie auf Straßen und Gehwegen, Höfen und Plätzen und reflektieren die Welt um sich herum.

Meist sind Pfützen unregelmäßig oval, rundlich, können aber auch eckig, länglich, rillenförmig, netzartig sein. Sie sind scharf begrenzt, konturenklar bis verschleiert, auslaufend, zerlaufen, fransig, zackig, gekörnt. Vereinzelt sind sie geometrisch oder nehmen Figur an.

Pfützen folgen einer Grundgestalt, ihrer primären Form. Je nach Einflussfaktoren kommt es aber zu Unregelmäßigkeiten in ihrem Aussehen, zu gewissen Sekundärerscheinungen. Eine Wölkchenpfütze kann an Nahtstellen Zipfel ausbilden. Zerfahrene Pfützen können Schnörkel und Linienauswüchse haben oder komplett verzacken oder zerspuren. Die Pfütze kann dabei über ihren natürlichen Ort und ihre Größe hinausplaniert sein.

Wölkchenpfütze
„Wölkchenpfützen sind meist freiliegende Oberflächenpfützen ohne ausgeprägte Kantungen. Sie gehören zu den flüchtigen Unebenheitspfützen und benötigen keine tiefen Löcher oder Ritzen, um sich zu halten. Sie siedeln sich gerne auf Asphalt und Beton an, sind aber auch auf anderen Untergründen zu finden. Sie wirken charmant und zeichnen sich durch ihre wohlgeformten Ein- und Ausbuchtungen aus, die sich weich auf der Oberfläche verteilen. Meist haben sie einen breiten Aurarand und klaren Spiegel. Wölkchenpfützen zeichnen bereits leichteste Vertiefungen des Bodens nach und können sich bei Flüssigkeitszufuhr zu allen Seiten hin beliebig ausdehnen. Im Verdunstungsprozess können sie einzelne Teile abstoßen und sich in mehrere Parallelpfützen mit unterschiedlichem Flüchtigkeitsgrad trennen.“

Schleierpfütze
Als Schleierpfützen werden Pfützen bezeichnet, die sich als dünner Film über den Boden legen. Meist sind sie direkt während oder unmittelbar nach einem Niederschlag zu beobachten. Sie sind die erste Pfützenform des Regens. Sie sind hochflüchtig und, je nach Temperatur und Saison, meist nur zwischen einigen Minuten bis zu Stunden beobachtbar. Schleierpfützen sind großflächig bis allumfassend. Sie sind formlos. Schleierpfützen sind nicht ortsgebunden und die flachste Form, die eine Großpfütze annehmen kann. Mitunter werden sie auch mit Bodennässe verwechselt. Im Gegensatz zur Bodennässe verhalten sie sich jedoch höchst reflektierend. 
Die Schleierpfütze wird von anderen Pfützenarten als verbindendes Fließvehikel genutzt, um möglichst viel Wasser abzuziehen.“

Fetzenpfütze
„Die Fetzen- oder Splitterpfütze ist eine multiple Einzelpfütze mit vielen Wasserspiegeln, die aus chaotisch angeordnete Teilpfützen besteht, die in einer Aura verbunden sind. Ihre Kontur ist schwer auszumachen. Die Splitterpfütze lässt sich durch ihre eng beieinander liegenden Pfützenfetzen erkennen, die in einem Ensemble eine eigene Pfützenform nachbilden.“

Kantenpfütze
„Kantenpfützen gehören zu den häufigsten Straßenpfützen. Sie werden an mindestens einer Seite scharf begrenzt. Meist ziehen Sie sich länglich entlang von Bordsteinkanten und Pflasterbegrenzungen. Nicht zu verwechseln mit der Nahtpfütze, die durch Bodenflickarbeiten entsteht und meist erheblich flacher als die Kantenpfütze ist.“

Rundpfütze
„Rundpfützen orientieren sich an der Form des Kreises. Sie können leichte Zacken und Zipfel aufweisen, die ihre Grundform aber nicht beeinflussen. Sie gehören zu den freiliegenden Senken- und Muldenpfützen, können aber auch als Verdichtungspfütze in Erscheinung treten. Meist haben sie einen nur schmalen Aurarand bei mittlerem Flachheitsgrad. Sie sind eher träge im Verdunstungsprozess. Unter ihrer Oberfläche können sie einen erheblichen Bauch aufweisen.
Eine verwandte Form ist die Ovalpfütze.“

Manche Pfützen sind gar keine Pfützen.

Stops

Open "Fröndenberg"
20.11.25, 8–13 Uhr

Snacken in Fröndenberg

Fröndenberg

Künstler*in

Open Artsit

Mirja Busch

Mirja Busch ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin aus Berlin. Sie studierte Bildende Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und an der Universidad de Chile in Chile. Die Auseinandersetzung mit (Stadt-)Landschaft als soziales und künstlerisches Konstrukt spielt in ihrer Arbeit eine zentrale Rolle.

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