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Jana Gunstheimer

© Jannis Uffrecht

Jana Gunstheimer (*1974 in Zwickau) studierte Ethnologie, Kunstgeschichte und Bildenden Kunst in Leipzig, Halle, Athen und Ohio/USA. Sie lebt zwischen Jena und Weimar. Seit 2016 hat sie an der Bauhaus Universität eine Professur für Experimentelle Malerei und Zeichnung inne, wo sie das Institut für Regionale Realitätsexperimente (IRRE@bauhaus) gegründet hat. In ihrer künstlerischen Praxis fügt sie häufig Zeichnungen, Malerei und Objekte zu komplexen Gesamtinstallationen zusammen, in denen sie etwas, das sich fast so hätte zutragen können, unter Einsatz verschiedener bildnerischer Mittel „belegt“. Fast immer spielt in Form von Bildtiteln, Zitaten, fingierten Interviews und Zeitungsberichten Sprache bzw. Text eine Rolle. 
Jana Gunstheimers Arbeiten wurden in Einzelausstellungen im Art Institute of Chicago, im GEM Den Haag, in der Galerie im Taxispalais oder im Museum Morsbroich in Leverkusen gezeigt.

Choir of Missed Connections

Aram Bartholl

Ein älterer Mann betrachtet eine futuristische Lampe mit integrierten Überwachungskameras.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Wir stehen unter einem Kronleuchter, der statt Kerzen fünf 360°-Kameras in Glühbirnenform trägt. Diese suchen pausenlos nach einer Internetverbindung, aus der Audioschleife von Verbindungsaufbau und Reset – „Entering peering mode“ und „Power on!" – wird ein Chor aus Fehlermeldungen, der uns im Grand Snail Tour Trailer umgibt.

Aram Bartholl – Medienkünstler, Aktivist und Professor – stellt seit Dekaden unser Medienverhalten und die Ökonomien sozialer Netzwerke zur Diskussion. Im heutigen Internet sieht er die zentralen Probleme im Rückzug in private und kommerzielle Nutzung, in Überwachung, Manipulation und den endlosen Datenfluten. Dabei ist Kontrolle durch Licht kein neues Phänomen: Straßenbeleuchtung dienten nicht zuletzt dazu, Sichtbarkeit im öffentlichen Raum herzustellen, um längere Arbeitszeiten zu ermöglichen, Bewegungen zu erfassen, Menschen zu kontrollieren. Geprägt von seiner Nähe zum Chaos Computer Club, überführt Bartholl Lücken und Absurditäten des digitalen Alltags in Objekte und Interventionen. Mit Dead Drops (seit 2010) zementierte er USB-Sticks in Mauerwerke – Speicher für einen anonyme Datenaustausch ohne Cloud, ohne Algorithmus, ohne Konzern. Für Skulptur Projekte Münster entwickelte Bartholl 2017 thermoelektrische Installationen an historischen Orten der Stadt, die das Feuer als ursprüngliches Kommunikationsmedium in Energie umwandelten: Ein ofenbeheizter Offline-Router am Fernmeldeturm, lagerfeuergespeiste Ladestationen für Mobiltelefone am Pumpenhaus – und einen Kronleuchter aus teelichtbetriebenen LED-Lampen in der Schlossunterführung. 

Choir of Missed Connections zieht nun als Soundskulptur durch abgelegene Kleinstädte, sucht Verbindungen – und wird im kommunikativen Sinne vielleicht auf unerwartete Weise fündig.

Künstler*in

Open Artsit

©Friso Gentsch

Aram Bartholl

 Aram Bartholl untersucht in seinen skulpturalen Arbeiten und Workshops digitale Medien, Überwachung und Plattformkapitalismus im öffentlichen Raum.

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