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Havîn Al-Sîndy

Havîn Al-Sîndy arbeitet in Kurdistan und Deutschland. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich im Spannungsfeld von Performance, Skulptur, Malerei und bewegten Bildern. Im Zentrum stehen das Verhältnis von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit sowie die Ambivalenzen, die mit der Herstellung von Sichtbarkeit einhergehen. Immaterielle Archive wie Erinnerungen, Körperwissen, Zellgedächtnis und kollektive Erinnerungen bilden den Kern ihrer Arbeit – fragile, widersprüchliche, doch wirkmächtige Formen von Wissen. Sie untersucht, wie diese weitergetragen, überschrieben oder verdrängt werden – und wie sie sich in Körpern niederschlagen. Ihre Arbeitsweise ist prozesshaft und kollaborativ, besonders im generationenübergreifenden Austausch mit Jugendlichen. Ziel ist es, verdrängte Perspektiven hör- und sichtbar zu machen – nicht als Repräsentation, sondern als Teil einer gemeinsamen Praxis. Materialien wie Erde, Lehm oder Papier verkörpern dabei Herkunft – und Wissen jenseits klassischer Archive. Sie ist Professorin an der HBK Braunschweig.

Palliative Patterns

Kasia Fudakowski

Nahaufnahme von gepolsterten Sitzkissen mit einem farbenfrohen Muster.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Nahaufnahme einer mobilen Bühne mit einer Leinwand und Lautsprechern. Im Vordergrund ein Aufsteller mit einer geschwärzten Zeitung.

© Daniel Sadrowski

Hast du schon mal über dein eigenes Sterben nachgedacht? Die Künstlerin Kasia Fudakowski fragt in Palliative Patterns, ihrer Arbeit für die Grand Snail Tour, was passiert, wenn wir aufhören würden, den Tod zu verdrängen und stattdessen lernen, mit der Allgegenwart unserer Endlichkeit zu leben. 

Mit ihren Kissen und Vorhängen für den Grand Snail Tour-Trailer übersetzt die Künstlerin diese Idee in einen Raum zum Verweilen. Dazu vervielfältigt und spiegelt sie mikroskopische Aufnahmen von Gewebeveränderungen, die den tödlichen Krankheiten Gehirn-Aneurysma, Lewy-Körperchen-Demenz und Arteriosklerose zugrunde liegen, bis sie ein psychodelisches Muster ergeben, das auch an Rorschach-Tafeln denken lässt. Ursprünglich aus der Psychodiagnostik soll der Rorschach-Test Aufschlüsse über den mentalen Zustand/Gesundheit der*des Patient*innen geben. Hier, bei Fudakowski, werden die Besucher*innen zu Proband*innen, ihre Vorstellungen wiederum zum Teil der Installation.  

Dieses Gedankenspiel wird auch in weiteren Medien- und Veranstaltungsformaten trainiert: Als Gründungsmitglied der internationalen Künstler*innengruppe The Association for the Palliative Turn (APT) fordert Fudakowski geistreich und mit viel Humor immer wieder dazu auf, dem Tod und Abschied zu begegnen und herauszufinden, wie Akzeptanz statt Verdrängung neue Werte definiert: Fürsorge statt Zeitdruck, Qualität vor Quantität und eine Entlastung von dem ewigen Streben nach Fortschritt, denn: Es gibt ein Leben vor dem Tod. 

Palliative Patterns setzt auch eine Werklogik fort, die Fudakowski im Allgemeinen verfolgt: Ihr lebenslang laufendes Skulpturenprojekt Continuouslessness (seit 2017) wird erst mit ihrem Tod vollendet sein. Endlichkeit ist hier kein Thema, sondern strukturelle Bedingung. 

Künstler*in

Open Artsit

Kasia Fudakowski

Kasia Fudakowski arbeitet mit Skulptur, Film und Performance, um soziale Rätsel durch surreale Logik und Theorie aufzudecken.

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