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Guy Königstein

©Daniel Sadrowski 

Guy Königstein ist Künstler israelischer Herkunft, der seit 2007 in den Niederlanden lebt, wo er zunächst an der Design Academy Eindhoven studierte und später seinen Masterabschluss am Sandberg Institute Amsterdam machte.

In seiner Arbeit nutzt er Text, Bewegtbild, Skulptur und Rauminstallationen als Mittel, um Verstrickungen aufzulösen, Anderssein darzustellen und gemischte Gefühle zu würdigen.
 

In seinen jüngsten Projekten erforscht Königstein die unterschiedlichen Arten, wie wir die Vergangenheit in der Gegenwart leben, zum Beispiel durch Praktiken des Gedenkens, der Archivierung oder der Archäologie. In diesem Rahmen hat er mit zahlreichen internationalen Institutionen zusammengearbeitet, darunter die Musrara Collection of Oral-History in Jerusalem, das South-Africa House in Amsterdam, die Privatsammlung der britischen Archäologin Kathleen Kenyon an der Baylor University in Texas, die Izolyatsia Foundation in Kiew und das niederländische Nationale Architekturarchiv in Rotterdam.

Guy Königstein war von Oktober bis Dezember 2021 Resident im Haus der Geschichte des Rurhgebiets in Bochum.

Palliative Patterns

Kasia Fudakowski

Nahaufnahme von gepolsterten Sitzkissen mit einem farbenfrohen Muster.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Nahaufnahme einer mobilen Bühne mit einer Leinwand und Lautsprechern. Im Vordergrund ein Aufsteller mit einer geschwärzten Zeitung.

© Daniel Sadrowski

Hast du schon mal über dein eigenes Sterben nachgedacht? Die Künstlerin Kasia Fudakowski fragt in Palliative Patterns, ihrer Arbeit für die Grand Snail Tour, was passiert, wenn wir aufhören würden, den Tod zu verdrängen und stattdessen lernen, mit der Allgegenwart unserer Endlichkeit zu leben. 

Mit ihren Kissen und Vorhängen für den Grand Snail Tour-Trailer übersetzt die Künstlerin diese Idee in einen Raum zum Verweilen. Dazu vervielfältigt und spiegelt sie mikroskopische Aufnahmen von Gewebeveränderungen, die den tödlichen Krankheiten Gehirn-Aneurysma, Lewy-Körperchen-Demenz und Arteriosklerose zugrunde liegen, bis sie ein psychodelisches Muster ergeben, das auch an Rorschach-Tafeln denken lässt. Ursprünglich aus der Psychodiagnostik soll der Rorschach-Test Aufschlüsse über den mentalen Zustand/Gesundheit der*des Patient*innen geben. Hier, bei Fudakowski, werden die Besucher*innen zu Proband*innen, ihre Vorstellungen wiederum zum Teil der Installation.  

Dieses Gedankenspiel wird auch in weiteren Medien- und Veranstaltungsformaten trainiert: Als Gründungsmitglied der internationalen Künstler*innengruppe The Association for the Palliative Turn (APT) fordert Fudakowski geistreich und mit viel Humor immer wieder dazu auf, dem Tod und Abschied zu begegnen und herauszufinden, wie Akzeptanz statt Verdrängung neue Werte definiert: Fürsorge statt Zeitdruck, Qualität vor Quantität und eine Entlastung von dem ewigen Streben nach Fortschritt, denn: Es gibt ein Leben vor dem Tod. 

Palliative Patterns setzt auch eine Werklogik fort, die Fudakowski im Allgemeinen verfolgt: Ihr lebenslang laufendes Skulpturenprojekt Continuouslessness (seit 2017) wird erst mit ihrem Tod vollendet sein. Endlichkeit ist hier kein Thema, sondern strukturelle Bedingung. 

Künstler*in

Open Artsit

Kasia Fudakowski

Kasia Fudakowski arbeitet mit Skulptur, Film und Performance, um soziale Rätsel durch surreale Logik und Theorie aufzudecken.

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