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Fabian Hampel

© Daniel Sadrowski

Fabian Hampel (*1991) beschäftigt sich mit zeitgenössischen Technologien und interessiert sich sowohl für lineare, reflexive Formen als auch für abstrakte Grenzgebiete. Er stellt sich dabei Fragen wie: was wäre, hätte eine künstliche Intelligenz einen Krampfanfall? Seine Praxis läuft häufig auf essayistische Videoarbeiten hinaus, welche sich Themen wie Algorithmuskritik oder der Erprobung unbekannter Sichtweisen fiktiv nähern. Formal visuell kommt in dem jeweiligen Gebiet oft eben jene Technik zum Einsatz; sprich: wir beobachten eine Technologie, welche über sich selbst erzählt, dabei kann sie auch nur als künstlerisches Tool begriffen werden. In seiner Videoarbeit This Ghost Does Exist (2020) fordert ein neuronales Netz das Publikum zu einer kollektiven Halluzination heraus. In der Live Video-Skulptur BEFORE HE PAINTED THE WATER LILIES, MONET PLANTED THEM (2017) werden potenziell unendlich viele online Videos zu einer einzigen Collage summiert.

Von Juli bis September 2022 war Fabian Hampel Resident im Programm Zu Gast bei Urbane Künste Ruhr auf dem Halfmannshof Gelsenkirchen.

Hamminkeln

Begleitet wird die Grand Snail Tour von Künstler*innen aus dem Bereich Literatur, Fotografie und Zeichnung, die zeitgleich zum Aufenthalt des Tourmobils, Eindrücke und Reflexionen aus jeweils derselben Stadt sammeln und diese sie visuell oder literarisch ins Bild setzen. So entsteht ein Paratext zur 3-jährigen Tour, der in Form einer Reisechronik, ein Kaleidoskop an Geschichten, Verbindungen, Momentaufnahmen in den 53 Städten der Region als Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten zur Grand Snail Tour sichtbar werden lässt.

Hamminkeln von Erdem Teper

so müssen wohl die bäume über die menschen denken, 
der mensch ist ewig damit beschäftigt 
versteht, dass alles und jeder irgendwo
eins ist 
versteht, dass alles –  liebt und lacht und lebt in frieden existiert; stoa
versteht, dass es ist – ebenbild 
wenn mensch findet sich selbst 
vor uralten baumrinden 
ein wesen schaut das andere an, 
am ende haben beide einander
und somit sich selbst erkannt 
beide aus gerüst, beide aus haut 
nur dass der baum im wald sich zutraut
zurecht, dass er den menschen überlebt; 
während die zeit bereits 
das leichentuch des menschen webt 
und der baum schaut den menschen an, 
beide aus haut, rinde und knochen 
nur hat der neue mensch 
seine beziehung zur natur unterbrochen

Künstler*in

Open Artsit

©priscilliagrubo

Erdem Teper

Erdem Teper schreibt über alles, was Erdem fühlen lässt. Themengebiete in der Poesie sind oftmals philosophisch-religiösen Kontexten entsprungen.

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