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Die RuhrgebietsSpatzen

© Daniel Sadrowski

Die RuhrgebietsSpatzen sind Pani Kostka und Mercedes Tuccini. Das glamouröse Unterhaltungsduo aus dem Ruhrgebiet. Ihre Herzen schlagen Schlager!
Mercedes Tuccini initiiert und kuratiert als Jonas Leifert künstlerische Projekte, die aktuelle gesellschaftliche Themen aus der Perspektive des Ruhrgebietes historisch aufgreifen. Neben der Unterhaltungskultur des Ruhrkohlebezirks um 1900 interessiert er sich aktuell insbesondere für die Luftverschmutzung mit Umwelt- und Gesundheitsbewegung in den 1970er Jahren.
Pani Kostka, auch bekannt als Julia Nitschke, arbeitet als Performancekünstlerin, Kuratorin und Autorin, mit Fokus auf politisches Erinnern in queer-feministischen und familiären Post-Ost-Kontexten. Sie arbeitet mit Grupa Mauczka an künstlerischen Projekten zur Migrationsgeschichte Polens und hinterfragt mit absurden Performances deutsche Erinnerungspolitik.

Choir of Missed Connections

Aram Bartholl

Ein älterer Mann betrachtet eine futuristische Lampe mit integrierten Überwachungskameras.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Wir stehen unter einem Kronleuchter, der statt Kerzen fünf 360°-Kameras in Glühbirnenform trägt. Diese suchen pausenlos nach einer Internetverbindung, aus der Audioschleife von Verbindungsaufbau und Reset – „Entering peering mode“ und „Power on!" – wird ein Chor aus Fehlermeldungen, der uns im Grand Snail Tour Trailer umgibt.

Aram Bartholl – Medienkünstler, Aktivist und Professor – stellt seit Dekaden unser Medienverhalten und die Ökonomien sozialer Netzwerke zur Diskussion. Im heutigen Internet sieht er die zentralen Probleme im Rückzug in private und kommerzielle Nutzung, in Überwachung, Manipulation und den endlosen Datenfluten. Dabei ist Kontrolle durch Licht kein neues Phänomen: Straßenbeleuchtung dienten nicht zuletzt dazu, Sichtbarkeit im öffentlichen Raum herzustellen, um längere Arbeitszeiten zu ermöglichen, Bewegungen zu erfassen, Menschen zu kontrollieren. Geprägt von seiner Nähe zum Chaos Computer Club, überführt Bartholl Lücken und Absurditäten des digitalen Alltags in Objekte und Interventionen. Mit Dead Drops (seit 2010) zementierte er USB-Sticks in Mauerwerke – Speicher für einen anonyme Datenaustausch ohne Cloud, ohne Algorithmus, ohne Konzern. Für Skulptur Projekte Münster entwickelte Bartholl 2017 thermoelektrische Installationen an historischen Orten der Stadt, die das Feuer als ursprüngliches Kommunikationsmedium in Energie umwandelten: Ein ofenbeheizter Offline-Router am Fernmeldeturm, lagerfeuergespeiste Ladestationen für Mobiltelefone am Pumpenhaus – und einen Kronleuchter aus teelichtbetriebenen LED-Lampen in der Schlossunterführung. 

Choir of Missed Connections zieht nun als Soundskulptur durch abgelegene Kleinstädte, sucht Verbindungen – und wird im kommunikativen Sinne vielleicht auf unerwartete Weise fündig.

Künstler*in

Open Artsit

©Friso Gentsch

Aram Bartholl

 Aram Bartholl untersucht in seinen skulpturalen Arbeiten und Workshops digitale Medien, Überwachung und Plattformkapitalismus im öffentlichen Raum.

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