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Céline Berger

©Roland Baege

In ihren Objekten, Videos und Installationen setzt sich Céline Berger mit unserem Berufsleben auseinander und bindet dabei häufig externe Mitwirkende, Führungskräfte, Coaches oder Mitarbeiter von Firmen mit ein. Bergers Hauptaugenmerk liegt dabei auf den tagtäglichen Routinen, den kleinen Gesten oder Verhaltensmustern, die unseren Alltag prägen. Kurze Geschichten in Textform, geschriebene oder gesprochene Worte, stehen im Zentrum ihrer Arbeiten. Sie versteht ihre Praxis als „Suche nach neuen Wegen, um unser berufliches Arbeitsleben kritisch zu beleuchten – jenseits aller Vereinfachungen und bar jeder Ironie, ohne moralischen Unterton oder Fatalismus“.

Céline Berger (*1973) lebt und arbeitet in Köln und Rotterdam. Nach dem Studium der Physik sowie der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik war sie von 1997 bis 2008 für verschiedene internationale Mikroelektronikunternehmen als Produktions- und Projektingenieurin tätig. 2012 machte sie ihren Abschluss an der Kunsthochschule für Medien Köln und war von 2012 bis13 Residenzkünstlerin an der Rijksakademie van beeldende kunsten, Amsterdam. Ebenfalls 2012 wurde sie mit dem Nam June Paik Newcomer Award der Kunststiftung NRW ausgezeichnet.

Zu ihren bisherigen Ausstellungen zählen Präsentationen u.a. in der Temporary Gallery, Köln, 2014 & 2018; Karlin studio, Prag, 2018; Weltkunstzimmer, Düsseldorf, 2016; Museum Haus Lange, Krefeld, 2014; Stedelijk Museum Bureau, Amsterdam, 2014; Rijksakademie van beeldende kunsten, Amsterdam, 2012-2013; Beursschouwburg, Brüssel, 2013; Bundeskunsthalle, Bonn, 2011-2013; UCLA New Wight Biennial 2012, Los Angeles; Generali Deutschland Holding AG, Köln, 2011.

Choir of Missed Connections

Aram Bartholl

Ein älterer Mann betrachtet eine futuristische Lampe mit integrierten Überwachungskameras.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Wir stehen unter einem Kronleuchter, der statt Kerzen fünf 360°-Kameras in Glühbirnenform trägt. Diese suchen pausenlos nach einer Internetverbindung, aus der Audioschleife von Verbindungsaufbau und Reset – „Entering peering mode“ und „Power on!" – wird ein Chor aus Fehlermeldungen, der uns im Grand Snail Tour Trailer umgibt.

Aram Bartholl – Medienkünstler, Aktivist und Professor – stellt seit Dekaden unser Medienverhalten und die Ökonomien sozialer Netzwerke zur Diskussion. Im heutigen Internet sieht er die zentralen Probleme im Rückzug in private und kommerzielle Nutzung, in Überwachung, Manipulation und den endlosen Datenfluten. Dabei ist Kontrolle durch Licht kein neues Phänomen: Straßenbeleuchtung dienten nicht zuletzt dazu, Sichtbarkeit im öffentlichen Raum herzustellen, um längere Arbeitszeiten zu ermöglichen, Bewegungen zu erfassen, Menschen zu kontrollieren. Geprägt von seiner Nähe zum Chaos Computer Club, überführt Bartholl Lücken und Absurditäten des digitalen Alltags in Objekte und Interventionen. Mit Dead Drops (seit 2010) zementierte er USB-Sticks in Mauerwerke – Speicher für einen anonyme Datenaustausch ohne Cloud, ohne Algorithmus, ohne Konzern. Für Skulptur Projekte Münster entwickelte Bartholl 2017 thermoelektrische Installationen an historischen Orten der Stadt, die das Feuer als ursprüngliches Kommunikationsmedium in Energie umwandelten: Ein ofenbeheizter Offline-Router am Fernmeldeturm, lagerfeuergespeiste Ladestationen für Mobiltelefone am Pumpenhaus – und einen Kronleuchter aus teelichtbetriebenen LED-Lampen in der Schlossunterführung. 

Choir of Missed Connections zieht nun als Soundskulptur durch abgelegene Kleinstädte, sucht Verbindungen – und wird im kommunikativen Sinne vielleicht auf unerwartete Weise fündig.

Künstler*in

Open Artsit

©Friso Gentsch

Aram Bartholl

 Aram Bartholl untersucht in seinen skulpturalen Arbeiten und Workshops digitale Medien, Überwachung und Plattformkapitalismus im öffentlichen Raum.

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