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Multiple Koexistenzen

13.9.26, 16 Uhr

Adresse

Ev. Stadtkirche Sankt Petri
Westenhellweg / Petrikirchhof 1
44137 Dortmund

Barrierefreiheit

Stadtkirchen als offene Räume für unterschiedliche Nutzungen 

Gespräch mit Christel Schürmann, Pfarrerin und Geschäftsführerin Ev. Stadtkirche Sankt Petri, Ania Corcilius, Kuratorin und Künstlerische Leitung des Projekts St Maria als…, Britta Peters, Künstlerische Leitung Urbane Künste Ruhr und Weiteren

Die Ev. Stadtkirche Sankt Petri mitten in der Dortmunder Innenstadt lädt als offener Raum für die Stadtgesellschaft unabhängig von religiöser, konfessioneller oder gemeindlicher Bildung zu einer Vielzahl unterschiedlicher Formate ein. Sie ist ein Beispiel dafür, wie sich Kirchen von innen heraus erneuern und für verschiedene Nutzungen funktionieren können. 
Im Gespräch gehen die Referent*innen der Frage nach, wie sich Kirchen jenseits des Modells der entweihten Kulturkirche für neue Funktionen und Begegnungen öffnen können. Anknüpfend an die Ausstellung Unheimliche Verschiebungen von Urbane Künste Ruhr werfen sie außerdem einen Blick auf die Potentiale und Herausforderungen zeitgenössischer Kunstausstellungen in kirchlichen Räumen, die ihrerseits eigene Sammlungen und historische Rahmungen mitbringen.

Veranstalterin ist Urbane Künste Ruhr und die Ev. Stadtkirche Sankt Petri.

Ausstellung

  • Open Event

    © Heinrich Holtgreve

    Sa., 22.8. – So., 4.10.26mehr

    Unheimliche Verschiebungen

Choir of Missed Connections

Aram Bartholl

Ein älterer Mann betrachtet eine futuristische Lampe mit integrierten Überwachungskameras.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Wir stehen unter einem Kronleuchter, der statt Kerzen fünf 360°-Kameras in Glühbirnenform trägt. Diese suchen pausenlos nach einer Internetverbindung, aus der Audioschleife von Verbindungsaufbau und Reset – „Entering peering mode“ und „Power on!" – wird ein Chor aus Fehlermeldungen, der uns im Grand Snail Tour Trailer umgibt.

Aram Bartholl – Medienkünstler, Aktivist und Professor – stellt seit Dekaden unser Medienverhalten und die Ökonomien sozialer Netzwerke zur Diskussion. Im heutigen Internet sieht er die zentralen Probleme im Rückzug in private und kommerzielle Nutzung, in Überwachung, Manipulation und den endlosen Datenfluten. Dabei ist Kontrolle durch Licht kein neues Phänomen: Straßenbeleuchtung dienten nicht zuletzt dazu, Sichtbarkeit im öffentlichen Raum herzustellen, um längere Arbeitszeiten zu ermöglichen, Bewegungen zu erfassen, Menschen zu kontrollieren. Geprägt von seiner Nähe zum Chaos Computer Club, überführt Bartholl Lücken und Absurditäten des digitalen Alltags in Objekte und Interventionen. Mit Dead Drops (seit 2010) zementierte er USB-Sticks in Mauerwerke – Speicher für einen anonyme Datenaustausch ohne Cloud, ohne Algorithmus, ohne Konzern. Für Skulptur Projekte Münster entwickelte Bartholl 2017 thermoelektrische Installationen an historischen Orten der Stadt, die das Feuer als ursprüngliches Kommunikationsmedium in Energie umwandelten: Ein ofenbeheizter Offline-Router am Fernmeldeturm, lagerfeuergespeiste Ladestationen für Mobiltelefone am Pumpenhaus – und einen Kronleuchter aus teelichtbetriebenen LED-Lampen in der Schlossunterführung. 

Choir of Missed Connections zieht nun als Soundskulptur durch abgelegene Kleinstädte, sucht Verbindungen – und wird im kommunikativen Sinne vielleicht auf unerwartete Weise fündig.

Künstler*in

Open Artsit

©Friso Gentsch

Aram Bartholl

 Aram Bartholl untersucht in seinen skulpturalen Arbeiten und Workshops digitale Medien, Überwachung und Plattformkapitalismus im öffentlichen Raum.

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