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Housewarming

© Daniel Sadrowski

5.9.25, 18 Uhr

Adresse

Kokerei Hansa
Emscherallee 11
44369 Dortmund

Barrierefreiheit

Im Rahmen des Programms Zu Gast bei Urbane Künste Ruhr vergeben wir im Jahr 2025 erneut sechs dreimonatige Plätze für Recherchen und die Entwicklung von Projektideen im Ruhrgebiet. Am Freitag, 5. September laden wir euch ein, bei einem Housewarming auf der Kokerei Hansa in Dortmund die Künstler*innen und ihre Projektvorhaben kennenzulernen. 

Mit Adjoa Armah & Sel Kofiga (sakasaka), Antonia Beeskow & Lilli Lake, Enrico Bordieri, Anna M. Zentgraf & Marina Erler, Jingyun Li, Katrin Mayer und Ziran Sha Pei.

Zwei Plätze des Programms werden jeweils in Kooperation mit der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets und mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur ausgerichtet. Zwei weitere Aufenthalte sind für Künstler*innen mit einem Schwerpunkt Performance vorgesehen. 

Für die Planung bitten wir euch um Anmeldung unter zugast@urbanekuensteruhr.de 

Veranstalterin des Housewarmings ist die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.

Choir of Missed Connections

Aram Bartholl

Ein älterer Mann betrachtet eine futuristische Lampe mit integrierten Überwachungskameras.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Wir stehen unter einem Kronleuchter, der statt Kerzen fünf 360°-Kameras in Glühbirnenform trägt. Diese suchen pausenlos nach einer Internetverbindung, aus der Audioschleife von Verbindungsaufbau und Reset – „Entering peering mode“ und „Power on!" – wird ein Chor aus Fehlermeldungen, der uns im Grand Snail Tour Trailer umgibt.

Aram Bartholl – Medienkünstler, Aktivist und Professor – stellt seit Dekaden unser Medienverhalten und die Ökonomien sozialer Netzwerke zur Diskussion. Im heutigen Internet sieht er die zentralen Probleme im Rückzug in private und kommerzielle Nutzung, in Überwachung, Manipulation und den endlosen Datenfluten. Dabei ist Kontrolle durch Licht kein neues Phänomen: Straßenbeleuchtung dienten nicht zuletzt dazu, Sichtbarkeit im öffentlichen Raum herzustellen, um längere Arbeitszeiten zu ermöglichen, Bewegungen zu erfassen, Menschen zu kontrollieren. Geprägt von seiner Nähe zum Chaos Computer Club, überführt Bartholl Lücken und Absurditäten des digitalen Alltags in Objekte und Interventionen. Mit Dead Drops (seit 2010) zementierte er USB-Sticks in Mauerwerke – Speicher für einen anonyme Datenaustausch ohne Cloud, ohne Algorithmus, ohne Konzern. Für Skulptur Projekte Münster entwickelte Bartholl 2017 thermoelektrische Installationen an historischen Orten der Stadt, die das Feuer als ursprüngliches Kommunikationsmedium in Energie umwandelten: Ein ofenbeheizter Offline-Router am Fernmeldeturm, lagerfeuergespeiste Ladestationen für Mobiltelefone am Pumpenhaus – und einen Kronleuchter aus teelichtbetriebenen LED-Lampen in der Schlossunterführung. 

Choir of Missed Connections zieht nun als Soundskulptur durch abgelegene Kleinstädte, sucht Verbindungen – und wird im kommunikativen Sinne vielleicht auf unerwartete Weise fündig.

Künstler*in

Open Artsit

©Friso Gentsch

Aram Bartholl

 Aram Bartholl untersucht in seinen skulpturalen Arbeiten und Workshops digitale Medien, Überwachung und Plattformkapitalismus im öffentlichen Raum.

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