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Zu Gast
Jahrgang 2020

For the 2019/2020 edition, the focus was on artists whose work deals with ‘climate’ in the broadest sense, the thematic bracket of Ruhr Ding 2021.

The twelve-month residencies were awarded to the artist Euridice Kala (France/Mozambique) and the photographer Mohamed Altoum (Sudan). Altoum was already a scholarship holder of Zu Gast bei Urbane Künste Ruhr the previous year. Both residencies were linked to the joint Silent University Ruhr project launched in 2015 by Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim a. d. Ruhr and Urbane Künste Ruhr.

The three-month residencies were linked to KunstVereineRuhr. From July to September 2019, Nastassja Simensky from England and the Japanese-German duo Kyoco and Nico Alexander Taniyamaan came to the Ruhr region. From October to December 2019, Ana Alenso from Venezuela and Marianna Christofides from Cyprus were guests. From January to March 2020, Angharad Williams from Wales and Etienne Dietzel from Germany were at home in the Ruhr region. Jackie Karuti and Thomas Taube came to the Ruhr region from April to June 2020.

Artists

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©Angharad Williams Baege

The Wig

For Ruhr Ding: Schlaf, the Welsh artist Angharad Williams as part of the collective The Wig adevelops a work for the Makroscope rooms.

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©Roland Baege

Nastassja Simensky

Nastassja Simensky uses moving image, writing, music and performance to develop a material understanding of politics and history.

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©Roland Baege

Mohamed Altoum

Mohamed Altoum is a Sudanese visual artist, photographer and cameraman. n his works he combines selected visual impressions with storytelling.

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©Roland Baege

Marianna Christofides

In her practice Marianna Christofides deals with entangled narratives that constitute the different layers of multi-authored places.

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©Roland Baege

Kyoco Taniyama & Nico Alexander Taniyama

Kyoco+Nico are an artist duo from Tokyo and Berlin. The behaviour as well as the verbal syntax of the two cities tend to be exact opposites.

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©Roland Baege

Euridice Kala

Euridice Getulio Kala is an artist based in Paris. She was trained as a photographer at the Market Photo Workshop, Johannesburg.

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©Roland Baege

Etienne Dietzel

Etienne Dietzels works, which are frequently developed in cooperation with artists and specialists from various fields, are technical in nature, their appearance relating to their own genesis.

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©Roland Baege

Ana Alenso

Ana Alenso art focuses on the global dependence on resources and the concomitant political, social, and economic exploitation.

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Dortmund

Begleitet wird die Grand Snail Tour von Künstler*innen aus dem Bereich Literatur, Fotografie und Illustration, die zeitgleich zum Aufenthalt des Tourmobils, Eindrücke und Reflexionen aus jeweils derselben Stadt sammeln und diese sie visuell oder literarisch ins Bild setzen. So entsteht ein Paratext zur 3-jährigen Tour, der in Form einer Reisechronik, ein Kaleidoskop an Geschichten, Verbindungen, Momentaufnahmen in den 53 Städten der Region als Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten zur Grand Snail Tour sichtbar werden lässt.

Dortmund von Stefan Marx

Dortmund von Tunay Önder

Dortmund, hier kenne ich mich aus, höre ich mich sagen. Aber eigentlich kenne ich nur die Nordstadt. Ich finde, damit ist das Wesentliche abgesteckt.  
Es ist spät, als ich ankomme. Mein Weg führt mich direkt in die Münsterstraße zum Malak Grill, ich brauche einen Schwarztee Außerdem gibt es hier köstliche Kibbeh.  

Zuletzt saß ich hier vor fünf Jahren damals mit Imad und Tuğba. Das Favoriten Festival wollte, dass wir Unruhe stiften, also gab es über mehrere Tage ein Happening im Dietrich-Keuning-Haus. Wir nannten es Maşallah Dortmund und riefen die Stadtgesellschaft zur Kanakisierung auf. Es war eine Oase inmitten der Strapazen in Almanya.  

Dortmund hat damals deutliche Spuren in mir hinterlassen. Im Gegenzug haben auch wir unsere Spuren in der Stadt hinterlassen, darunter ein riesengroßer, handgefertigter, runder Holztisch, der mittlerweile als Versammlungsort für die Dortmunder Pentagon-Gespräche dient – eine Wertschätzung der ganz besonderen Art, wie ich finde.  

Bei der Grand Snail Tour in Dortmund werde ich Zeugin, wie die Staffelübergabe eine besondere Wendung annimmt. Zum Großaufgebot der Urbanen Künste Ruhr auf dem Nordmarkt gehört auch ein Pentagon-Gespräch zum Thema Gastarbeiter*innen-Denkmal, das die Stadt gerade auf den Weg bringt – und mit dabei der sagenumwobene Tisch, der genau dort gelandet ist, wo er hingehört: unter die Menschen, in den öffentlichen Raum.  

Am Nordmarkt treffe ich auf bekannte und unbekannte Menschen, die mir allesamt familiär vorkommen, weiß nicht warum vielleicht weil wir ähnliche Erfahrungswelten, Lebenslagen und Struggles teilen. Sprachen überlagern sich, die ich nur zum Teil verstehe. Das tut gut. Hier kann ich entspannen, muss nicht alles verstehen und kann einfach sein.  

Für einige Tage überlagern sich mehrere magische Dreiecke an diesem Ort. Der Bühnenanhänger, die mobile Infobox, der Kiosk of Solidarity – und dazwischen fliegende Pralinenschachteln, Teezeremonien, KI-gesteuerte Skulpturen, Chorgesänge, DJ-Sets, Lesungen, Debatten, Tänze und Talks – und irgendwann formiert sich die Versammlung zu einer Art Hochzeitsgesellschaft. Ein Bild brennt sich besonders in mein Gehirn: Unzählige Kinder aus der Mahalle auf weißen Gartenstühlen applaudieren, tosen, lachen, schreien und beteiligen sich ungefragt an allen Performances. Eine Kollegin fragt mich, ob es eigentlich etwas Vergleichbares in München gibt.  

Manchmal muss man die Stadt, in der man lebt verlassen, um anzukommen. So geht es mir, wenn ich ins Ruhrgebiet fahre. Weg von zu Hause und viel eher daheim. Und immer wieder die Frage, wie die Nordstadt es schafft, trotz aller Repressionen eine pulsierende, postmigrantische Lebensrealität zu etablieren. Keine Kohle, aber Leben auf den Straßen. Ein paar Schritte weiter, um die Stadt, in der man lebt Plakate an mehreren Hofeingängen. „Kein Vergessen, kein Vergeben, Mouhamed Lamine Dramé“ / „Von der Polizei ermordet. Am 8.8.2022“ / „Wie viele noch?“  

Es war sicher auch kein Zufall, dass der Nationalsozialistische Untergrund genau hier wütete und Mehmet Kubaşık in seinem Kiosk in der Mallinckrodtstraße ermordete. Es tröstet mich zu sehen, dass der Mehmet-Kubaşık-Platz ein lebendiger Ort geworden ist, an dem Menschen gerne abhängen und Sonnenblumenkerne essen. Es weht ein widerspenstiger Wind an diesem Platz. 

Dortmund von Cihan Çakmak

Die in Dortmund entstandenen Fotografien vereinen Menschen, im Selbstportrait, die entweder selbst oder in transgenerationaler Folge Krieg, Vertreibung und Identitäts-Blockaden erlitten haben. Die Posen der Protagonisten vereinen Trauer und Widerstand.

Stops

Open "Dortmund"
3.7.25, 15:30 – 5.7.25, 22 h

Appreciating in Dortmund

Dortmund

Artists

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Stefan Marx

Stefan Marx is an artist and illustrator. He develops designs for various companies, creates the artwork for record covers and fanzines, but has also developed a design for the Königliche Porzellanmanufaktur. 

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xxx

©Anton Kaun

Tunay Önder

Tunay Önder works at the interface of text, performance, installation and discourse. She is particularly interested in emancipatory struggles in the context of the migration society. 

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Cihan Çakmak

Cihan Çakmak was born in Lower Saxony in 1993 and grew up in Worpswede and Bremen. After studying photography at the Dortmund University of Applied Sciences and Arts, with an interim study visit to Lisbon, she enrolled at the Leipzig Academy of Visual Arts in 2017. 

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