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THE HUDDLE

©Heinrich Holtgreve

11.8. – 18.9.22

Adresse

THE HUDDLE
An Der Jahrhunderthalle 1
44793 Bochum

In THE HUDDLE lässt Katja Aufleger mehrere bewegliche Baumaschinen – funktionsentfremdet und neu definiert – in einen ungewöhnlichen Dialog treten. Im Sport verweist der titelgebende Huddle auf ein Zusammenkommen der Mannschaft, um eine Strategie für den nächsten Spielzug zu besprechen.

Ähnlich wie in ihrer Installation Applause, 2021, die einen Bagger kraftvoll in die Hände klatschen ließ, entwickelt die in Berlin lebende Künstlerin für die Maschinen eine eigene Klangsprache, auch ihre Gesten und Bewegungen folgen einer inneren Logik. Der vertraute Anblick von Baugeräten im öffentlichen Raum erscheint verfremdet und weckt neue Assoziationen. Steht diese archaisch wirkende Gesellschaft vielleicht in einer direkten Verwandtschaftslinie zu modernsten Robotern? Wollen sie uns etwas sagen oder geht es gar nicht mehr um die Interaktion mit uns Menschen? Katja Aufleger ist in den letzten Jahren durch eindrucksvolle, spannungsgeladene Bilder und Skulpturen bekannt geworden, die vielfältige Interpretationen zulassen, ohne ins Beliebige abzurutschen. Wie sie diesen Balanceakt meistert und ob wir als Besucher*innen das Zusammenspiel beobachten oder auslösen, ist auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum zu erfahren.

Mit THE HUDDLE (playoff) zeigt die Künstlerin Katja Aufleger mittels Augmented Reality spannungsgeladene Momente zwischen Baggern, die an ausgewählten Orten im Bochumer Stadtraum zu erleben sind.

Künstlerin

Open Artsit
Porträt der Künstlerin Katja Aufleger, deren Werke zwischen Skulptur, Film und Installation changieren, mit verschränkten Armen vor einem weißen Hintergrund.

© Andrzej Steinbach

Katja Aufleger

Die künstlerischen Arbeiten von Katja Auleger beobachten mit ästhetischer Präzision (gesellschaftliche) Zusammenhänge und Systeme kritisch und sind von einem subtilen Humor durchzogen.

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Tablescapes

Nils Norman

Ein älterer Mann mit Hut schreibt in ein Notizbuch an einem Tisch mit gedrucktem Architekturmotiv.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Neutral und funktional sollten mobile Tische sein. Doch die von Nils Norman irritieren diese Selbstverständlichkeit: Ihre Oberflächen zeigen ausgefräste Elemente unterschiedlicher Architekturen aus dem Ruhrgebiet – Kirchtürme, Fassaden aus der Gründerzeit, Platten- oder Gewerbebauten. Was als schlichte Arbeitsunterlage dient, wird zur opulenten Modelllandschaft. 

Norman arbeitet seit vielen Jahren interdisziplinär an der Schnittstelle von Skulptur, Natur, Architektur, Stadtplanung, Möbeldesign und Pädagogik, stets zur Frage: Wem gehört der öffentliche Raum und wer darf ihn gestalten? Er entwickelte Fußgängerbrücken, Theatervorhänge, Spielplätze, Gärten und Wegeleitsysteme, wobei er mit viel Humor seine Kritik an gängigen Vorstellungen von Stadtentwicklung, Lokalpolitik und ökonomischen Systemen formuliert. In seinem Archiv Urbanomics sammelt er seit 1997 Sicherheitsarchitekturen, wobei ihn die Frage nach der Gestaltung von Kontrolle interessiert und wie die Nutzung eines Raumes durch dessen Design beeinflusst wird. Mit dem umgebauten Reisebus mit Gewächshaus und Lesesaal Geocruiser (2002) schuf er eine mobile Bildungs- und Begegnungsinfrastruktur. 2005 ließ er mit einer 80m langen Brücke inklusive See und Insel einen neu gebauten Stadtteil im dänischen Roskilde mit seinen Nachbarschaften verbinden. 

Normans Tische für die Grand Snail Tour erfüllen eine Funktion und unterlaufen sie zugleich. Die klappbaren Gestelle verbinden Flexibilität und Mobilität mit barocker Ausgestaltung – Oberflächen, die mehr erzählen als nötig. Als Teil der Sammlung reisen sie von Beginn an mit, werden aufgestellt, verwendet und wieder eingeklappt. An jedem Stopp treffen die Tisch-Landschaften auf neue Stadträume und erzeugen stets eine produktive Reibung zwischen dem abgebildeten und tatsächlichen Ort. 

Künstler*in

Open Artsit

Nils Norman

Nils Norman ist ein in Amsterdam und München lebender Künstler. Er arbeitet interdisziplinär in den Bereichen Kunst im öffentlichen Raum, Architektur und Stadtplanung.

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