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Vergangen Aktuell

Vergangene Ausstellungen

Urbane Künste Ruhr besitzt keine eigenen Ausstellungsräume, sondern aktiviert und schafft öffentliche Orte künstlerischer Begegnung und Auseinandersetzung. Unter Ausstellungen finden sich alle Formate zusammengefasst, die zeitgleich mehrere Werke und Performances zeigen. Dazu gehören die große, jeweils vier Städte umfassende Ruhr-Ding-Trilogie von 2019 bis 2023 genauso wie der regelmäßige Beitrag von Urbane Künste Ruhr zur Ruhrtriennale sowie weitere Projekte außer der Reihe.

Open "Landscapes of  an Ongoing Past"

© Henning Rogge

16.8. – 22.9.24

Landscapes of 
an Ongoing Past

EssenRuhrtriennale
Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Künstler*innen aus dem ehemals sozialistischen Osten Europas, die den Blick auf werdende und vergehende Landschaften werfen.
Open "Healing Complex  Takeover"

© Caroline Seidel

3.5. – 29.6.24

Healing Complex 
Takeover

Gelsenkirchen
Von April bis Ende Juni 2024 übernahmen Anne Arndt und Camilo Pachón den Healing Complex und entwickelten jeweils ein Programm für die Nachbarschaft.
Open "Healing Complex  (2018 — ongoing)"

© Henning Rogge

3.6.22 – 29.6.24

Healing Complex 
(2018 — ongoing)

Gelsenkirchen
Seit 2022 betrieb Urbane Künste Ruhr das Projekt Healing Complex (2018–ongoing), das von Irena Haiduk nach dem Vorbild antiker Heilstätten initiiert wurde.
Open "archive.ukr.de"
Weitere vergangene Projekte findest Du in unserem Archiv
 archive.ukr.de 
For more past projects check out our archive

Local Blackouts

Lütfiye Güzel

Eine Person mit brauner Lederjacke betrachtet eine große, gedruckte Zeitung auf einem Aufsteller mit der Überschrift 'Wesel'.

© Daniel Sadrowski

Ein Schild mit einer abstrahierten Zeitungsgestaltung mit wenig Text.

© Heinrich Holtgreve

Ausgangsmaterial ist ein besonders kurzweiliges Format aus dem Alltag: die Tageszeitung. Lütfiye Güzel, Poetin aus Duisburg und Vertreterin eines konsequent selbstverlegten, körpernahen Schreibens, lässt sich für die Grand Snail Tour von Projektpartner*innen und Passant*innen Lokalzeitungen und -beilagen aus den zu bereisenden Städten zusenden. Aus diesen Dokumenten erzeugt Güzel durch gezieltes Ausstreichen und Schwärzen von Textpassagen insgesamt 53 Gedichte — Local Blackouts —, die auf Aufstellern an jeder Station veröffentlicht werden.

Die Methode der Blackout Poetry ist eine Form der Found Poetry und wird bei Güzel zum politischen Akt. Das Schwärzen zitiert die Logik der Zensur, kehrt sie aber um, denn das unkenntlich Machen hat nicht Unterdrückung, sondern Verdichtung zum Ziel: Was bleibt, wenn der redaktionelle Lärm verschwindet? Lyrische Miniaturen, die in ihrer Knappheit dem Haiku ähnlich ist. Güzels Entscheidung, diese Textarbeiten im öffentlichen Raum zu zeigen, stellt zudem implizit die Frage: Für wen werden solche Texte geschrieben, und wer kommt darin vor?

Lokalzeitungen sind ein ambivalentes Medium. Sie fördern und informieren Nachbarschaften jenseits von Social Media — doch die Sprache und Nachrichtenauswahl ist häufig hetzerisch und vereinfachend. Tatsache ist, dass Lokalzeitungen an Bedeutung und finanzielle Unterstützung verlieren. Güzels Aneignung bewahrt und befragt dieses Erbe zugleich. Präsentiert auf herkömmlichen Presseaufstellern verleiht ihre Arbeit der Grand Snail Tour ein vertrautes Erscheinungsbild von regionaler Kultur und überführt diese gleichzeitig in die poetische Abstraktion.

Künstler*in

Open Artsit

©Ben Knabe

Lütfiye Güzel

Lütfiye Güzel ist Dichterin und bringt seit 2014 Gedichte unter ihrem eigenen Label go-güzel-publishing heraus.

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