

Willkommen im Pressebereich von Urbane Künste Ruhr. Hier finden Sie aktuelle Pressemitteilungen zum Programm, Pressemappen, Bilder in druckfähiger Auflösung sowie allgemeine Informationen. Weiteres Pressematerial senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu. Bei Rückfragen, Interviewwünschen und der Themenfindung helfen wir jederzeit gerne weiter.



© Heinrich Holtgreve



© Heinrich Holtgreve

© Heinrich Holtgreve

© Marta Dyachenko

© Yuri Yefanow

© Daniel Sadrowski

© Caroline Seidel

© Caroline Seidel
Hier finden Sie druckfähige Pressefotos zum Download. Die Bilder stehen Ihnen honorarfrei ausschließlich im Zusammenhang mit der Berichterstattung zu Urbane Künste Ruhr und bei Nennung des Copyrights zur Verfügung. Die Angaben entnehmen Sie bitte den jeweiligen Datei-Informationen. Weitere Fotos schicken wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.















































Die Ausstellung Zwischen Erfinden und Erfassen wirft mit Arbeiten internationaler Künstler*innen einen gegenwärtigen Blick auf den Duisburger Innenhafen.

Die Ausstellung Zwischen Erfinden und Erfassen wirft mit Arbeiten internationaler Künstler*innen einen gegenwärtigen Blick auf den Duisburger Innenhafen.

Die Ausstellung Zwischen Erfinden und Erfassen wirft mit Arbeiten internationaler Künstler*innen einen gegenwärtigen Blick auf den Duisburger Innenhafen.

Die Ausstellung Zwischen Erfinden und Erfassen wirft mit Arbeiten internationaler Künstler*innen einen gegenwärtigen Blick auf den Duisburger Innenhafen.

Die Ausstellung Zwischen Erfinden und Erfassen wirft mit Arbeiten internationaler Künstler*innen einen gegenwärtigen Blick auf den Duisburger Innenhafen.

Therese Schuleit vom Mülheimer Museum für Fotokopie beim "Drucken in Dorsten" während der Grand Snail Tour 2025.

Der Bochumer Landschaftsarchitekt Sebastian Sowa mit seiner eigens für die Grand Snail Tour entworfenen mobilen Minigolfbahn.

Der Künstler Nils Norman gestaltete für die Grand Snail Tour von Urbane KünsteRuhr eine Serie von Tischen, die auf Fotos unterschiedlicher Architekturtypen in der Region basiert.

Pani Kostka (Julia Nitschke) und Mercedes Tuccini (Jonas Leifert) aka Die RuhrgebietsSpatzen bei ihrem Auftritt in Schermbeck im Rahmen der Grand Snail Tour von Urbane Künste Ruhr.


Die Duisburger Autorin Lütfiye Güzel lässtbei ihren Local Blackouts wie hier in Xanten durch das Ausstreichen und Schwärzen von Textpassagen in Lokalzeitungen nach und nach 53 Gedichte für die Grand Snail Tour entstehen.













Begleitet wird die Grand Snail Tour von Künstler*innen aus dem Bereich Literatur, Fotografie und Illustration, die zeitgleich zum Aufenthalt des Tourmobils, Eindrücke und Reflexionen aus jeweils derselben Stadt sammeln und diese sie visuell oder literarisch ins Bild setzen. So entsteht ein Paratext zur 3-jährigen Tour, der in Form einer Reisechronik, ein Kaleidoskop an Geschichten, Verbindungen, Momentaufnahmen in den 53 Städten der Region als Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten zur Grand Snail Tour sichtbar werden lässt.

© Daniel Sadrowski
© Daniel Sadrowski
Ich fahr da rein mit dem Bus.
„Schönen Abend noch!“
ruft der Fahrer den Fahrgästen nach, allen,
„have a nice evening!“
Downtown in Breckerfeld. Die Tür des Hotels ist massiv und aus Holz, im Zimmer roll ich mich auf beige-grauer Auslegeware, Schreibtisch und Bett Buche hell, ansonsten viel Silbermetallic, wie in den 00ern, als das die Lieblingsfarbe für Autos war.
Nachts noch geh ich spazieren und bemerke Breckerfelds beeindruckendes Höhenprofil. Die liebliche Landschaft, die losgeht, wo die gestalteten Vorgärten aufhören, seh ich dann tags drauf bei Sonnenschein. Der Lokaljournalist sagt,
„die Breckerfelder leben gerne in Breckerfeld.“
Ich guck es mir genauer an: Hansering-Park, drum herum viel Universalverbundpflasterstein, historischer Stadtkern, Bronze-Ensemble an der Denkmalstraße, denn Breckerfeld machte einstmals in Stahl, im Norden Aldi, Rewe, Edeka, im Osten ein beträchtlicher Friedhof, außerdem Autos, die hier Kreisel rein, Kreisel raus, über die Frankfurter Straße durch Breckerfeld adern.
„Mit Milch oder mit Sahne?“,
werd ich gefragt im Eiscafé Venezia, nachdem ich einen Cappuccino bestelle, doch da liebäugle ich längst mit dem Eisbecher „Flipper“, weil der mit einem „Touch Amarenasauce“ kommt, und ich will das schon allein, weil ich das Wort Touch ewig nicht gehört hab. Aber leider keine Zeit für diese Ewigkeit, denn ich will wissen, was die Kinder ins All schicken wollen:
»Funken in Breckerfeld«
deshalb sind wir hier. Zwischen Schule und Sportplatz ist er aufgestellt: Mona Schulzeks Outer Space Transmitter. Er sendet Botschaften ins All. Direkt aus Breckerfeld. Eine Grundschulklasse kommt, holt die Stifte raus, die Zettel. Die Kinder haben mehr Fragen als Wünsche, schonmal interessant, sie richten sie aber nicht ziellos ins All, in alles, was da sein könnte, sondern gehen direkt rein, in medias res,
„Aliens“,
komm, darum geht es doch hier, und über die wollen wir natürlich ALLES wissen, erstmal:
„was könnt ihr?“
Direkt meine Lieblingsfrage. Sie zielt ins Wesen extraterrestrischen Lebens und fragt entwaffnend klug, was Akademiker:innen auch nicht besser wissen wollen könnten.
Dann:
„Seid ihr nett?“
„Wollt ihr Krieg?“
„Könnt ihr Basketball?“
Ich hoffe, die Aliens antworten. Mona Schulzek nimmt die Fragen jedenfalls ernst, übersetzt sie in ihr eigens entwickeltes Zeichensystem, und sendet.
„Wenn ihr nett seid, zeigt euch!“
Die Künstlerin erklärt den Kindern,
„Es gibt mehr Sterne im All als Sandkörner auf der Erde.“
Sie staunen nicht schlecht, und ich frag mich, wo eigentlich die Transmitter-Monas meiner Kindheit waren. Ein lizenzierter Hobby-Funker zeigt den Kindern sein Funkgerät, sagt,
„So ein Gerät habt ihr sicher alle zuhause zum Räuber und Gendarm spielen.“
Die Kinder gucken.
„Digga“,
murmeln sie, zeichnen noch ein Pferd und noch ein Alien, dann kommt der Bus.
Und es ist wieder ruhig um den Outer Space Transmitter.
Als ich überlege, welche Botschaft ich ins All senden würde, geht mir noch einmal der „Touch“ durch den Kopf, und alle verabschieden sich. Die Künstlerin, das Team und ich.
Bei meinem letzten Spaziergang über wunderschöne Pfade dieser kleinsten Hansestadt der Welt (stimmt nicht, das ist Werben an der Elbe, hab gegoogelt), durch die Dämmerung entlang dem ersten zarten Frühlingsgrün, komm ich an einem Gartenzwerg im Wald vorbei, erschreck mich hart, doch gehe erwachsen weiter.
Bevor meine Zeit hier vorbei ist, treibt mich mein Hunger noch ins „Wirtshaus Anno 1739“, und das möchte ich bitte genauso mit nachhause nehmen. Jedoch es gehört Breckerfeld. Und das hat auch die passenden Menschen dafür, die glasklar lachen oder scheppernd wie Büchsen, Hauptsache heiter, und ihre Brause schlürfen, die Tasse Kaffee und auch das Glas Wein.
„Wir haben erst vor einer Woche aufgemacht!“
Toi toi toi! Es ist Leben in Breckerfeld.

© Jewgeni Roppel
Caren Jeß, geboren 1985 in Eckernförde, studierte Deutsche Philologie und Neuere deutsche Literatur in Freiburg i.Br und Berlin.