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The Troubadour von Ari Benjamin Meyers in Koproduktion mit der Manifesta 16 Ruhr
3.7.2026

Der Troubadour wird durch das Ruhrgebiet reisen – von Dortmund nach Duisburg, von Stadt zu Stadt, von Auftritt zu Auftritt, von Begegnung zu Begegnung. Im Mittelpunkt steht die Idee der kontinuierlichen Präsenz: Reisen, Ausruhen, Proben und Auftreten als eine ununterbrochene Reise; ein musikalisches Experiment, bei dem Gespräche, Gastfreundschaft und gemeinsame Erlebnisse ein sich ständig erweiterndes Repertoire an Liedern, Texten und Geschichten entstehen lassen. Was an einem Ort gehört, erlebt und ausgetauscht wird, wird an den nächsten Ort weitergetragen. 

Die Enduring Performance findet vom 10. August bis zum 10. September an verschiedenen Orten im Ruhrgebiet sowie am 19. September in der Ev. Stadtkirche Sankt Petri in Dortmund statt. Weitere Termine kommunizieren wir auf unserer Website.

The Troubadour von Ari Benjamin Meyers ist eine Koproduktion von Urbane Künste Ruhr und Manifesta 16 Ruhr und Teil unserer Ausstellung Unheimliche Verschiebungen.

floor pieces and stanchions

Cem A.

© Amina Falah

© Daniel Sadrowski 

© Amina Falah

© Daniel Sadrowski 

Absperrbänder und Bodenaufsteller sind Infrastrukturen des Gehorsams. Sie strukturieren, lenken, verweisen, doch entgegen dem Eindruck, den sie erwecken, richten sie sich keineswegs an alle gleichermaßen. Wer Zugang zu welchen Räumen erhält, welche Körper wo willkommen sind und welche umgeleitet werden: diese Fragen sind in die Alltagssemiotik des öffentlichen Raums eingeschrieben, ohne je explizit gestellt zu werden. Cem A. macht genau diese leise Rhetorik mit seinen floor pieces and stanchions sichtbar. 

Als fester Bestandteil der Grand Snail Tour-Sammlung können die gelben Warnschilder, Bodenaufsteller und Absperrungen, die an administrative Innenräume von Behörden oder der Arbeitsagentur erinnern, nach draußen verlagert werden. Die Texte auf den Schildern von Cem A. oszillieren zwischen Verhaltensanweisung und Kunstkommentar. Wie mit seiner Arbeit Thank you for your understanding 2023 für die Berlinische Galerie erprobt, offenbaren seine Textblöcke aber vor allem institutionelle Höflichkeitsformeln als freundlich verkleidete Ausschlusslogiken. Darüber hinaus können uns die knappen, direkten Aussagen, die durch Kontextverschiebung irritieren, an Memes erinnern, die der Künstler in den physischen Raum überträgt. 

Cem A. studierte Anthropologie, was seinen analytischen Blick auf soziale Choreografien prägt ebenso wie den Seiteneingang, über den er die Kunstwelt betrat und stetig befragt. Als Gründer von Crit Club — einer Veranstaltungsreihe, die Kunstkritik mit der Direktheit sportlicher Debatten kreuzt — überführt er Dynamiken aus dem Sport ins Feld der Kunst: Transparenz, explizite Regeln, öffentliche Auseinandersetzung. Cem A. benennt die Mechanismen der Kunstwelt mit demselben sachlichen Gestus, mit dem die Aufschrift Achtung Rutschgefahr mitteilt, dass man besser aufpassen sollte. 

Künstler*in

Open Artsit

Cem A.

Cem A. ist ein Künstler mit einem Hintergrund in Anthropologie. Er ist bekannt als Betreiber der Kunst-Meme-Seite @freeze_magazine und für seine ortsspezifischen Installationen. 

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