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Leichte Sprache


Informationen in Leichter Sprache

Auf dieser Internet-Seite findest du Informationen in Leichter Sprache. 
Hier findest du Informationen über diese Dinge: 

  • Urbane Künste Ruhr
  • Dein Besuch

Was ist Urbane Künste Ruhr?

Urbane Künste Ruhr ist eine Kunst-Organisation im Ruhr-Gebiet.
Das Ruhr-Gebiet ist eine Region in Deutschland.

In dieser Region gibt es viele Städte.
Das Ruhr-Gebiet war bekannt für seine Schwer-Industrie. 

Das bedeutet:
Im Ruhr-Gebiet gab es viele Berg-Werke.
Und im Ruhr-Gebiet wurde viel Stahl gemacht.

Künste sind verschiedene Arten von Kunst.
Dazu gehören zum Beispiel diese Dinge: 

  • Bilder
  • Musik
  • Theater
  • Kunst-Werke draußen

Urban bedeutet: 
Etwas hat mit dem Leben in einer Stadt zu tun.

Urbane Künste heißt also: 
Kunst in der Stadt.

Wer leitet Urbane Künste Ruhr?

Die künstlerische Leiterin von Urbane Künste Ruhr heißt: 
Britta Peters.
Die künstlerische Leiterin entscheidet 
über das Programm von Urbane Künste Ruhr.
Britta Peters ist seit 2018 die Leiterin von Urbane Künste Ruhr.
Außerdem ist Britta Peters Kuratorin.
Eine Kuratorin plant Ausstellungen.
Und eine Kuratorin bespricht mit den Künstlern und Künstlerinnen:
Was zeigen wir in der Ausstellung?
Das Ziel von Britta Peters ist:
Kunst soll stattfinden. 
Das ist wichtig für uns alle. 
Kunst soll bekannter werden.
Dabei arbeitet Britta Peters mit vielen Menschen zusammen. 
Einige von diesen Menschen sind das Team bei Urbane Künste Ruhr.
Andere Menschen unterstützen das Projekt.
Diese Menschen finden das Projekt nämlich gut. 

Was macht Urbane Künste Ruhr?

Urbane Künste Ruhr zeigt Kunst an vielen verschiedenen Orten
Dazu gehören zum Beispiel leere Geschäfte. 
Und dazu gehören große Plätze in der Stadt.
Die Kunst bleibt nicht für immer an diesen Orten. 
Die Kunst ist nur für eine bestimmte Zeit da. 
Das nennt man:
temporär

Urbane Künste Ruhr macht verschiedene Projekte
Dazu gehören zum Beispiel diese Projekte: 

  • Ausstellungen an besonderen Orten
  • ein Programm für ausgewählte Künstler und Künstlerinnen 
    Einmal im Jahr kommen Künstler und Künstlerinnen nur zu Besuch
    ins Ruhr-Gebiet. 
    Diese Künstler und Künstlerinnen dürfen 3 Monate
    im Ruhr-Gebiet wohnen. 
    Die Künstler und Künstlerinnen dürfen in dieser Zeit
    an einem eigenen Kunst-Projekt arbeiten.
  • eine besondere Kunst-Reise  
    Diese Kunst-Reise heißt:  
    Grand Snail Tour
    Das ist Englisch und heißt:  
    Große Schnecken-Tour.  
    Die Tour reist langsam durch viele Städte im Ruhr-Gebiet. 
    Die Reise dauert 3 Jahre. 

Urbane Künste Ruhr arbeitet mit vielen Menschen zusammen
Dazu gehören zum Beispiel Künstler und Künstlerinnen aus Deutschland.
Und dazu gehören Künstler und Künstlerinnen aus anderen Ländern.

Dein Besuch

Alle Veranstaltungen von Urbane Künste Ruhr sind kostenlos
Du musst kein Geld bezahlen.

Barriere-Freiheit  

Bei Urbane Künste Ruhr sollen möglichst viele Veranstaltungen  
barrierefrei sein. 
Das bedeutet:  
Viele Menschen können bei den Veranstaltungen dabei sein. 
Und viele Menschen können bei den Veranstaltungen mitmachen. 

Viele Projekte sind draußen.  
Die Projekte sind oft barrierefrei. 
Das heißt zum Beispiel:
Es gibt keine Stufen.
Auf der Internet-Seite zu den Projekten findest du Informationen  
zu diesen Fragen: 

  • Gibt es Barrieren?
  • Welche Barrieren gibt es? 

So kannst du deinen Besuch besser planen. 

Wir helfen  

Hast du eine Frage? 
Brauchst du Hilfe? 
Dann helfen dir die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
von Urbane Künste Ruhr. 
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben ein T-Shirt
von Urbane Künste Ruhr an. 
Du kannst die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen immer ansprechen. 


Der Text wurde übersetzt von Inklusiv.
https://inklusiv.online/

Geprüft Lebenshilfe Hattingen e.V.

Haltern am See

Begleitet wird die Grand Snail Tour von Künstler*innen aus dem Bereich Literatur, Fotografie und Zeichnung, die zeitgleich zum Aufenthalt des Tourmobils, Eindrücke und Reflexionen aus jeweils derselben Stadt sammeln und diese sie visuell oder literarisch ins Bild setzen. So entsteht ein Paratext zur 3-jährigen Tour, der in Form einer Reisechronik, ein Kaleidoskop an Geschichten, Verbindungen, Momentaufnahmen in den 53 Städten der Region als Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten zur Grand Snail Tour sichtbar werden lässt.

Haltern am See von Luna Ali

Haltestelle fast verpasst, ich greife nach all meinen Sachen, die Bahn hielt schon an, ich stieg aus, laufe zur Bank, setze alles ab. Angekommen, alles in der Tasche verstaut. Es geht los. Ich atme die Luft ein, vielleicht riecht sie hier anders, ich stelle keinen Unterschied fest.

An einem Unterstand hängt das Gemälde eines Mannes. Er blickt ernst, grün trägt er. Sein Vorname ist übermalt, aber unter dem Weiß lese ich noch Torquato, noch sichtbar der Nachname: Tasso. Ich denke an Goethe, aber weiß nicht weiter als ein Poet, der in den Wahnsinn wandert. 

Lebenstein lese ich auf dem Weg an einem ehemaligen jüdischen Friedhof vorbei, die Namen im Stein der Gräber ausgeschlagen. Lebenstein, der einzige Überlebende Jude aus Haltern am See. Lebenstein schreibt, dass er vor seiner ersten Reise nach Deutschland noch voller Hass und Wut war, 1938 aus seinem Haus vertrieben worden zu sein. Lebenstein sagte, der Weltfriede läge in den Händen derjeniger, die es sich wünschen. Was muss also geschehen, um von Wut und Hass zu Weltfrieden und Versöhnung zu kommen? Ich schreibe und denke an Syrien.

Trotzdem weiter bis zum See, an einem anderen Friedhof vorbei. Hier liegen ganze Familien, die Gräber tragen ihre Namen. 

Entlang am See, die Baume tragen auch Namen. Entlang am See ein Zaun, im See Trinkwasser. Ich setze mich auf eine Bank, am Zaun, hier steht: „Das, was ich fühle, passt nicht in deinen kapitalistischen Kopf“. Ich esse meine Walnuss-Ahorn-Schnecke.

Regen gibt es heute nicht, die Sonne scheint. Ich ziehe meine Jacke aus, es ist zu warm. Weiter geht es, ich laufe in die andere Richtung. Der Aushang informiert, dass die Fähre am 13. April 2024 ausfällt.

Nari nareen, albi min gamaloo, schallt es aus einem weißen Transporter, ein Klassiker aus dem Jahr 2000. Der Paketboote von Hermes, ich sehe ihn nun zum zweiten Mal. Das erste Mal an einer Ampel, mit einem anderen Lied. Das zweite Mal hält er an, steigt aus, holt ein Paket von hinten, verschwindet zwischen den Häusern, kehrt zurück, steigt ein, fährt davon, beliefert die Stadt.

Ankommen ist einfach in Haltern am See, merke ich ein paar Stunden später. Es ist lebendig hier, am Brunnen vor der Kirche spielen Kinder. Alles nicht ruhig, laut, Geschrei, Gelächter, vielleicht liegt es am Wetter, vielleicht aber auch an dem Gefühl „Shoppen, wo andere Urlaub machen“, wie es in einem Schaufenster hängt. Der See ist ja nur teilweise umzäunt, erfahre ich. Man schwimmt hier im Trinkwasser. 

Manchmal ist es nicht so einfach ins Blaue hineinzuschreiben, da muss das Gefühl schon sehr stark sein. Einfacher ist es, einen Textauftrag zu geben. Ich beauftrage das Büro für außerordentliche Schreibangelegenheiten mir eine Chronik für meinen Aufenthalt in Haltern am See zu schreiben. Insgesamt erhalten sie 38 Aufträge, von denen Caren Jeß und Tim Holland uns sechs vorlesen. Haltern am See vergibt vor allem Aufträge für Liebesbriefe, aber ein Wohnungsgesuch und eine Kündigung gibt es auch. Mir bleibt FF im Kopf.

Skulpturen im öffentlichen Raum, meine Sammlung: Drei Gänse und ein Mädchen mit einem Stock in der Hand. Der gescheiterte Varus, schaut ungläubig. Zwei Männer im Sprung. Eine Kuh am Wegesrand. Zwei Frauen und ein Hund am Marktbrunnen. Unschlüssig bin ich darüber, was es mit den Skulpturen auf sich hat, was sie in ihrer Summe bedeuten, ein Bruchteil habe ich nur gesehen. Ist es die Erzählung der Stadt? Die Aneignung des öffentlichen Raumes aus den Fängen der Bauverordnung? Ist eine Skulptur nicht selbst eine Art Blackbox eines komplizierten Verwaltungsprozesses? 

Extrablatt, Feierabend. 

Einen letzten Absatz will ich noch schreiben: Der Name der Stadt bietet Späße wie „Zusammenhalte(r)n für Demokratie!“ Dass es in Tagen wie diesen leider nicht nur ein Wortspiel ist, sondern dringende Pflicht, ist die bittere Realität in einer pluralen Gesellschaft. Der Angriff auf elementare Grundrechte wurde schon vor den Koalitionsverhandlungen durch „die kleine Anfrage“ der CDU deutlich. Nun wissen wir, dass es bei „kleinen Anfragen“ nicht bleiben wird. Vom Entzug von Staatsbürgerschaften ist die Rede und damit, wie Hannah Arendt einst festgestellt hat, vom Recht, Rechte zu haben. Was wir erleben, ist keine Wiederholung, sondern eine Kontinuität.

Künstler*in

Open Artsit

©Paul Lovis Wagner

Luna Ali

Luna Ali, geboren 1993 in Syrien, arbeitete als Autorin u. a. an Produktionen an den Schauspielhäusern Düsseldorf, Dortmund, Hannover sowie in Berlin.

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