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Yuki Jungesblut

© Daniel Sadrowski

Yuki Jungesbluts künstlerische Praxis basiert auf Beobachtung, Exploration und Recherche und umfasst verschiedene Medien wie Fotografie, Video, Installation, Sprache und performative Elemente. Sie bewegt sich in dem Spannungsfeld von Raumerkundung, Medienreflexion, Modellkonstruktionen und Alltagsbezug und artikuliert eine poetische und verschrobene Sicht der Dinge. 
 

Ihr Interesse gilt vor allem Schwellenphänomenen und -zuständen, besonders dem Grenzbereich von Fiktion, Realität und Imagination. Jungesblut setzt sich dabei mit Erinnerung und kollektivem Gedächtnis auseinander, mit literarischen Formen und der Konstruktion von Emotionen. Ihre vielfältigen Interessen verbindet sie in einer so genannten Freestyle-Forschung, die zwischen ästhetischem Spiel, der Suche nach Mythos und Fiktion und einer kritischen Analyse gesellschaftlicher Konstellationen vermittelt. In den letzten Jahren hat sie sich verstärkt der Fotografie zugewandt, insbesondere dem Fotobuch.

Yuki Jungesblut studierte Naturwissenschaften und Sozialpsychologie an der University of Cambridge und der London School of Economics. Anschließend studierte sie Visuelle Kommunikation/Film an der Kunsthochschule Kassel.

Yuki Jungesblut war von Okt—Dez 2021 Residentin bei den KunstVereinenRuhr.

floor pieces and stanchions

Cem A.

© Amina Falah

© Daniel Sadrowski 

© Amina Falah

© Daniel Sadrowski 

Absperrbänder und Bodenaufsteller sind Infrastrukturen des Gehorsams. Sie strukturieren, lenken, verweisen, doch entgegen dem Eindruck, den sie erwecken, richten sie sich keineswegs an alle gleichermaßen. Wer Zugang zu welchen Räumen erhält, welche Körper wo willkommen sind und welche umgeleitet werden: diese Fragen sind in die Alltagssemiotik des öffentlichen Raums eingeschrieben, ohne je explizit gestellt zu werden. Cem A. macht genau diese leise Rhetorik mit seinen floor pieces and stanchions sichtbar. 

Als fester Bestandteil der Grand Snail Tour-Sammlung können die gelben Warnschilder, Bodenaufsteller und Absperrungen, die an administrative Innenräume von Behörden oder der Arbeitsagentur erinnern, nach draußen verlagert werden. Die Texte auf den Schildern von Cem A. oszillieren zwischen Verhaltensanweisung und Kunstkommentar. Wie mit seiner Arbeit Thank you for your understanding 2023 für die Berlinische Galerie erprobt, offenbaren seine Textblöcke aber vor allem institutionelle Höflichkeitsformeln als freundlich verkleidete Ausschlusslogiken. Darüber hinaus können uns die knappen, direkten Aussagen, die durch Kontextverschiebung irritieren, an Memes erinnern, die der Künstler in den physischen Raum überträgt. 

Cem A. studierte Anthropologie, was seinen analytischen Blick auf soziale Choreografien prägt ebenso wie den Seiteneingang, über den er die Kunstwelt betrat und stetig befragt. Als Gründer von Crit Club — einer Veranstaltungsreihe, die Kunstkritik mit der Direktheit sportlicher Debatten kreuzt — überführt er Dynamiken aus dem Sport ins Feld der Kunst: Transparenz, explizite Regeln, öffentliche Auseinandersetzung. Cem A. benennt die Mechanismen der Kunstwelt mit demselben sachlichen Gestus, mit dem die Aufschrift Achtung Rutschgefahr mitteilt, dass man besser aufpassen sollte. 

Künstler*in

Open Artsit

Cem A.

Cem A. ist ein Künstler mit einem Hintergrund in Anthropologie. Er ist bekannt als Betreiber der Kunst-Meme-Seite @freeze_magazine und für seine ortsspezifischen Installationen. 

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