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Ramona Schacht & Luca Bublik

© Daniel Sadrowski

Ramona Schacht studierte bis 2020 Fotografie in der Klasse von Heidi Specker an der HGB Leipzig, Luca Bublik promovierte an der Bauhaus-Universität in Weimar. Beide leben in Leipzig.
Ramona Schachts künstlerische Arbeit funktioniert über eine kollaborative Forschung, bei der durch die Recherche und Bildbefragung eine dialogisch passende künstlerische Übersetzung entwickelt wird. Luca Bublik arbeitete zuletzt mit dem Zentrum für optimistische Bergbauforschung in Leipzig an Möglichkeiten, den Umgang mit einem unbequemen Kulturerbe zu vertiefen und zu verändern.
In ihrer gemeinsamen künstlerischen Forschung interessieren sich die beiden für die besondere Konstellation von weiblich geprägter Arbeit in der ehemaligen DDR und der Sowjetunion und arbeiteten seit 2020 in Fabrikarchiven in Leipzig, Kyjiw und Taschkent. Für ihre Auseinandersetzung mit Bild- und Textarchiven wählen Ramona Schacht und Luca Bublik einen bildkritischen und analytischen Zugang, um Organisationssysteme und die meist unsichtbaren Arbeiterinnen herausstellen zu können.

HEUTE DEMNÄCHST ENDE

Anna Viebrock

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Drei Wörter leuchten in den Himmel: HEUTE DEMNÄCHST ENDE. Es könnte wie die Ankündigung eines Kinoprogramms klingen, beim wiederholten Lesen aber vervielfältigen sich die drei Worte auf dem Schriftzug von Anna Viebrock zu mehr – einer Prophezeiung, Warnung, einem lakonischen Gedicht. 

Seit den späten 1980er-Jahren hat die Bühnenbildnerin, Regisseurin und Künstlerin einen Fundus aus ihren eigenen Bühnenbildern angesammelt, den sie für die Entstehung neuer Arbeiten nutzt. Sie verwendet Elemente ihrer detailreichen und Geschichten-überbordenden Innenräume erneut und lädt sie mit zusätzlicher Bedeutung auf. Auch das 2021 für Christoph Marthalers Inszenierung der Operette Giuditta von Franz Lehár entworfene Szenario, dem der Schriftzug HEUTE DEMNÄCHST ENDE entstammt, hat seither ein Eigenleben entwickelt: 2024 schuf Viebrock aus dem recycelten Giuditta-Bühnenbild eine Gesamtinstallation für ihre Ausstellung in der Skulpturenhalle Neuss, die das Zitat aus der Operette als Titel verwendete. Seit 2026 zieht der Schriftzug nun in wetterfester Ausführung auf dem Trailer der Grand Snail Tour durchs Ruhrgebiet. Mit jedem Stopp und in jedem Kontext kann der Text neue Bedeutungen gewinnen. 

Die Buchstaben leuchten auch sinnbildlich für das gesamte Konzept der dreijährigen Tour, die als Hybrid zwischen mobilem Ausstellungsort und Veranstaltungsformat alle 53 Ruhrgebietsstädte miteinander verbindet. HEUTE DEMNÄCHST ENDE beschreibt damit nicht nur eine abstrakte Zeitlichkeit, sondern die konkrete Dramaturgie eines im September 2024 begonnenen und bis Oktober 2027 geplanten Projekts, das seine eigene Endlichkeit kennt. 

Künstler*in

Open Artsit

© Lisa Rastl

Anna Viebrock

Anna Viebrock studierte Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf. Die Zusammenarbeit mit Christoph Marthaler führte sie an zahlreiche Schauspiel- und Opernhäuser.

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