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Philipp Modersohn

© Daniel Sadrowski

Philipp Modersohns Skulpturen, Animationsfilme und interdisziplinäre Projekte stellen die Lebendigkeit von Dingen und Materie heraus. Indem er sie mit menschengemachten Strukturen und Systemen der gesellschaftlichen Organisation konfrontiert, befragt er die Trennung zwischen Biologie und Geologie, Leben und Nicht-Leben, und die daraus resultierende Hierarchie von Daseinsformen. 
 

Die nicht-menschlichen Akteure erscheinen als fremdartig und emanzipiert: In der Videoarbeit a reporting rock muss ein Stein auf die Fragen einer Einwanderungsbehörde reagieren, in Stone Trek entwickeln Bohrkerne am Tageslicht ein Eigenleben und innerhalb der brunnenähnlichen Autonome Alge Anlage wird mit Mikroalgen über ihre schädliche Blüte verhandelt. Im Kurzfilm Convict Concrete (work-in-progress, mit Kasia Fudakowski) steht Beton innerhalb eines fiktiven Dramas vor Gericht.

Nach einem Kunststudium an der UdK Berlin und Columbia University New York lebt und arbeitet Philipp Modersohn derzeit in Berlin. Er hatte Einzelausstellungen u.a. im Oldenburger Kunstverein (cement & weather, 2016) und in der Galerie Guido W. Baudach in Berlin (z.B. attitudes of heat, 2020). Teilnahme an Gruppenausstellungen u.a. in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, im Kunstverein Göttingen, in der Stiftung Planetarium Berlin, sowie im Sommer 2022 im Lantz’schen Skulpturenpark Düsseldorf.

Von April bis Juni 2022 war Philipp Modersohn Resident in dem Programm Zu Gast bei Urbane Künste Ruhr in Dortmund.

Kleine orange Schnecke

Anna Haifisch

© Daniel Sadrowski 

Eine Person mit zusammengebundenen Haaren trägt eine orange-blaue Decke mit Schneckenmotiv über den Schultern.

© Daniel Sadrowski

Eine Person hält eine große, orange-blaue Decke mit einer Zeichnung einer Schnecke und eines Hundes darauf hoch.

© Daniel Sadrowski

Anna Haifisch (*1986 in Zwenkau) ist Zeichnerin und Künstlerin, deren Arbeiten im Museum sowie in Zeitungen und Zeitschriften gleichermaßen zu sehen sind, ihre Comics wie The Artist erscheinen in mehreren Sprachen. Ob das vogelartige Wesen, das davon träumt, Künstler*in zu werden, oder Schappi — ihre Figuren sind vom Tierreich inspiriert und interessieren sich auf eigensinnige Art für die Kunstwelt. Allerdings ist der Humor zutiefst menschlich, mit dem Haifisch ein erzählerisches Universum entwickelt, das den Betrieb, seine Sehnsüchte und Absurditäten durchleuchtet. Dafür verbindet sie visuelle und erzählerische Elemente aus Design, Comic- und Kunstgeschichte. 

Die für die Grand Snail Tour gestaltete Decke Kleine orange Schnecke zeigt einen hundeartigen Charakter, der von einer Schnecke träumt. Dass die Decke erstmals für die Veranstaltung mit Anna Haifisch am Museum für Fotokopie in Dorsten im Grand Snail Trailer reiste, ist kein Zufall: Das Museum widmet sich einem Reproduktionsmedium, das Hochkultur und Alltagsgebrauch, Original und Vervielfältigung unauflöslich verknüpft – ein Spannungsfeld, das auch die Zeichnungen der Künstlerin bestimmt. Das textile Objekt gehört seither zur reisenden Sammlung der Grand Snail Tour: An kalten Tagen spendet sie als Decke Wärme, an warmen kann sie überall und jederzeit im Freien ausgebreitet werden und erinnert dann daran, dass auch die langsamste Reise Pausen braucht.

Künstler*in

Open Artsit
Porträt der Künstlerin Anna Haifisch, bekannt für ihre Comics und Illustrationen, mit rosa Mütze und Smiley-Pullover vor einer blauen Wand.

© Matthew James Wilson

Anna Haifisch

Anna Haifisch schreibt und zeichnet Comics, arbeitet als Illustratorin für nationale und internationale Medien und gestaltet Druckserien, Poster und Designprodukte.

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