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Lütfiye Güzel

©Ben Knabe

Lütfiye Güzel, 1972 in Duisburg geboren und zwischen Ruhrgebiet und Berlin unterwegs, ist Dichterin und bringt seit 2014 Gedichte unter ihrem eigenen Label go-güzel-publishing heraus. 2014 erhielt sie den Fakir Baykurt Kulturpreis der Stadt Duisburg und 2017 den Literaturpreis Ruhr. Ihr aktuelles Buch ich.soll.ruhiger.werden ist Lyrikempfehlung 2024 (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung).

Lütfiye Güzel beobachtet in ihren Gedichten zwischen Humor und Melancholie Alltägliches und Menschliches und zeichnet zugleich ein pointiertes, gesellschaftskritisches Bild der Gegenwart. Das widerständige Potenzial von Lütfiyes Güzels Lyrik zeigt sich auch in der Art und Weise, wie sie Materialität und Handwerk in ihre Arbeiten miteinbezieht: zu Collagen montierte Zeitungsausschnitte ergeben einen anderen Sinn und Textpassagen erhalten durch Streichungen von Wörtern oder Sätzen eine neue Deutung.

Hamminkeln

Begleitet wird die Grand Snail Tour von Künstler*innen aus dem Bereich Literatur, Fotografie und Zeichnung, die zeitgleich zum Aufenthalt des Tourmobils, Eindrücke und Reflexionen aus jeweils derselben Stadt sammeln und diese sie visuell oder literarisch ins Bild setzen. So entsteht ein Paratext zur 3-jährigen Tour, der in Form einer Reisechronik, ein Kaleidoskop an Geschichten, Verbindungen, Momentaufnahmen in den 53 Städten der Region als Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten zur Grand Snail Tour sichtbar werden lässt.

Hamminkeln von Erdem Teper

so müssen wohl die bäume über die menschen denken, 
der mensch ist ewig damit beschäftigt 
versteht, dass alles und jeder irgendwo
eins ist 
versteht, dass alles –  liebt und lacht und lebt in frieden existiert; stoa
versteht, dass es ist – ebenbild 
wenn mensch findet sich selbst 
vor uralten baumrinden 
ein wesen schaut das andere an, 
am ende haben beide einander
und somit sich selbst erkannt 
beide aus gerüst, beide aus haut 
nur dass der baum im wald sich zutraut
zurecht, dass er den menschen überlebt; 
während die zeit bereits 
das leichentuch des menschen webt 
und der baum schaut den menschen an, 
beide aus haut, rinde und knochen 
nur hat der neue mensch 
seine beziehung zur natur unterbrochen

Künstler*in

Open Artsit

©priscilliagrubo

Erdem Teper

Erdem Teper schreibt über alles, was Erdem fühlen lässt. Themengebiete in der Poesie sind oftmals philosophisch-religiösen Kontexten entsprungen.

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