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Kristina Paustian

© Roland Baege

Kristina Paustian (*in Omsk, RU) studierte an der Universität der Künste Berlin. Sie untersucht in ihren Arbeiten kulturanthropologische und sozialpolitische Themen. In filmischen Bildern beschäftigt sie sich insbesondere mit den Themen Umbruchszeit und technische Utopien. Ihre Filme zeichnen sich durch einen starken visuellen Charakter aus und sind oft in Plansequenzen ausgeführt. Für ihren ersten Dokumentarfilm ZAPLYV – Die Schwimmer (2015, 77 min.) erhielt sie den ARTE Dokumentarfilmpreis für den besten Film und war 2017 Teil des Berlinale Talents Programms. Für die Entwicklung ihres Spielfilmdebüts Velimir’s Prophecy erhielt sie das Elsa-Neumann-Stipendium und das Robert-Bosch-Stipendium. Ihr Filmessay Timekeeper wurde von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert. Paustians Arbeiten wurden unter anderem auf dem Festival Les Rencontres Internationales gezeigt, im Arsenal Kino Berlin, beim Visions du Réel International Filmfestival, Torino International Filmfestival, auf der Odessa Biennale, Athen Biennale, Tashkent Biennale und im Russischen Museum in St. Petersburg.

floor pieces and stanchions

Cem A.

© Amina Falah

© Daniel Sadrowski 

© Amina Falah

© Daniel Sadrowski 

Absperrbänder und Bodenaufsteller sind Infrastrukturen des Gehorsams. Sie strukturieren, lenken, verweisen, doch entgegen dem Eindruck, den sie erwecken, richten sie sich keineswegs an alle gleichermaßen. Wer Zugang zu welchen Räumen erhält, welche Körper wo willkommen sind und welche umgeleitet werden: diese Fragen sind in die Alltagssemiotik des öffentlichen Raums eingeschrieben, ohne je explizit gestellt zu werden. Cem A. macht genau diese leise Rhetorik mit seinen floor pieces and stanchions sichtbar. 

Als fester Bestandteil der Grand Snail Tour-Sammlung können die gelben Warnschilder, Bodenaufsteller und Absperrungen, die an administrative Innenräume von Behörden oder der Arbeitsagentur erinnern, nach draußen verlagert werden. Die Texte auf den Schildern von Cem A. oszillieren zwischen Verhaltensanweisung und Kunstkommentar. Wie mit seiner Arbeit Thank you for your understanding 2023 für die Berlinische Galerie erprobt, offenbaren seine Textblöcke aber vor allem institutionelle Höflichkeitsformeln als freundlich verkleidete Ausschlusslogiken. Darüber hinaus können uns die knappen, direkten Aussagen, die durch Kontextverschiebung irritieren, an Memes erinnern, die der Künstler in den physischen Raum überträgt. 

Cem A. studierte Anthropologie, was seinen analytischen Blick auf soziale Choreografien prägt ebenso wie den Seiteneingang, über den er die Kunstwelt betrat und stetig befragt. Als Gründer von Crit Club — einer Veranstaltungsreihe, die Kunstkritik mit der Direktheit sportlicher Debatten kreuzt — überführt er Dynamiken aus dem Sport ins Feld der Kunst: Transparenz, explizite Regeln, öffentliche Auseinandersetzung. Cem A. benennt die Mechanismen der Kunstwelt mit demselben sachlichen Gestus, mit dem die Aufschrift Achtung Rutschgefahr mitteilt, dass man besser aufpassen sollte. 

Künstler*in

Open Artsit

Cem A.

Cem A. ist ein Künstler mit einem Hintergrund in Anthropologie. Er ist bekannt als Betreiber der Kunst-Meme-Seite @freeze_magazine und für seine ortsspezifischen Installationen. 

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