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Jonas Leifert & Franziska Pierwoss

© Daniel Sadrowski

Jonas Leifert arbeitet als Kurator, Dramaturg und Kulturmanager im Ruhrgebiet. Sein aktueller Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Initiierung von künstlerischen Projekten, die aktuelle gesellschaftliche Themen aus der historischen und regionalen Perspektive des Ruhrgebietes aufgreifen.

Franziska Pierwoss arbeitet als Künstlerin im Bereich Performance und Installation. Ihre häufig temporären Arbeiten schaffen situationsbezogene Installationen, die persönliche und politische Beziehungen in Frage stellen. Ihre Performances wurden u. a. im Fast Forward Festival Athens, der Sharjah Biennial 13, im Paco Imperial, Rio de Janeiro und der Halle 14, Leipzig gezeigt. Sie arbeitet seit vielen Jahren mit Sandra Teitge zu Fragen politischer, gesellschaftlicher und finanzieller Ökonomien der Abfallwirtschaft und hat sich in verschiedenen künstlerischen Formaten mit den sozialen Folgen von Umweltverschmutzung beschäftigt. Franziska Pierwoss gibt außerdem als Transformationsmanagerin Workshops zur Umsetzung ökologischer Nachhaltigkeit im Kulturbereich und ist die Autorin des Eco Rider.

7000 Palmen

Cosima von Bonin

© Daniel Sadrowski 

Die Palme ist Siegeszeichen und Strandbar-Logo, zentrales Motiv in der Bibel sowie der Urlaubswerbung, Wappenpflanze unzähliger Nationalflaggen und vielseitig genutzter/vielfach verschickter Emoji. Cosima von Bonin arbeitet mit dem populären Symbol als stilisierte Konturform. Sie nimmt dabei offensichtlich Bezug auf Beuys soziale Plastik 7000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung, für die er 1982 für die documenta 7 auf dem Vorplatz des Fridericianum in Kassel 7000 Basaltstelen aufschüttete, die mit jeder in der Stadt neu gepflanzten Eiche abgetragen wurden: Je mehr Bäume in Kassel gepflanzt wurden, desto kleiner wurde die Plastik. Noch heute sind die „Beuys-Eichen“ durch die jeweils daneben eingelassenen Stelen gut zu erkennen.  

Die Künstlerin vervielfältigte die Pflanze 7000-fach als luftige Girlande in grün und weiß. Die Besitzer*innen der kostenlosen Edition – ob Museum, Schule oder Sportverein – können damit öffentliche Räume markieren. Die Methode der Vereinfachung ist uns auch aus anderen künstlerischen Arbeiten von Bonins bekannt: Sie fragmentiert, abstrahiert und erzeugt damit eine Anziehungskraft zwischen Wiedererkennung und Verfremdung. Generell ist Textil ein zentrales Material, beispielweise als collagierte Stoffbilder, übergroße Kleidungsstücke, Wandteppiche oder Skulpturen, die nach dem Vorbild bekannter Comicfiguren entstehen, oder Plüschtiere abbilden. 

Von Bonin wurde international und mit Einzelausstellungen im Museum Ludwig Köln, im MUMOK Wien, im SculptureCenter New York und zuletzt im Mudam Luxemburg gewürdigt und nahm 2007 an der documenta 12 sowie 2022 an der Biennale di Venezia teil. Als fester Bestandteil der Sammlung betont 7000 Palmen den öffentlichen Charakter der Grand Snail Trailer und schmückt den Trailer als willkommen heißenden Ort zwischen Marktstand, Vereinsheim und Kunstprojekt. 

Künstler*in

Open Artsit

© Simone Junker

Cosima von Bonin

Cosima von Bonin zählt zu den einflussreichen Positionen ihrer Generation. Sie war 2007 an der documenta 12 und 2022 an der Biennale di Venezia beteiligt.

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