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Alexandra Stanić

© Hanna Fasching

Alexandra Stanić ist Journalistin, Fotografin und Content Creatorin aus Wien. Ihre journalistische Karriere fand ihren Anfang bei dem Wiener Stadtmagazin BIBER, wo sie zuletzt als Chefreporterin tätig war und über die Lebensrealitäten von Menschen mit Migrationshintergrund, queeren Jugendlichen und jungen Frauen berichtete. Danach wurde sie vom digitalen Medium VICE abgeworben und als Chefredakteurin für den österreichischen Ableger rekrutiert, wo sie ihren Schwerpunkt soziale Gerechtigkeit vertiefte. Seit 2022 ist sie selbstständig. In ihrem journalistischen Podcast alles stabil geht es um Politik und Popkultur, in ihrer Kolumne gayschrieben schreibt Stanić aus queerer, migrantischer Sicht über gesellschaftspolitische Anliegen. Sie setzt seit 2022 redaktionelle Inhalte auf sozialen Medien um. Dort erreicht sie über 80.000 Personen aus dem deutschsprachigen Raum. 

floor pieces and stanchions

Cem A.

© Amina Falah

© Daniel Sadrowski 

© Amina Falah

© Daniel Sadrowski 

Absperrbänder und Bodenaufsteller sind Infrastrukturen des Gehorsams. Sie strukturieren, lenken, verweisen, doch entgegen dem Eindruck, den sie erwecken, richten sie sich keineswegs an alle gleichermaßen. Wer Zugang zu welchen Räumen erhält, welche Körper wo willkommen sind und welche umgeleitet werden: diese Fragen sind in die Alltagssemiotik des öffentlichen Raums eingeschrieben, ohne je explizit gestellt zu werden. Cem A. macht genau diese leise Rhetorik mit seinen floor pieces and stanchions sichtbar. 

Als fester Bestandteil der Grand Snail Tour-Sammlung können die gelben Warnschilder, Bodenaufsteller und Absperrungen, die an administrative Innenräume von Behörden oder der Arbeitsagentur erinnern, nach draußen verlagert werden. Die Texte auf den Schildern von Cem A. oszillieren zwischen Verhaltensanweisung und Kunstkommentar. Wie mit seiner Arbeit Thank you for your understanding 2023 für die Berlinische Galerie erprobt, offenbaren seine Textblöcke aber vor allem institutionelle Höflichkeitsformeln als freundlich verkleidete Ausschlusslogiken. Darüber hinaus können uns die knappen, direkten Aussagen, die durch Kontextverschiebung irritieren, an Memes erinnern, die der Künstler in den physischen Raum überträgt. 

Cem A. studierte Anthropologie, was seinen analytischen Blick auf soziale Choreografien prägt ebenso wie den Seiteneingang, über den er die Kunstwelt betrat und stetig befragt. Als Gründer von Crit Club — einer Veranstaltungsreihe, die Kunstkritik mit der Direktheit sportlicher Debatten kreuzt — überführt er Dynamiken aus dem Sport ins Feld der Kunst: Transparenz, explizite Regeln, öffentliche Auseinandersetzung. Cem A. benennt die Mechanismen der Kunstwelt mit demselben sachlichen Gestus, mit dem die Aufschrift Achtung Rutschgefahr mitteilt, dass man besser aufpassen sollte. 

Künstler*in

Open Artsit

Cem A.

Cem A. ist ein Künstler mit einem Hintergrund in Anthropologie. Er ist bekannt als Betreiber der Kunst-Meme-Seite @freeze_magazine und für seine ortsspezifischen Installationen. 

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