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AB/FM

AB/FM ist der temporär performte Radiosender der Studierenden der Klasse Ari Benjamin Meyers (Kunstakademie Düsseldorf). Das Radiostudio und der Prozess des Sendens werden von AB/FM als soziale Plattform und kollaborative Produktionsstätte verstanden, welche die Hörerschaft durch die Live-Übertragung unmittelbar erreichen kann. AB/FM sendete erstmals als "Durational Performance" ununterbrochen während der gesamten Laufzeit des Winterrundgangs der Akademie (3.–9.2.2025). Das Studio war hier für die Öffentlichkeit stets einsehbar. Die szenischen Lesungen, Konzerte, Wetterberichte, Talkrunden, DJ-Sets und viele weitere Formate der Studierenden wurden über die Frequenz 93.8 oder online über abfm.live ausgestrahlt.  Dabei bildete das Programm von AB/FM einen Zeitpunkt in der Simulation einer permanenten Mitternachtssendung und eröffnete durch diese fiktive Fixierung einen narrativen Raum außerhalb des alltäglichen linearen Zeitverständnisses. 

Künstlerisch Beteiligte bei Live in Lünen sind: Johannes Buchholz, Haley Hoyer, Markus Henschler, Paul Julian Geschwind, Johanna Viola Pfeffer, Amber Theisen, Kaya Alexia Pfaff, Rosa Luckow, Rosa Schubert, Bene Rox, Nastasia Olivia Herzog, Irina Tevdoradze, Christian Löffel

floor pieces and stanchions

Cem A.

© Amina Falah

© Daniel Sadrowski 

© Amina Falah

© Daniel Sadrowski 

Absperrbänder und Bodenaufsteller sind Infrastrukturen des Gehorsams. Sie strukturieren, lenken, verweisen, doch entgegen dem Eindruck, den sie erwecken, richten sie sich keineswegs an alle gleichermaßen. Wer Zugang zu welchen Räumen erhält, welche Körper wo willkommen sind und welche umgeleitet werden: diese Fragen sind in die Alltagssemiotik des öffentlichen Raums eingeschrieben, ohne je explizit gestellt zu werden. Cem A. macht genau diese leise Rhetorik mit seinen floor pieces and stanchions sichtbar. 

Als fester Bestandteil der Grand Snail Tour-Sammlung können die gelben Warnschilder, Bodenaufsteller und Absperrungen, die an administrative Innenräume von Behörden oder der Arbeitsagentur erinnern, nach draußen verlagert werden. Die Texte auf den Schildern von Cem A. oszillieren zwischen Verhaltensanweisung und Kunstkommentar. Wie mit seiner Arbeit Thank you for your understanding 2023 für die Berlinische Galerie erprobt, offenbaren seine Textblöcke aber vor allem institutionelle Höflichkeitsformeln als freundlich verkleidete Ausschlusslogiken. Darüber hinaus können uns die knappen, direkten Aussagen, die durch Kontextverschiebung irritieren, an Memes erinnern, die der Künstler in den physischen Raum überträgt. 

Cem A. studierte Anthropologie, was seinen analytischen Blick auf soziale Choreografien prägt ebenso wie den Seiteneingang, über den er die Kunstwelt betrat und stetig befragt. Als Gründer von Crit Club — einer Veranstaltungsreihe, die Kunstkritik mit der Direktheit sportlicher Debatten kreuzt — überführt er Dynamiken aus dem Sport ins Feld der Kunst: Transparenz, explizite Regeln, öffentliche Auseinandersetzung. Cem A. benennt die Mechanismen der Kunstwelt mit demselben sachlichen Gestus, mit dem die Aufschrift Achtung Rutschgefahr mitteilt, dass man besser aufpassen sollte. 

Künstler*in

Open Artsit

Cem A.

Cem A. ist ein Künstler mit einem Hintergrund in Anthropologie. Er ist bekannt als Betreiber der Kunst-Meme-Seite @freeze_magazine und für seine ortsspezifischen Installationen. 

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