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Zu Gast
Jahrgang 2021

© Daniel Sadrowski

For the 2020/2021 edition, the focus will be on artists whose work deals in the broadest sense with 'climate' and 'sleep', the thematic brackets of the Ruhr Ding editions 2021 and 2022.

The residencies, which generally last three or twelve months, are initially awarded independently of specific project proposals and enable artists to familiarise themselves with the region, incorporate this experience into their existing work or develop new ideas from it.

For the first time in 2021, the Haus der Geschichte des Ruhrgebiets in Bochum and the Halfmannshof in Gelsenkirchen have opened their doors to artists who want to use the specific digital or content-related research opportunities for their work on site. Since the start of the programme, there have been collaborations with the KunstVereineRuhr, an association of various art associations and artists' houses in the region, as well as the Ringlokschuppen Ruhr and the Makroscope - Centre for Art and Technology in Mülheim an der Ruhr.

Artists

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©Daniel Sadrowski

Yuki Jungesblut

Yuki Jungesblut seeks out potentialities and instances of overlap between imagination, fiction and reality, often exploring underdetermined states and liminality in general.

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©Roland Baege

Viron Erol Vert

In his artistic practice, Viron Erol Vert probes – against the background of his own intercultural experiences – identity constructs and different aspects related to the self and the other.

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©Roland Baege

Vanessa Nica Mueller

Vanessa Nica Mueller's films and artwork focus on aspects of memory, the relation of human, nature and urban space, the uncanny and the construction of conditions.

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©Roland Baege

Thomas Taube

By means of multi-channel installations, associative, reflective and surreal sequences, Taube works against conventional cinematographic codes.

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Nicoleta Moise

Nicoleta Moise is a visual artist, writer and researcher with different mediums combining photography, video and performance and focusses on making visible less known stories, characters or events.

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©Roland Baege

Nadine Rangosch

Natural sciences, visual culture and mythological stories inspire Nadine Rangosch to build her own vocabulary, translating abstract concepts into spatial arrangements.

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©Roland Baege

Laura Leppert

Laura Leppert works with film, installation and text. Her installations and cinematic spaces are constructed in fragments and are constantly in motion.

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©Roland Baege

Kristina Paustian

Kristina Paustian examines cultural anthropological and socio-political topics. In cinematic images she focusses in particular on the themes of times of upheaval and technical utopias.

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©Daniel Sadrowski

Julia Lübbecke

In her works, Julia Lübbecke deals with the relation between body and institution. She explores this connection to examine dominant structures of order and creates processes to make them fragile.

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©Roland Baege

Jessica Arseneau

Jessica Arseneau explores the way human perception and subjectivity is shaped by social codes, patterns of behaviour, accelerating culture and technological progress.

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©Daniel Sadrowski 

Guy Königstein

In his recent projects Guy Königstein researches the different ways we live the past in the present, for instance through practices of commemoration, archiving or archaeology.

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©Daniel Sadrowski

David Reiber Otálora

In his cinematic / sculptural works David Reiber Otálora deals with exoticisms and colonial representations of the so-called other and explores possibilities to affirm them into ambiguous narratives.

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©Roland Baege

Adriana Arroyo

Adriana Arroyo's works reference to geological activity, to reveal possible relationships between the movement of the Earth, politics and the fragility of the body and the mind.

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Breckerfeld

Begleitet wird die Grand Snail Tour von Künstler*innen aus dem Bereich Literatur, Fotografie und Illustration, die zeitgleich zum Aufenthalt des Tourmobils, Eindrücke und Reflexionen aus jeweils derselben Stadt sammeln und diese sie visuell oder literarisch ins Bild setzen. So entsteht ein Paratext zur 3-jährigen Tour, der in Form einer Reisechronik, ein Kaleidoskop an Geschichten, Verbindungen, Momentaufnahmen in den 53 Städten der Region als Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten zur Grand Snail Tour sichtbar werden lässt.

© Daniel Sadrowski

© Daniel Sadrowski

Eine Landpartie von Caren Jeß

Ich fahr da rein mit dem Bus. 
„Schönen Abend noch!“
ruft der Fahrer den Fahrgästen nach, allen,
„have a nice evening!“
Downtown in Breckerfeld. Die Tür des Hotels ist massiv und aus Holz, im Zimmer roll ich mich auf beige-grauer Auslegeware, Schreibtisch und Bett Buche hell, ansonsten viel Silbermetallic, wie in den 00ern, als das die Lieblingsfarbe für Autos war. 
Nachts noch geh ich spazieren und bemerke Breckerfelds beeindruckendes Höhenprofil. Die liebliche Landschaft, die losgeht, wo die gestalteten Vorgärten aufhören, seh ich dann tags drauf bei Sonnenschein. Der Lokaljournalist sagt,
„die Breckerfelder leben gerne in Breckerfeld.“
Ich guck es mir genauer an: Hansering-Park, drum herum viel Universalverbundpflasterstein, historischer Stadtkern, Bronze-Ensemble an der Denkmalstraße, denn Breckerfeld machte einstmals in Stahl, im Norden Aldi, Rewe, Edeka, im Osten ein beträchtlicher Friedhof, außerdem Autos, die hier Kreisel rein, Kreisel raus, über die Frankfurter Straße durch Breckerfeld adern.
„Mit Milch oder mit Sahne?“, 
werd ich gefragt im Eiscafé Venezia, nachdem ich einen Cappuccino bestelle, doch da liebäugle ich längst mit dem Eisbecher „Flipper“, weil der mit einem „Touch Amarenasauce“ kommt, und ich will das schon allein, weil ich das Wort Touch ewig nicht gehört hab. Aber leider keine Zeit für diese Ewigkeit, denn ich will wissen, was die Kinder ins All schicken wollen: 
»Funken in Breckerfeld«
deshalb sind wir hier. Zwischen Schule und Sportplatz ist er aufgestellt: Mona Schulzeks Outer Space Transmitter. Er sendet Botschaften ins All. Direkt aus Breckerfeld. Eine Grundschulklasse kommt, holt die Stifte raus, die Zettel. Die Kinder haben mehr Fragen als Wünsche, schonmal interessant, sie richten sie aber nicht ziellos ins All, in alles, was da sein könnte, sondern gehen direkt rein, in medias res, 
„Aliens“, 
komm, darum geht es doch hier, und über die wollen wir natürlich ALLES wissen, erstmal:
„was könnt ihr?“
Direkt meine Lieblingsfrage. Sie zielt ins Wesen extraterrestrischen Lebens und fragt entwaffnend klug, was Akademiker:innen auch nicht besser wissen wollen könnten.
Dann:
„Seid ihr nett?“
„Wollt ihr Krieg?“
„Könnt ihr Basketball?“
Ich hoffe, die Aliens antworten. Mona Schulzek nimmt die Fragen jedenfalls ernst, übersetzt sie in ihr eigens entwickeltes Zeichensystem, und sendet.
„Wenn ihr nett seid, zeigt euch!“
Die Künstlerin erklärt den Kindern,
„Es gibt mehr Sterne im All als Sandkörner auf der Erde.“ 
Sie staunen nicht schlecht, und ich frag mich, wo eigentlich die Transmitter-Monas meiner Kindheit waren. Ein lizenzierter Hobby-Funker zeigt den Kindern sein Funkgerät, sagt, 
„So ein Gerät habt ihr sicher alle zuhause zum Räuber und Gendarm spielen.“
Die Kinder gucken. 
„Digga“,
murmeln sie, zeichnen noch ein Pferd und noch ein Alien, dann kommt der Bus.
Und es ist wieder ruhig um den Outer Space Transmitter.
Als ich überlege, welche Botschaft ich ins All senden würde, geht mir noch einmal der „Touch“ durch den Kopf, und alle verabschieden sich. Die Künstlerin, das Team und ich.
Bei meinem letzten Spaziergang über wunderschöne Pfade dieser kleinsten Hansestadt der Welt (stimmt nicht, das ist Werben an der Elbe, hab gegoogelt), durch die Dämmerung entlang dem ersten zarten Frühlingsgrün, komm ich an einem Gartenzwerg im Wald vorbei, erschreck mich hart, doch gehe erwachsen weiter.
Bevor meine Zeit hier vorbei ist, treibt mich mein Hunger noch ins „Wirtshaus Anno 1739“, und das möchte ich bitte genauso mit nachhause nehmen. Jedoch es gehört Breckerfeld. Und das hat auch die passenden Menschen dafür, die glasklar lachen oder scheppernd wie Büchsen, Hauptsache heiter, und ihre Brause schlürfen, die Tasse Kaffee und auch das Glas Wein. 
„Wir haben erst vor einer Woche aufgemacht!“
Toi toi toi! Es ist Leben in Breckerfeld.

Stops

Open "Breckerfeld"

© Daniel Sadrowski

12.3.26, 11–17 h

Transmitting in Breckerfeld

Breckerfeld

Artist

Open Artsit

©Jewgeni Roppel

Caren Jeß

Caren Jeß, born in Eckernförde in 1985, studied German philology and modern German literature in Freiburg i.Br. and Berlin. 

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