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Hollow space, Hologram, Holy Earth, Holzwickede, Home office
by June Drevet

©Heinrich Holtgreve

The Urbane Künste Ruhr magazines #1 to #9, created from 2018 to 2023, form the core of the book at hand. Inspired by the idea of summarising the years past, but also of portraying the processuality of an artistic programme playing out in public space, we decided to create a structural approach to navigating the already existing content – rather than conceiving a whole new publication.

At first glance, an index is an alphabetically ordered list of terms, which allows a narration to arise due to its sheer number and cluster of entries. The coexistence of seemingly foreign terms actually lends each individual word its narrative character: something emerges between the words – hollow space, hologram, Holy Earth, Holzwickede, home office – that spreads wings and takes on a life of its own in our imagination.

The creation of such an index gains in appeal if one has spent time following the system chosen with close and enduring interest. We decided to create the indexical structure according to the two fundamental aspects that strongly sustained the programme throughout all the years: sites and people. The pictorial plane shows Urbane Künste Ruhr colleagues since 2018 as well as smartphone pictures of numerous on-site encounters from the same period. After an initial analysis of all magazines, a list of 1,500 entries including people (and groups) was compiled.

Several site references were easy to define – countries, cities, continents, terms related to the cardinal directions. Others were not so obvious: facade, mesh, outside the box, quarantine? What makes a site a site? And how can language foster spatial dimensions? For this reason, the index in the end contains terms that are not sites per se, though they become sites when viewed through spectacles that make their spatial dimensions discernible. The word emotional world, for example: it is not a place where we can pull out a lawn chair and sit down, yet we can let somebody in, meaning that one can set foot in an emotional world, so to say.

All of the words listed reference magazine pages. The structure of the index thus serves to facilitate navigation back to the texts, mirroring the way Urbane Künste Ruhr leads people to familiar and unfamiliar sites, emphasising their special features by taking a unique perspective. For us, it was important to remain as close to the original as possible during the process of surveying the material: we treated all entries the same, whether specific (Haniel spoil tip or Hauptstraße 52) or more general (industrial parks or inside). If a site involved more than one element, for instance several factory buildings, then we used the term in plural form. If a preposition was necessary – as in outside the box for example – then we included it as well. Occasionally there were some unsuccessful potential entries. For example, it was a challenge to deal with terms that in German are considered places but lack a direct equivalent in English, or vice versa. An example of this is the German word Schutz, which has a spatial connotation in the magazine text referenced, yet the term had been originally translated as protection and thus required an additional translation in the index – shelter – so that it makes sense in the site index. 

When looking up words from the index, readers may notice that not all terms were translated in the same way. This is because we attach importance to retaining the nuances of the original texts, rather than adding new translations after the fact. As an example, in the English index the German word Rathausplatz (Town Hall Square) is listed, but also Herner Sea as a translation of Herner Meer. This also reflects the changes in editorial teams, and of translators and copyeditors in recent years. Moreover, the editors of the present volume decided on the simple solution of listing streets without adding the respective city behind the name of the street. Of course, the street Hauptstraße (Main Street) is found in more than one city, yet we have intentionally refrained from making direct references. Indeed, the readers are invited to leaf through the part of the book referenced in the index to discover for themselves which Hauptstraße is meant, or even to use the book to research the phenomenon of the Hauptstraße in Ruhr area cities on the whole.

The given orientation structure and our reflection on formal and editorial decisions, as touched upon here, are intended to illustrate how many different spaces we engage with in everyday life. In this sense, this index is not just a list of terms – it is an attempt to document and mediate Urbane Künste Ruhr’s countless physical and mental exploratory tours in book form. 

by June Drevet

Fröndenberg

Begleitet wird die Grand Snail Tour von Künstler*innen aus dem Bereich Literatur, Fotografie und Illustration, die zeitgleich zum Aufenthalt des Tourmobils, Eindrücke und Reflexionen aus jeweils derselben Stadt sammeln und diese sie visuell oder literarisch ins Bild setzen. So entsteht ein Paratext zur 3-jährigen Tour, der in Form einer Reisechronik, ein Kaleidoskop an Geschichten, Verbindungen, Momentaufnahmen in den 53 Städten der Region als Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten zur Grand Snail Tour sichtbar werden lässt.

Fröndenberg von Mirja Busch

Fröndenberger Hangpfütze
Die Hangpfütze ist eine seltene Erscheinung und tritt, im Gegensatz zur regulären Regenwasserpfütze, eher saisonal auf. Meist wird sie durch Schneeschmelze gespeist, kann jedoch auch gut im Zusammenhang mit Be- und Entwässerungsaktivitäten beobachtet werden. Sie gehört zu den hochflüchtigen Schleierpfützen und bildet kaum Volumen aus. Ihre Stagnationsfähigkeit ist durch den gravitationalen Ablaufzwang stark beeinträchtigt; sie ist daher den Fließpfützen zuzuordnen. Nach Regenereignissen erscheint sie selten und lässt sich dann nur durch ihre etwas markantere Spiegelfähigkeit von der Bodennässe unterscheiden. Ihr Erscheinungsbild ist allgemein als diffus einzustufen, ihre Gestalt forminstabil. Es kann daher mit jedem Wasserereignis variieren. Ihr Wasserkörper ist flach, wölkchenartig, und ihr Ausbreitungsgrad ist variabel.

Pfützenarchiv

Bestandsaufnahme Fröndenberg/Ruhr

Sichtung: 20. November 2025
Wetterkonditionen: Leichter Schnee am Vortag, Nachtfrost, Raureif am Morgen; bewölkt mit Aufheiterungen am Nachmittag; Luftfeuchtigkeit 95 %, 1010 hPa, −2 bis +4 °C.

Gelände: flach bis hügelig
Versiegelung: alle Versiegelungsarten vorhanden
Böden: divers
Pfützenpräsenz: größtenteils anwesend, träge bis mittelflüchtig
Pfützendichte: normal
Typenvielfalt: hoch
Sonderformen: gefrorene Pfütze, Schmelzwasserpfütze, Hangpfütze, Schneeklumpen

Pfützen sind flüssig. Sie sind flach. Pfützen sind flüchtig und trotzdem beständig in ihrer Wiederkehr. Mal sind sie da, mal sind sie weg. Doch kehren sie zum immer gleichen Ort zurück - ihrem Ort, ihrer Mulde, Senke, Loch. Sie sind treu, wenn auch nicht verlässlich. Das Wasser wechselt, jeder Regen ist anders. Pfützen sind mehr als ihr Wasser.

Pfützen schmiegen sich an. Sie schmiegen sich an Böden, gleiten in Rillen und Löcher. Sie folgen jeder Unebenheit. Sie glätten die Fläche, füllen auf. Ausgebreitet liegen sie auf Straßen und Gehwegen, Höfen und Plätzen und reflektieren die Welt um sich herum.

Meist sind Pfützen unregelmäßig oval, rundlich, können aber auch eckig, länglich, rillenförmig, netzartig sein. Sie sind scharf begrenzt, konturenklar bis verschleiert, auslaufend, zerlaufen, fransig, zackig, gekörnt. Vereinzelt sind sie geometrisch oder nehmen Figur an.

Pfützen folgen einer Grundgestalt, ihrer primären Form. Je nach Einflussfaktoren kommt es aber zu Unregelmäßigkeiten in ihrem Aussehen, zu gewissen Sekundärerscheinungen. Eine Wölkchenpfütze kann an Nahtstellen Zipfel ausbilden. Zerfahrene Pfützen können Schnörkel und Linienauswüchse haben oder komplett verzacken oder zerspuren. Die Pfütze kann dabei über ihren natürlichen Ort und ihre Größe hinausplaniert sein.

Wölkchenpfütze
„Wölkchenpfützen sind meist freiliegende Oberflächenpfützen ohne ausgeprägte Kantungen. Sie gehören zu den flüchtigen Unebenheitspfützen und benötigen keine tiefen Löcher oder Ritzen, um sich zu halten. Sie siedeln sich gerne auf Asphalt und Beton an, sind aber auch auf anderen Untergründen zu finden. Sie wirken charmant und zeichnen sich durch ihre wohlgeformten Ein- und Ausbuchtungen aus, die sich weich auf der Oberfläche verteilen. Meist haben sie einen breiten Aurarand und klaren Spiegel. Wölkchenpfützen zeichnen bereits leichteste Vertiefungen des Bodens nach und können sich bei Flüssigkeitszufuhr zu allen Seiten hin beliebig ausdehnen. Im Verdunstungsprozess können sie einzelne Teile abstoßen und sich in mehrere Parallelpfützen mit unterschiedlichem Flüchtigkeitsgrad trennen.“

Schleierpfütze
Als Schleierpfützen werden Pfützen bezeichnet, die sich als dünner Film über den Boden legen. Meist sind sie direkt während oder unmittelbar nach einem Niederschlag zu beobachten. Sie sind die erste Pfützenform des Regens. Sie sind hochflüchtig und, je nach Temperatur und Saison, meist nur zwischen einigen Minuten bis zu Stunden beobachtbar. Schleierpfützen sind großflächig bis allumfassend. Sie sind formlos. Schleierpfützen sind nicht ortsgebunden und die flachste Form, die eine Großpfütze annehmen kann. Mitunter werden sie auch mit Bodennässe verwechselt. Im Gegensatz zur Bodennässe verhalten sie sich jedoch höchst reflektierend. 
Die Schleierpfütze wird von anderen Pfützenarten als verbindendes Fließvehikel genutzt, um möglichst viel Wasser abzuziehen.“

Fetzenpfütze
„Die Fetzen- oder Splitterpfütze ist eine multiple Einzelpfütze mit vielen Wasserspiegeln, die aus chaotisch angeordnete Teilpfützen besteht, die in einer Aura verbunden sind. Ihre Kontur ist schwer auszumachen. Die Splitterpfütze lässt sich durch ihre eng beieinander liegenden Pfützenfetzen erkennen, die in einem Ensemble eine eigene Pfützenform nachbilden.“

Kantenpfütze
„Kantenpfützen gehören zu den häufigsten Straßenpfützen. Sie werden an mindestens einer Seite scharf begrenzt. Meist ziehen Sie sich länglich entlang von Bordsteinkanten und Pflasterbegrenzungen. Nicht zu verwechseln mit der Nahtpfütze, die durch Bodenflickarbeiten entsteht und meist erheblich flacher als die Kantenpfütze ist.“

Rundpfütze
„Rundpfützen orientieren sich an der Form des Kreises. Sie können leichte Zacken und Zipfel aufweisen, die ihre Grundform aber nicht beeinflussen. Sie gehören zu den freiliegenden Senken- und Muldenpfützen, können aber auch als Verdichtungspfütze in Erscheinung treten. Meist haben sie einen nur schmalen Aurarand bei mittlerem Flachheitsgrad. Sie sind eher träge im Verdunstungsprozess. Unter ihrer Oberfläche können sie einen erheblichen Bauch aufweisen.
Eine verwandte Form ist die Ovalpfütze.“

Manche Pfützen sind gar keine Pfützen.

Stops

Open "Fröndenberg"
20.11.25, 8–13 h

Snacking in Fröndenberg

Fröndenberg

Artist

Open Artsit

Mirja Busch

Mirja Busch is an interdisciplinary artist from Berlin. She studied fine arts at the Braunschweig University of Art and at the Universidad de Chile in Chile. The examination of (urban) landscape as a social and artistic construct plays a central role in her work.

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