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David Reiber Otálora

©Daniel Sadrowski

David Reiber Otálora (*1992) is a German-Colombian artist and filmmaker who was born in Münster and grew up in Bogotá. In his cinematic as well as sculptural works he deals with exoticisms and colonial representations of the so-called other and explores possibilities to affirm them as the basis of fantastic and ambiguous narratives. A recurring element in his work are objects that change the climatic conditions of the room, such as air conditioners, radiators or fans, which are often overlooked due to their functionality. 
 

He recently exhibited at Klosterruine Berlin (2021), ELGARAFI Bom Dia (2021) and Dortmunder Kunstverein/Urbane Künste Ruhr (2021). His exhibitions, screenings and projects include Tropical Frenzy at Kunstverein Gießen (2019), Intimate Matter at Bärenzwinger Berlin (2019) and Hi Ventilation at Kunstverein Harburger Bahnhof (2019), Musée de la Porte Dorée (2018), Kassel Documentary Film Festival (2017), Festival Internacional de Cine de Cartagena de Indias (2017), Künstlerhaus Mousonturm (2017).

From Oct—Dec 2021, David Reiber Otálora was a resident at the KunstVereineRuhr.

floor pieces and stanchions

Cem A.

© Amina Falah

© Daniel Sadrowski 

© Amina Falah

© Daniel Sadrowski 

Absperrbänder und Bodenaufsteller sind Infrastrukturen des Gehorsams. Sie strukturieren, lenken, verweisen, doch entgegen dem Eindruck, den sie erwecken, richten sie sich keineswegs an alle gleichermaßen. Wer Zugang zu welchen Räumen erhält, welche Körper wo willkommen sind und welche umgeleitet werden: diese Fragen sind in die Alltagssemiotik des öffentlichen Raums eingeschrieben, ohne je explizit gestellt zu werden. Cem A. macht genau diese leise Rhetorik mit seinen floor pieces and stanchions sichtbar. 

Als fester Bestandteil der Grand Snail Tour-Sammlung können die gelben Warnschilder, Bodenaufsteller und Absperrungen, die an administrative Innenräume von Behörden oder der Arbeitsagentur erinnern, nach draußen verlagert werden. Die Texte auf den Schildern von Cem A. oszillieren zwischen Verhaltensanweisung und Kunstkommentar. Wie mit seiner Arbeit Thank you for your understanding 2023 für die Berlinische Galerie erprobt, offenbaren seine Textblöcke aber vor allem institutionelle Höflichkeitsformeln als freundlich verkleidete Ausschlusslogiken. Darüber hinaus können uns die knappen, direkten Aussagen, die durch Kontextverschiebung irritieren, an Memes erinnern, die der Künstler in den physischen Raum überträgt. 

Cem A. studierte Anthropologie, was seinen analytischen Blick auf soziale Choreografien prägt ebenso wie den Seiteneingang, über den er die Kunstwelt betrat und stetig befragt. Als Gründer von Crit Club — einer Veranstaltungsreihe, die Kunstkritik mit der Direktheit sportlicher Debatten kreuzt — überführt er Dynamiken aus dem Sport ins Feld der Kunst: Transparenz, explizite Regeln, öffentliche Auseinandersetzung. Cem A. benennt die Mechanismen der Kunstwelt mit demselben sachlichen Gestus, mit dem die Aufschrift Achtung Rutschgefahr mitteilt, dass man besser aufpassen sollte. 

Artist

Open Artsit

Cem A.

Cem A. is an artist with a background in anthropology. He is known for running the art meme page @freeze_magazine and for his site-specific installations. 

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