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Absorption

© Heinrich Holtgreve

14.8. – 25.9.21

Adresse

ehemaliges Allbauhaus
Pferdemarkt 5-7
45127 Essen

Erde, jenes unterschätzte Material, aus dem unsere Weltw ächst, dringt bis in die hintersten Ecken eines geschichtsträchtigen Gebäudes in der Essener Innenstadt. Mit Absorption zeigt Urbane Künste Ruhr eine Installation des US-amerikanischen Künstlers Asad Raza von großer sinnlicher und poetischer Kraft, die das gesamte Erdgeschoss des denkmalgeschützten, ehemaligen Allbauhauses am Pferdemarkt einnimmt.

Erde entsteht als Gemisch aus Sand, Lehm und Kompostanteilen. Diese Basis wird im Vorfeld und während der Ausstellungslaufzeit mit organischer und anorganischer Materie versetzt, die durch Bearbeitung und Kompostierung zu neuer Erde – von Raza „Neosoil“ genannt – verarbeitet wird. Im gesamten Zeitraum der Ausstellung ist außerdem ein Team von „Cultivators“ (Kultivator*innen), vor Ort, das unter wissenschaftlicher Begleitung die Erde ständig filtert, in ihre Bestandteile zerlegt, analysiert und neu zusammen mischt. Die in der Region gesammelten Bestandteile, wie Klärschlamm, Altpapier oder Haare, reichern die Erde an, während der Ausstellungslaufzeit wird sie als fruchtbarer Boden an Besucher*innen, Kleingartenvereine und soziale Einrichtungen verschenkt.

Auf Einladung von Asad Raza fügen neben der Klangarbeit Ten Years Alive on the Infinite Plain von Tony Conrad die Künstler*innen Maria Renee Morales Garcia und Agatha Gothe-Snape dem Prozess skulpturale und performative Spannungsmomente hinzu. Frühere Varianten von Absorption wurden beim Kaldor Public Art Project (Sydney, 2019) und im Gropius Bau (Berlin, 2020) gezeigt.

Künstler

Open Artsit
Porträt des Künstlers Asad Raza, der interdisziplinäre Arbeiten zwischen Kunst, Wissenschaft und Philosophie schafft, mit Brille und olivgrüner Jacke im urbanen Raum.

© Daniel Sadrowski

Asad Raza

In seiner Arbeit erforscht der US-amerikanische Künstler Asad Raza oft einen dialogischen Austausch und bewegt sich jenseits disziplinärer Grenzen.

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Hamminkeln

Begleitet wird die Grand Snail Tour von Künstler*innen aus dem Bereich Literatur, Fotografie und Zeichnung, die zeitgleich zum Aufenthalt des Tourmobils, Eindrücke und Reflexionen aus jeweils derselben Stadt sammeln und diese sie visuell oder literarisch ins Bild setzen. So entsteht ein Paratext zur 3-jährigen Tour, der in Form einer Reisechronik, ein Kaleidoskop an Geschichten, Verbindungen, Momentaufnahmen in den 53 Städten der Region als Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten zur Grand Snail Tour sichtbar werden lässt.

Hamminkeln von Erdem Teper

so müssen wohl die bäume über die menschen denken, 
der mensch ist ewig damit beschäftigt 
versteht, dass alles und jeder irgendwo
eins ist 
versteht, dass alles –  liebt und lacht und lebt in frieden existiert; stoa
versteht, dass es ist – ebenbild 
wenn mensch findet sich selbst 
vor uralten baumrinden 
ein wesen schaut das andere an, 
am ende haben beide einander
und somit sich selbst erkannt 
beide aus gerüst, beide aus haut 
nur dass der baum im wald sich zutraut
zurecht, dass er den menschen überlebt; 
während die zeit bereits 
das leichentuch des menschen webt 
und der baum schaut den menschen an, 
beide aus haut, rinde und knochen 
nur hat der neue mensch 
seine beziehung zur natur unterbrochen

Künstler*in

Open Artsit

©priscilliagrubo

Erdem Teper

Erdem Teper schreibt über alles, was Erdem fühlen lässt. Themengebiete in der Poesie sind oftmals philosophisch-religiösen Kontexten entsprungen.

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