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Wasserballett für Marl

12 - 29/10/2017

Marl

Wasserballerinas und –ballerinos erobern das große Wasserbecken vor dem Marler Rathaus, schweben durch die Luft und nehmen den öffentlichen Raum auf dem Creiler Platz ein. In ihrer Videoarbeit inszeniert Isa Melsheimer ein »Wasserballett für Marl« – Hommage und ironische Herausforderung an die Stadt zugleich. Heute oftmals belächelt, war Synchronschwimmen besonders in den 1950er und 1960er-Jahren populär und verkörperte – ähnlich wie die Architektur aus dieser Zeit – ein von Wohlstand und Optimismus geprägtes Lebensgefühl. In der Kulisse des zeitgleich entstandenen Marler Stadtbildes rekurriert die
Choreografie, die in Zusammenarbeit mit dem Choreografen Frank Willens entstand, auf die Zuversicht und den Zukunftsglauben der Zeit und arbeitet sich gleichsam an den Versprechen der modernen Architektur ab.

ISA MELSHEIMER

Isa Melsheimer setzt sich in ihren Werken mit urbanen Strukturen auseinander. Dabei interessieren sie die architektonischen Gegebenheiten ebenso wie die sozialen Bedingungen, die sich daraus ergeben. Einen thematischen Bezugspunkt ihrer Arbeit bilden die Architektur der Moderne und der für die 1960er- und 1970er-Jahre prägende Baustil des sogenannten Brutalismus.In ihren Arbeiten spürt sie verlassenen und vernachlässigten Gebäuden nach und erschafft in oder an ihnen neue Welten.