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14/ HAGEN OBSCURA / CAMERA WHAT
STUDIERENDE DER FH DORTMUND

FR—SO
JEWEILS 18—20 UHR
FESTIVALZENTRUM, BERGSTR. 98
Eintritt frei

 

Unter der Leitung von Prof. Oliver Langbein ( FH Dortmund ) realisiert eine Gruppe Studierender des Fachbereichs Szenografie drei stationäre und eine mobile Camera Obscura, die jeweils begehbar sind und von den Besuchern unter Anleitung benutzt werden können. Eine weitere, kleinere Camera Obscura wird ebenfalls mobil im Stadtraum eingesetzt. Im Festivalzentrum werden die auf den Kopf gestellten Momantaufnahmen präsentiert.

S

Seit 2013 kooperieren Katja Aßmann, Prof. Oliver Langbein und Szenografiestudierende an der Fachhochschule Dortmund im Rahmen von Lichtkunstprojekten. In Zusammenarbeit mit OSA, dem Office for Subversive Architecture, einem Institut, dem auch Langbein angehört, entstand 2013 die Laserprojektion für den schwarz gestrichenen Wohnturm bei Urban Lights Ruhr in Bergkamen. Die Studierenden erstellten damals den Austragungsort für das Symposium.

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Camera Obscura ist ein Bestandteil des Szenografiestudiums an der FH-Dortmund. Für Urban Lights Ruhr in Hagen beschlossen Studierende der Fachbereiche Design und Architektur, selbst eine Lochkamera anzufertigen, jedoch eine, die man betreten kann. Testweise wurde in der Fachhochschule ein Seminarraum komplett abgedunkelt und nur am Fenster ein kleines Loch gelassen. Als die gegenüberliegende Hotelfassade dadurch als riesige Projektion auf der Rückwand des Raumes erschien, waren alle so fasziniert, dass klar war: „Wir müssen herausfinden, wie man das ausbauen kann!“

Fünf verschiedene Bauformen sind das Ergebnis dieses Semesterprojekts: drei fest installierte begehbare Kameras und zwei mobile. Eine der mobilen ist ein umgebauter Lkw, die „UIE-Cam“. Drei Studenten fahren sie während des Festivals in Hagen herum und fangen Panoramaaufnahmen ein. Die „Wheel Cam“ ist etwas kleiner als ein Backofen. Auch sie ist mit Fotopapier ausgekleidet und macht zum Beispiel Porträts von den Festival-Besuchern. Einen Eindruck von den aufwändigen Aufbauten und ersten Tests kann man sich unter http://camerawhat.tumblr.com/ verschaffen. Alle Fotos, die entstehen, werden im Bunker ausgestellt. Vier Studenten aus dem Fachbereich Fotografie kümmern sich um die Entwicklung.

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Für die begehbaren Kameras haben die insgesamt 18 Studierenden Standorte in Hagen ausgesucht, die für interessante Projektionen sorgen. Die „Single Cam“ mit einer Auskragung und einem Loch steht auf dem Theaterplatz. Im Inneren müssen sich die Augen erst an das Dunkel gewöhnen. Dann, seitlich zum Loch stehend, wird die Projektion sichtbar, bei der sich die Architektur des Theaters mit der des Nebengebäudes und den Menschen, die vorbeigehen, mischt. Das alles erscheint jedoch auf den Kopf gestellt und seitenverkehrt.

Diese technischen Prinzipien erkannte bereits Aristoteles im 4. Jahrhundert v. Chr. Den ersten Apparat in Form einer Camera obscura baute im 13. Jahrhundert Roger Bacon für Sonnenbeobachtungen. Im Mittelalter ersetzte man das Loch durch Linsen. 1826 gelang Joseph Nicéphore Nièpce im Heliografie-Verfahren die erste bekannte Fotografie. Im Jahr 2015 gibt es mehr Todesfälle durch Selfies als bei Hai-Angriffen.

N

„Noch nie wurde so viel fotografiert wie heute, und noch nie hatten die Leute so wenig Ahnung davon, wie eine Kamera eigentlich funktioniert.“ Deswegen freut sich Oliver Langbein über die riesigen Kameras: „Wie könnte man das physikalische Prinzip besser begreifen? Für einige ist es eine irre Erfahrung, vor allem, wenn sie merken: Da vorne ist eigentlich nur ein Loch in der Wand.“ Die „Triple Cam“ hat sogar drei Auskragungen. Sie steht an der Volme bei der Graßhofstraße direkt bei dem Verkehrskreisel im Volkspark. Bei der „P(eriscope) Cam“ kann man sich die sechs Spots im Inneren sogar nach eigenen Vorstellungen ausrichten.